Mittwoch, 21. Dezember 2016

keine Weihnachtsstimmung?!?

das ist das Ergebnis einer komplett unrepräsentativen Umfrage bei allen möglichen Leute, die mir heute begegnet sind.
Die einen bedauern den fehlenden Schnee, die anderen beklagen die Hektik, die dritten sind besorgt, wegen der Lage der Nation, die vierten sind beruflich, weil Postbote oder Verkäufer so genervt, dass sie eh froh sind, wenn Heilig Abend ist, und alles rum, die fünften müssen noch tausend Dinge erledigen und die sechsten sind wegen Krankheit, oder Tod von Partner, Eltern oder anderer Leute, die einem nahe stehen oder standen sowieso nicht in der Stimmung.

Eigentlich seltsam, weil genau das ist doch Weihnachten, dass "alt und jung, sollen nun von der Jagd des Lebens einmal ruhn" und es kommt der, der von sich sagt, "Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch Ruhe verschaffen für eure Seele!"

aber irgendwie haben wir das gar nicht mehr auf dem Schirm, Weihnachten, das ist für uns, Romantik, Kuscheligkeit, Gemütlichkeit, Stimmung, Friede, Freude, Eierkuchen, und nicht das eigene Elend an die Krippe bringen.
Wir hören demnächst wieder, oder haben es schon hundettausendmal gehört, ja die Hirten, die Underdogs Israels, aber gleichzeitig, die runtergekommen ehemaligen Königsmacher, die die eigentlich Träger der biblischen Symbolik vom Hirt und den Schäfelein sind, aber so doppelt das Bild von dem Hirten auch ist, werden sie, wie gesagt in tausend Predigten in Kontrast gesetzt zu denen, denen es gut geht, zu denen, die in sind, zu denen, die wichtig und angesehen sind.
Nur irgendwie kommt es bei uns nicht an, wir meinen, so sehr wir bei den entsprechenden Predigten begeistert nicken und uns entweder motivieren lassen, kräftig zu spenden, oder bei der Pute am nächsten Tag wider irgendwelche bösen anderen zu polemisieren, so wenig kriegen wir den Schritt hin, das dumme materielle mal beiseite zu lassen und uns mitsamt den Hirten und den Weisen aus dem Morgenlande, mitsamt unserem Elend und unseren Qualitäten an die Krippe zu stellen und einzusehen, dass Gott Mensch geworden ist, damit der Mensch wieder Gotteskind sein kann.
Mir scheint nämlich gar zu oft dass Christentum verkauft zu werden, als Religion die nur für andere da ist, also für die Hirten, die Armen, die Benachteiligten, also für einen selber, der nicht unbedingt zu diesen Leuten gehört, ist es natürlich klar, das sind alles nur klug ausgedachte Geschichten da in der Bibel, halt was für die Underdogs, damit die auch was schönes im Leben haben, oder so.
Dabei ist Christus für alle gekommen, weil es alle nämlich nötig haben, die Hirten und die Könige, die Weisen und die Dummen, ich und du.


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