Sonntag, 4. Dezember 2016

Professor Ratzinger Weihnachten 1969 über die Zukunft der Kirche

über Twitter bin ich auf diesen Artikel über eine Weihnachtsansprache des damals noch nicht mal Kardinal seienden Professors Josef Ratzinger gestoßen.
Er ist in Englisch aber das Zentrale scheint mit zu sein, dass sich in all den Jahren nichts geändert hat.
Er sagte
And so it seems certain to me that the Church is facing very hard times. The real crisis has scarcely begun. We will have to count on terrific upheavals. But I am equally certain about what will remain at the end: not the Church of the political cult, which is dead already, but the Church of faith. -

So scheint mir gewiss zu sein, dass für die Kirche sehr schwere Zeiten bevorstehen. Ihre eigentliche Krise hat noch kaum begonnen. Man muss mit schrecklichen Erschütterungen rechnen. Aber ich bin auch ganz sicher darüber, was am Ende bleiben wird: Nicht die Kirche des politischen Kultes, die schon  gescheitert ist, sondern die Kirche des Glaubens. 

um es kurz zu machen, er hat recht behalten und noch viel erschreckender ist, dass in all den Jahren scheinbar keiner den Ernst der Lage auch nur annähernd erkannt hat, und sich berufen gefühlt hat, an wichtiger Stelle dafür zu arbeiten, dass der Aufprall für die anvertrauten Gläubigen nicht ganz so hart wird.


Ich habe versucht die komplette Rede im Netz zu finden, es ist mir nicht gelungen nur hier ein amerikanisches, schön gemachtes Video, wo die wichtigsten Passagen der damaligen Rundfunkansprache gezeigt und kommentiert werden.




 wahrhaftig der Prophet gilt wirklich nichts im eigenen Land!



Interessant finde ich, wie der Professor sieht was not tut, dass nämlich die Kirche, wenn sie all den Niedergang an Mitgliedern, Einfluß, Geld und Zuspruch überstanden hat, dann zu einer Kirche wird, die irgendwie fast so daher kommt, als finge sie ganz von vorne an, wie als habe es all die jahrhunderte, jahrausendelange Geschichte des Christentums in der Welt nicht gegeben, dann  wird sie, sagte er,  in Glaube und Gebet wieder ihre eigentliche Mitte erkennen und die Sakramente wieder als Gottesdienst, nicht als Problem liturgischer Gestaltung erfahren. Es wird eine verinnerlichte Kirche sein, die nicht auf ihr politisches Mandat pocht und mit der Linken so wenig flirtet, wie mit der Rechten


mir scheint fast, wenn ich mir so die Schriften großer katholischer Denker der letzten hundert Jahre Revue passieren lasse, wie Guardini, Chesterton, Ratzinger, Hans Urs von Balthasar  und die Schrift, als sei es eigentlich klar, dass es so kommen muss, solange nicht die große Bekehrung, die nicht in Sicht ist, geschieht.
Und mit der großen Bekehrung ist das so eine Sache, Christus selber spricht immer wieder von der kleinen Herde und dass  zwar das Evangelium in aller Welt verkündet werden wird und er erteilt zwar seinen Aposteln den Auftrag, "Geht in alle Welt, macht alle Menschen zu meinen Jüngern und tauft sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!" aber er sagt nirgendwo, dass sie das auch schaffen werden, eher das Gegenteil.
Es steht geschrieben, dass in dem Moment wo viele dazu gehören,
 es dazu kommt dass "die Missachtung von Gottes gebot überhand nimmt und deshalb die Liebe der Vielen erkalten wird!" 
Wir erleben es ja, und sind ja selber Teil davon.
Wie ist es denn mit den alten, frommen Tanten, die manche von uns, noch gekannt haben?
Diese einfachen Frauen, die ihr schweres Leben im Vertrauen auf Gott gemeistert haben, aber dennoch, wenn man sie gefragt hat, einen Glauben lebte, der im Einklang mit der bäuerlichen Kultur, in der sie lebten stand und der davon gepägt war, 
Weil aber das Leben, auf eine gewisse Art, einfacher geworden ist, scheint es, als sei der Glauben gar nicht mehr nötig.
Oder etwas zynisch, ja, sagt man,  die Tante soundso, hat im Glauben und Vertrauen trotz der nichtrichtig ausgeheilten Kinderlähmung das und das gemacht, aber heute gibt es ja Schluckimpfung, da braucht es das gar nicht mehr.
Ich weiß nicht wie ich das sagen soll, weil ich diese alten Frauen so schätze, und das nicht runtermachen oder klein machen will, was so groß an ihnen war.
Man hat irgendwie den Glauben auf das Funktionale reduziert, die innere Größe hinter dem Funktionalen nicht mehr gesehen und dann eben das Funktionale, auch ohne Glauben besser hingekriegt, und nun denkt man den Glauben nicht mehr zu brauchen.

Wie gesagt, all das, was Professor Ratzinger damals so gesagt, hat, das haben auch schon andere schon gesehen und gesagt, und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, als hätten wir all den modernistischen Trallala nur deshalb, weil diese genau das nicht wahrhaben wollen.
Somit wären die Modernisten im Grunde die eigentliche Konservativen, weil sie mit aller Gewalten einen Zustand bewahren, ja konservieren wollen, der nicht zu bewahren ist.

Nun denn, wie wir alle sehen wird das auch nichts und so wird sich der Zustand einstellen, wo die Kirche auf der Verliererseite stehen wird, allem Hinterherrennen des Zeitgeistes mit ausgezogener Soutane, zum Trotz.
Und dann, dann sagt Professor Ratzinger wird sein dass:
Aber nach der Prüfung wird aus einer verinnerlichten und vereinfachten Kirche eine große Kraft strömen. Denn die Menschen einer ganz und gar geplanten Welt werden unsagbar einsam sein. Sie werden, wenn ihnen Gott ganz entschwunden ist, ihre volle schreckliche Armut erfahren. Und sie werden dann die kleine Gemeinschaft der Glaubenden als etwas ganz Neues entdecken. Als eine Hoffnung, die sie angeht, als eine Antwort, nach der sie im Verborgenen immer gefragt haben. 

In diesem Sinne Gesegnete Adventszeit!

P.S hier ein größerer Ausschnitt der Rede im Zusammenhang 

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