Sonntag, 18. Dezember 2016

Klima der Angst im Vatican...

Die Redaktion von lifesitenews hat im vergangenen November ihren üblichen Rom- & Vatican-Besuch gemacht und dort - im Zusammenhang mit den dubia um Amoris Laetitia eine nie gekannte Atmosphäre der Angst vorgefunden. Steve Jalsevac berichtet darüber.
Interessant auch das neue "professionelle" Kommunikations-Regime im Kirchenstaat.
Hier geht´s zum Original:  klicken

    "KLIMA DER ANGST IM VATICAN IST SEHR REAL" 

"Unser Besuch in Rom vom 16. - 23, November war der dramatischste der im Zweijahres-Rhythmus stattfindenden Trips, die wir in den letzten 10 Jahren unternommen haben. Nach unseren Treffen mit Kardinälen, Bischöfen und anderen Vatican-Mitabeitern, haben John-Henry Westen, unser neuer Rom-Korrespondent, Jan Bentz und ich selbst ein beständiges Muster weitverbreiteter Angst und eine sehr reale Furcht bei den treuen Dienern der Kirche gesehen. Das haben wir vorher nie erlebt.

Viele hatten Angst aus ihren Ämtern entfernt zu werden, aus ihren Jobs in den Vatican-Agenturen gefeuert oder vor privaten Vorwürfen oder persönlichen Anschuldigungen aus der Umgebung des Papstes oder von Franziskus selbst.
Kurz vor dem Ende unseres Besuches bestätigte ein sehr ranghoher Kirchenmann unsere Beobachtungen, und er sagte: "Man kann die Angst fühlen. Sie ist greifbar." 
Ein anderer, der immer willens gewesen war, schwierige Situationen zu diskutieren, erzählte uns sofort, daß er nicht sprechen würde.
Auch nicht vertraulich und inoffiziell über die laufenden Kontroversen. Man sagte uns, wir sollten ihm keinerlei Fragen über diese Dinge zu stellen. Am Ende dieses Besuches waren wir in der Lage, eines der kontroversen Themen anzuschneiden und die ihm unbekannte wichtige Information wurde entsprechend gewürdigt.

Die Veröffentlichung des dubia-Briefes der inzwischen bekannten mutigen Kardinäle, dezent unterstützt von mindestens zwanzig oder dreißig anderen Kardinälen, hat ganz klar eine gespannte Atmosphäre von Einschüchterung und Angst im Vatican verursacht.
Am 23. November berichtete der Journalist Pete Bablinski daß Bischof Athanasius Schneider sagte, daß er sehr erstaunt sei über das, was er die "ungewöhnlich aggressive und intolerante" Natur der Reaktion nannte und daß solche Reaktionen dem Ruf des Papstes nach Dialog und Azeptanz einer legitimen Pluralität von Meinungen widerspreche.

Das Franziskus-Pontifikat hat in Rom ein radikal anderes Klima geschaffen als zur Zeit von Papst Johannes Paul II und Benedikt XVI, unter dem Rom ein sehr viel gastlicherer Platz für Pro-Life-Kämpfer wie uns war.

Eine andere Story vom 23. November berichtete, daß die Kardinäle Burke und Pell offiziell aus der Liturgiekongregation entfernt wurden und daß der Mitarbeiterstab als Ersatz kürzlich mit zahlreichen Progressiven geflutet worden war.
Das führte dazu, den stark konservativen Kardinal Sarah, Chef der Kongregation, als neutralisierte, zum Schweigen gebrachte Galionsfigur zurückzulassen.
Auch Kardinal Ouellet, Präfekt der Bischofskongregation, hat sich mit sehr wenig realer Autorität wiedergefunden- mit von Papst Franziskus ernannten "Unterlingen" (Mitarbeitern), die jetzt bei den Bischofsernennungen mehr zu sagen haben, Und natürlich - ist Kardinal Pell daran gehindert worden, seine dringend erforderliche Reform der Finanzinstitutionen und immer noch korruptionsgefährdeten Prozeduren des Vaticans fortzusetzen.

Claire Chretien berichtete am 23. November, daß Papst Franziskus den deutschen  60-er-Jahre Moraltheologen Bernard Häring, einen der prominentesten Widersacher der Enzyklika Humanae Vitae von Papst Paul VI von 1968, ob seiner neuen Moralität gelobt hat, die - wie der Papst sagte - "die Moraltheologie erblühen" ließ.

Können Sie sich vorstellen, welche Wirkung diese Franziskus-Aktion auf alle in der Kurie und die Hirten in der Welt haben wird, die vom Hl. Johannes Paul II und Benedikt instruiert worden waren, Humanae Vitae kraftvoll zu verteidigen? Was wird jetzt, im aktuellen Klima massiver Einschüchterung mit ihnen passieren, wenn sie fortfahren, das zu lehren, was jahrzehntelang für sie zum Thema der Empfängnisverhütung natürlich war - in Verbindung mit der Lehre des kirchlichen Lehramtes, die auf die Anfänge der Kirche zurückgeht? 




In seinem Leitartikel zum Dezember-Thema in "Faithful Insight"  berichtet John-Henry Westen mehr über das, was wir herausgefunden haben.

Alle katholischen Universitäten in Rom werden überwacht, Vorlesungen der Professoren gescreent,  um sicher zu stellen, daß sie linientreu zur liberalen Interpretation von Amoris Laetitia sind. Kleriker  werden ihren Vorgesetzten gemeldet, wenn man von ihnen Sorgen über Papst Franziskus hörte. Viele  haben Angst frei zu sprechen, auch wenn sie das früher immer getan haben. Vatican-Reporter  erzählten uns, daß sie oft davor gewarnt wurden, über die dubia zu berichten."

Es ist so, als habe sich das Katholische Rom angesichts des dubia-Briefes, der für eine bestimmte Agenda als Bedrohung angesehen wird, in eine Art Kirchen-Polizeistaat verwandelt.

In einem Artikel für OnePeterFive vom 13. Dezember stellte die Vatican-Kommentatorin Maike Hickson fest:
 "Ich habe sagen gehört, daß der Vatican wie ein besetzter Staat ist. Bestimmte Quellen, mit denen  ich sprach, haben Angst, daß die Kommunikation mit Vatican-Offiziellen überwacht wird, einige  haben über verdächtige Anomalien bei ihren Telefongesprächen berichtet, bei denen der Mitschnitt  des Gesprächsendes in einer Endlosschleife wiederholt wurde, als ob sie eine Aufnahme hörten.  Einige Personen, die im Vatican arbeiten, raten ihren Kontaktpersonen außerhalb der Mauern, keine  sensiblen Informationen via e-mail oder vom Vatican zur Verfügung gestellten Mobiltelefone  weiterzugeben." Hickson fährt damit fort, die Antwort Edward Pentins, eines respektierten Vatican-  Korrespondenten zu zitieren, die er auf eine Frage in einem ausführlichen Interview in Reginamag.  mit dem Titel "Gibt es ein Terror-Regime im Vatican?" gab.

"Die Reaktion des Papstes - der soweit ging, den Geisteszustand der Kardinäle in Frage zu stellen, - wurde als Manifestation seines eigenen Ärgers darüber interpretiert, daß seine Agenda vom Wege  abkam.
Und anstatt die vier Kardinäle beim Wort zu nehmen (daß sie zuerst aus Barmherzigkeit  gegenüber  dem Hl. Vater, aus Gerechtigkeit und tiefer pastoraler Sorge handelten) werden sie als Gegner  betrachtet. Ich verstehe, daß er auch hinter den Kulissen agiert hat, um sicherzustellen, daß seine  Agenda nicht beeinträchtigt wird. Von strategisch platzierten Artikeln im Osservatore  Romano bis  zu Zweideutigkeiten durch die, die - auf Anfrage des Papstes - öffentlich die dubia kritisierten, hat  Franziskus gehandelt, wie ein "Lobbyist-hinter-den-Kulissen."

In den drei Wochen, nachdem die dubia veröffentlicht wurden, hat der Papst drei Interviews gegeben, von denen jedes darauf abzielte, seine eigene Position zu legitimieren und seine Kritiker zu verunglimpfen.

Letztlich ist es wichtig, darauf hinzuweisen, daß allein dadurch, daß man die Tatsachen mit den Worten des Papstes und seiner Verbündeten vergleicht, klar wird, daß es da eindeutig signifikantes Leugnen und Betrügen gibt, sowie Verleumdungen und Rufmord derer, die als "rechts"  etikettiert werden, nur weil sie öffentlich "Amoris Laetitia" kritisiert oder nur über solche Kritiken berichtet haben. 
Es tut wirklich weh, das alles zu sagen, weil man als katholischer Katholik auf keine Weise das Petrinische Amt herabsetzen will, aber ich fühle, daß ich die Pflicht habe, über das zu berichten,  was passiert."

 Das sind starke Worte von einem  Vatican-Reporter, der normalerweise sanft und milde spricht.
 In einem anderen LifeSite-Artikel haben wir über die Bewertung von Bischof Athanasius über die  Verschlechterung der Lage in Rom berichtet.
"Die Reaktion auf die dubia ist ein Beweis für das Klima, in dem wir in der Kirche gerade jetzt  leben" sagte Bischof Schneider."Wir leben in einem Klima von Drohungen und Dialogverweigerung  gegenüber einer bestimmten Gruppe."
Schneider sagte dann, daß "ein Dialog scheint nur dann akzeptiert zu werden, wenn man wie jeder andere denkt - das ist praktisch wie in einem Regime,"

Schneider kam dann auf seine Erfahrung in Rußland zu sprechen, wo er zur Zeit der Sowjet-Union geboren wurde. Seine Eltern waren nach dem 2. Weltrieg von Stalin in ein Arbeitslager oder "Gulag" geschickt worden. "Wenn man der Parteilinie nicht folgte oder sie in Frage stellte, man konnte nicht einmal fragen. Das ist für mich eine ganz klare Parallele zu dem, was jetzt in den Reaktionen auf die dubia -die Fragen der Kardinäle- passiert."

Fortsetzung folgt....

Quelle: LifeSiteNews, Steve Jalsevac

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