Dienstag, 20. Dezember 2016

Mißverständnisse, Manipulationen & das Schweigen des Vaticans

Riccardo Cascioli stellt in La Nuova Bussola Quotidiana Überlegungen zur teilweise manipulierten und manipulativen Darstellung des Papstes durch die Medien an- und zum Schweigen des Vaticans und seiner so ostentativ aggiornamentierten Kommunikationsstrukturen dazu.
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   "MANIPULATIONEN MIT DEM PAPST UND DAS SCHWEIGEN DES VATICANS"

"Der Papst als "Zeuge für die Abtreibung" in Brasilien ist nur die letzte Episode in einer langen Serir bei denen das "revolutionäre" Bild von Papst Franziskus benutzt wird, um die Anti-Familien, Anti-Leben-Kampagne oder die Änderung der Katholischen Lehre zu fördern. Das Erzwingen oder reale und ausdrückliche Manipulationen - die präzedenzlos sind, können nicht keine Fragen provozieren.

Schließlich - wenn die brasilianische Episode schlimm ist, ist der Fall über den wir gestern gesprochen haben, viel schlimmer- der Fall der kanadischen Bischöfe, die Euthanasieopfer mit den Sakramenten begleitet haben.
Im brasilianischen Fall kann man immer sagen, daß es sich im Grunde um Feinde der Kirche handelt, die ihren Job machen.  Im kanadischen Fall aber haben wir es direkt mit der Kirchenhierarchie zu tun.
Um das Bußsakrament, die Kommunion und das Sakrament der Krankensalbung zu  rechtfertigen, für den, der sich entschieden hat, sich das Leben zu nehmen, nimmt man sich ausdrücklich Papst Franziskus als Modell, der- soweit wir wissen, -nie davon geträumt hat, die Euthanasie zu legitimieren.

Und doch geschieht es. so wie es auch geschieht -auch das eine Nachricht dieser Tage- daß die Bischöfe von Santiago di Compostela (Spanien) zwei erklärte Homosexuelle zu Priestern geweiht haben, die zu allem Überfluß auch noch zusammen leben.
Man wird sagen, daß der Bischof sich zum Schutzschirm der Unglücklichen macht, "Who am I to judge?"- das für so viele Priester, Bischöfe und Theologen wie ein "alles ist erlaubt"  klang. Und dennoch sind gerade in den vergangenen Tagen die neuen Instruktionen für die Ausbildung der Priester durch Papst Franziskus approbiert worden, die das Verbot der Ordination derer bestätigt, die manifeste festverwurzelte homosexuelle Tendenzen haben.

Auch im  brasilianischen Fall des "Abtreibungs"-Papstes liegen die Wurzeln in der offensichtlichen Manipulation, mit der die internationale Presse den Apostolischen Brief "misericordia et misera" zum Ende des Heiligen Jahres präsentiert hat.
Weshalb müssen wir dieses Crescendo an Gewaltakten, Extremismen, Manipulationen erleben, die nichts anderes bewirken, als einer Verwirrung die nächste hinzuzufügen, besonders in der Kirche und da zum Schaden an ihrer Mission?
gesagt
Ich würde zwei Aspekte betonen:
zuerst- das muß ich sagen- diesen besonderen Stil von Papst Franziskus. Besonders-aber nicht nur bei Interviews und Pressekonferenzen- neigt er zu einer volkstümlichen Ausdrucksweise, die die Journalisten, die auf der Jagd nach Schlagzeilen sind, glücklich macht (denken wir an das: "in meinem Land bringt es Pech, jemandem im voraus zu  gratulieren", zu denen gesagt, die ihm ihre Glückwünsche zum 80. Geburtstag aussprechen wollten)
Was auch immer er sagt, das sind die Titel, die wirklich Meinung machen.
Aber auch in den lehramtlichen Dokumenten präsentiert er- und das vorsätzlich und aus Überzeugung- "unvollständige Gedanken", will er nicht definieren . Mit dem Ergebnis, daß eine solche Äußerung Anlass zu gegensätzlichen pastoralen und doktrinalen Entscheidungen gibt: das beweist  die Apostolische Exhortation"Amoris Laetitia".

Aber es gibt noch einen anderen Aspekt mit noch schlechteren Folgen. Der Hl. Stuhl schweigt auch angesichts der unwahrscheinlichsten und gefährlichsten Interpretationen.
Keiner greift ein, um zu korrigieren oder sich zumindest von den ordinärsten Instrumentalisierungen zu distanzieren, denen sie so eine Legitimation verleihen.
Das passierte  besonders in der Folge von "Misericordia et misera". Angesichts der Schlagzeilen die weltweit glauben ließen, daß mit Papst Franziskus die Abtreibung freigegeben sei, hat sich niemand veranlaßt gesehen, das zu präzisieren, so daß sogar einige aus der Umgebung in Santa Marta öffentlich ihr Erstaunen über das Schweigen der offiziellen Medien zum Ausdruck gebracht haben.
Es ist leicht zu verstehen, daß es keine brasilianische Abtreibungskampagne mit dem Papst als Zeugen gegeben hätte, wenn die Sala Stampa des Hl.Stuhls rechtzeitig und ausdrücklich interveniert und bestimmte Interpretationen zurückgewiesen hätte.




Unverständlich ist das Schweigen  auch im Fall der kanadischen Bischöfe und der Euthanasie, das jedoch enorme Konsequenzen haben könnte, angesichts dessen, daß auch andere Episkopate versucht sein könnten, den gleichen Weg zu beschreiten. Und nicht nur das, außerdem wird das christliche Volk in die Irre geführt. Und das, weil in solchen Fällen bei Nichtzustimmung das Schweigen zumindest Gleichgültigkeit bedeutet.,
Angesichts der Zunahme solcher "Vorfälle" mit nachfolgendem Schweigen darf man sich  nicht wundern, wenn die Zahl derer anwächst, die denken, daß dieses Verhalten geplant ist, gewollt, auch wenn nicht klar ist, wem diese Konfusion nützen könnte.

Man könnte auch sagen, daß es nicht der Stil des Hl.Stuhles ist, auf Interpretationen oder unwillkommene Einmischungen zu intervenieren. Aber wir wissen, daß das nicht wahr ist: wenn die Sache den Hl.Stuhl interessiert, greift er ein- und wie!
Es genügt, daran zu erinnern, wie stürmisch die Sala Stampa im vorigen Juli eingegriffen hat, um Kardinal R. Sarah, dem Präfekten der Liturgiekongregation, zu widersprechen, als er dazu einlud, die Altäre wieder- wie in der Tradition- ad orientem auszurichten. Kardinal Sarah hatte die von Papst Benedikt XVI formulierten Konzepte wiederholt und von der "Reform der Reform" in Bezug auf die Liturgie gesprochen, war aber brüsk gebremst worden.

Wenn also der Willen dazu besteht, wird interveniert, wird dementiert, wird präzisiert.
Stellt sich wieder die Frage: warum die Hartnäckigkeit zuzulassen, daß der Papst falsch vermittelt wird? Wohin soll das führen?"

Quelle: R. Cascioli, La Nuova Bussola Quotidiana

1 Kommentar:

  1. Herzlichen Dank für Ihre Übersetzungen von den italienischen Seiten,die sehr erhellend sind!
    Können Sie sich noch erinnern,wie schnell und scharf eine Widerlegung erfolgte,was das Dritte Geheimnis von Fatima anbelangt?
    Nachdem ein Artikel bei One Peter Five erschienen war?
    Beste Grüße
    Dan

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