Donnerstag, 29. Dezember 2016

Kaum noch verdeckter Krieg im Vatican


Michele Ippolito kommentiert auf "Fanpage", veröffentlicht bei Messa in Latino,  seine Sicht zu der derzeitig immer deutlicher und sichtbarer werdenden Kontroverse -nicht mehr nur um Amoris Laetitia geht- in Kurie und Vatican.
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       "IM VATICAN GIBT ES EINEN HEIMLICHEN KRIEG GEGEN FRANZISKUS"
Dem "Papst der Barmherzigkeit" macht es keine Schwierigkeit härteste Breitseiten gegen seine Kritiker abzufeuern, die das mit gleicher Münze zurückzahlen. Die Kontroverse steht aber erst am Anfang.

Im Vatican ist ein wahrer, nicht besonders stiller Krieg im Gange. Papst Franziskus und seine revolutionäre Reform werden von einer nicht einmal kleinen Gruppe von Kardinälen angegriffen. Ein Krieg, der sich durch öffentliche Breitseiten und krasse Ausdrücke der einen Seite gegen die andere ausdrückt. Ein Krieg der fast sofort nach der Wahl Bergoglios ins Pontifikat begann.
Ein Krieg, der von Tag zu Tag schlimmer zu werden scheint und hin und wieder zieht jemand das Wort "Schisma" hervor.

Sichtbares Zeichen dieses Krieges ist, daß der Papst der Barmherzigkeit, wie er in den letzten Jahren von vielen Beobachtern genannt wurde, während des vorweihnachtlichen Treffens mit den Kardinälen nicht mit härtesten Angriffen auf seine Mitbrüder gespart hat.
Franziskus hat die "böswilligen Widerstände", die in verdrehten Gehirnen gedeihen und sich zeigen, wenn der Dämon zu schlechten Vorsätzen inspiriert, besonders die im Schafspelz", verdammt.
Die Urheber dieser Verhaltensweisen seien die, die sich in die Traditionen, Äußerlichkeiten, Formalitäten, in das Bekannte flüchten und alles ins Persönliche wenden wollen, ohne zwischen Tat und Handelndem zu unterscheiden."
Menschen. die beschuldigt werden "verängstigte oder versteinerte Herzen" zu haben, die sich von den leeren Worten des "Gattopardismus" dessen nähren, der mit Worten sagt, er sei zu Veränderungen bereit, aber will, daß alles beim Alten bleibt."
Worte, die denen ähneln, die vor zwei Jahren ausgesprochen wurden, als er seinen Mitbrüdern vorwarf, sich unsterblich zu fühlen, Herzen aus Stein zu haben, an spirituellem Alzheimer erkrankt zu sein, in einem Zustand existentieller Schizophrenie zu leben und Verursacher eines "Terrorismus des Klatsches" zu sein.

Wen meint der Papst damit? Franziskus, so liebenswert in der Öffentlichkeit, so rigide im Privaten, der so ärgerlich ist, mit denen, die nicht nur seine Reformen der Kurie nie begrüßt haben, sondern ihn auch dazu bewegt haben, zahlreiche andere Prälaten aus Machtstellungen im Vatican zu entfernen und zur Nominierung eines "magischen Zirkels" von Kardinälen zu seiner Unterstützung . Franziskus, der auf die Prälaten wütend ist, die ihn der Zweideutigkeit bezichtigen und nicht von Reformen der Doktrin und der Pastoral reden hören wollen.





Papst Franziskus hat zwei Familiensynoden einberufen, bei denen am Ende weniger über die Familie gesprochen wurde, als darüber, daß Bischöfe und Kardinäle sich bei zwei spezifischen Themen gegenüber stehen: die Öffnung der Kirche gegenüber den Homosexuellen und die Möglichkeit wiederverheirateten Geschiedenen den Zugang zur Kommunion zu ermöglichen.
Am Ende der Synoden hat Papst Franziskus ein Dokument redigiert, das Aufsehen erregt hat, "Amoris Laetitia", in dem er schwarz auf weiß -in entschiedenen Worten- ausdrückt, daß das Problem der verheirateten Geschiedenen auf Basis der "Unterscheidung" gelöst werden sollte.

Was das heißen soll, ist vielen nicht klar:  ein Bischof hat an seine Gläubigen geschrieben, daß -ja-es unter bestimmten Umständen möglich ist; andere haben diese Hypothese entschieden verneint und erklärt, daß der Papst die Lehre nicht verändert habe.
Vier "traditionalistische" Kardinäle haben dann dem Papst einen Brief geschrieben, der die dubia enthält und ihn gebeten, ein klärendes, definitives Wort in diesem Streit zu sprechen.
Ein Brief, auf den der Papst keine Antwort gegeben hat und auch keine zu geben wollen scheint.
 aum ernannt- schon vom Papst "weggespült", hat in den letzten Stunde eine kleine Rache genommen.
Der Papst hat de facto entschieden, eine Untersuchungskommission für den Souveränen Militärorden von Malta zusammen zu stellen, der vor kurzem seinen Großkanzler abgesetzt hatte, dem vorgeworfen wird, die Verteilung von Kondomen in Afrika veranlaßt zu haben.
Der Orden hat mit Burkes Unterstützung auf eine Weise hartgesotten auf den Papst reagiert, wie man es seit Jahrhunderten nicht mehr gesehen hat, und erklärt, daß der Papst keinerlei Jurisdiktion über den Orden hat, der durch Internationales Recht einem souveränen Staat gleichgestellt ist.

In diesem desolaten Rahmen ist es bemerkenswert, daß unter den großen italienischen und internationalen Vaticanisti einige sind, die sich klar gegen Bergoglio positioniert haben.
Um nur in unserem Land zu bleiben- sind sie - Journalisten ersten Ranges-langsam gegenüber dem Pontifex immer kritischer geworden, so Aldo Maria Valli (Rai), Marco Tosatti (LaStampa), Vittorio Messori (Leitartikler des Corriere della Sera), Sandro Magister (L´Espresso), Alessandro Gnocchi (Libero) zu denen dann der kritischste von allen Antonio Socci kommt, der vom ersten Tag an am härtesten gegen Franziskus war.

Quelle: Messa in Latino, Michele Ippolito, Fanpage

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