Freitag, 30. Dezember 2016

Fest der Heiligen Familie

Heute ist das Fest der Heiligen Familie. Familie das ist dieses seltsame Auslaufmodell, das wir mit allen möglichen bunten, und damit viel besseren Zusammenlebenmodellen ersetzen wollen und dem wir allerhöchstens einen kleinen, bescheidenen Platz einräumen wollen.
So wie wir dem unpraktischen Bügeleisen der Urgroßmutter einen netten Dekoplatz am Fenster einzuräumen bereit sind, das wir aber nie und nimmer zu benutzen bereit und fähig sind, weil uns der zugehörige Herd mitsamt den Kohlen in unserer modernen Behausung schlicht und ergreifend fehlt.
Und ja, wir es zwar schön finden zu Dekozwecken, wie es früher war, und was man sich da noch für Mühen mit den Verzierungen gegeben hat, aber wieder so haben, das wollen wir nicht.
Bei vielem, wie dem Bügeleisen oder dem Waffeleisen, den kratzenden Wollsocken und dergleichen, kann man es ja sogar verstehen, aber nun ja, auch bei der Familie kann man es verstehen, aber dennoch ist es in dem konkreten Fall nicht richtig, sie, wie das alte Bügeleisen, zu behandeln.
Auf jeden Fall, wenn man sich die Texte von heute zu Gemüte führt.
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Persönlich faszinierend finde ich die Anweisung aus dem Buch Jesus Sirach, die entgegen dem, was man so im Kopf hat, von wegen kleine Kinder und Eltern, worauf man die entsprechenden Gebote oft und oft reduziert, ja auf das Verhalten von großgewordenen Kindern zu alt, gebrechlich und ihrer Geisteskräfte verlustig gegangener Eltern eingeht.
Von wegen Demenz ist ein Phänomen der Moderne, laut Jesus Sirach gab es dass damals schon.
Heißt es doch da:
Mein Sohn, wenn dein Vater alt ist, nimm dich seiner an, und betrübe ihn nicht, solange er lebt.
Wenn sein Verstand abnimmt, sieh es ihm nach, und beschäme ihn nicht in deiner Vollkraft!
Denn die Liebe zum Vater wird nicht vergessen, sie wird als Sühne für deine Sünden eingetragen.


Festzuhalten ist übrigens, dass die Texte nicht von optimalen Eltern ausgehen, sondern wie der Sirach Text durchaus um die Probleme wissen, auch im vielgeschmähten Paulustext ist der Vater nicht der absolute Herrscher, sondern der, der seine Frau zu achten und zu ehren hat, sowie, und das finde ich sehr interessant von dem es heißt:
Ihr Väter, schüchtert eure Kinder nicht ein, damit sie nicht mutlos werden.

und am Ende der Messtexte hat die Erzabtei Beuron diesen Text von Alfred Delp gestellt:

Du hast dir für den Anfang deines Lebens eine harte Zeit ausgesucht. Aber das macht nichts ... Du hast gute Eltern, die werden dich schon lehren, wie man die Dinge anpackt und meistert. Und ich möchte, dass du das verstehst, was ich gewollt habe: die Rühmung und Anbetung Gottes vermehren; helfen, dass die Menschen nach Gottes Ordnung und in Gottes Freiheit leben und Menschen sein können. Nur der Anbetende, der Liebende, der nach Gottes Ordnung Lebende ist Mensch und ist frei und lebensfähig.“ (Alfred Delp, Brief vom 23. Januar 1945)

So wollen wir uns bemühen nach der Ordnung Gottes zu leben, anbetende, liebende Menschen zu werden.

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