Freitag, 23. Dezember 2016

Teufel im Lammkostüm, geistesgestörter Widerstand, die diesjährigen Weihnachtswünsche des Papstes an die Kardinäle


Sandro Magister hat sich bei Settimo Cielo der Weihnachtsansprache des Pontifex an die Römische Kurie angenommen und vergleicht sie kommentierend mit den beiden vorhergegangenen.
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"SO VIELE TEUFEL IN LAMMFELLEN IN SANTA MARTA UND UMGEBUNG"

"Vor zwei Jahren die 15 Krankheiten. Im vergangenen Jahr die 12 Heilmittel. In diesem Jahr hat Papst Franziskus sich in seiner Rede mit den Weihnachtswünschen für die Römische Kurie am 22. Dezember dazu entschlossen über die 3 Stufen des Widerstandes durchzugehen, die unter den Prälaten im Vatican gedeihen: "offen", "verborgen", und "böswillig".


                                        bertone
                 

Er hat das Wort:

"Es war nötig über die Krankheiten und Therapien zu sprechen, weil jeder Operation, die erfolgreich sein soll, eine tiefergehende Diagnose und akurate Analyse vorausgehen muß und genaue Rezepte müssen sie begleiten und ihr folgen.
"Bei diesem Vorgehen ist es normal- ja sogar gesund-Schwierigkeiten zu begegnen und im Fall der Reform kann man verschiedene Arten des Widerstandes darstellen:

 - den offenen Widerstand, der sich oft hinter gutem Willen und ernsthaften Dialog verbirgt,

 - den verborgenen Widerstand , der aus einem  versteinerten oder ängstlichen Herzen kommt, und sich von den leeren Worten eines spirituellen "Gattopardismus" (bezieht sich auf "Der Leopard") nährt, die mit Worten sagen sie seien zu Veränderungen bereite, aber wollen, daß alles so bleibt wie zuvor.

 - es gibt auch böswilligen Widerstand, der aus einer Geistesstörung entsteht und sich zeigt, wenn der Dämon ( besonders "als Lamm verkleidet")zu schlechten Plänen inspiriert. Diese letzte Rt von Widerstand verbirgt sich hinter rechtfertigenden und in vielen Fällen anklagenden Worten, die sich in die Traditionen flüchten, Äußerliches, Formalitäten, das Bekannte- in Wunsch oder Wissen alles in Persönliche zu wenden,  ohne zwischen der Handlung und dem Handelnden zu unterscheiden.

"Das Fehlen von Reaktionen ist ein Zeichen für den Tod. Während der gute Widerstand- und auch der weniger gute- nötig sind und es verdienen gehört, angenommen und dazu ermutigt zu werden, sich auszudrücken."



Danach hat der Papst- als habe er sich eines Gewichts entledigt- mit dieser Hymne der laufenden Kurienreform angehoben:

"Alles muß gesagt werden, weil die Reform der Kurie ein delikater Prozess ist, der gelebt werden muß.
-mit Treue zum Eigentlichen
-mit dauernder Differenzierung
-mit evangelischem Mut
-mit kirchlicher Weisheit
-mit aufmerksamem Zuhören
-mit kühnem Handeln
-mit positivem Schweigen
-mit festen Entschlüssen
-mit viel, viel Beten
-mit tiefer Demut
-mit einer klaren Vision
-mit konkreten Vorwärtsschritten-und wenn nötig- auch Rückschlägen
-mit entschlossenem Willen
-mit lebhafter Vitalität
-mit verantwortungsvoller Macht
-mit bedingungslosem Gehorsam
.aber an erster Stelle damit, sich selbst der sicheren Führung durch den Hl.Geist hinzugeben un d auf  seine notwendige Unterstützung zu vertrauen.
-und deshalb Gebet, Gebet, Gebet"

Und schließlich als Coda der Rede und aus dem Stegreif gesprochen ist Franziskus wieder zu seinen Beleidigungen von vor zwei Jahren zurückgekehrt- gegen die "Krankheiten" der Kurie und hat nebenbei einen der vier Kardinäle ins Spiel gezogen, die ihm die 5 dubia wegen der Interpretationen von "Amoris Laetitia" vorgelegt haben, die er bisher nicht beantwortet hat.

"Als ich vor zwei Jahren über die Krankheiten gesprochen habe, ist einer von euch zu mir gekommen und hat gesagt: "wohin soll ich gehen, in die Apotheke oder zur Beichte?" "Klar zu beiden" habe ich gesagt "´, Und als ich Kardinal Brandmüller begrüßt habe, hat er mir in die Augen geschaut und gesagt "Acquaviva!" Indem Moment habe ich das nicht verstanden aber dann, nach einigem Nachdenken habe ich mich daran erinnert, daß Acquaviva der dritte Ordensgeneral der Jesuiten war, der ein Buch geschrieben hat, das wir Studenten in Latein gelesen haben, die Väter die es uns lesen ließen sagten: Industriae pro superioribus eiusdem Societatis ad curandos animae morbos" das sind die Krankheiten der Seele. Vor drei Monaten ist eine sehr gute Ausgabe in Italienisch - vom kürzlich verstorbenen Pater Giuliano Raffo erschienen, mit einem guten Vorwort, das zeigt , wie man es lesen muß und mit einer guten Einleitung. Das ist keine kritische Ausgabe sondern eine sehr schöne, gut gemachte Übersetzung. die-glaube ich- helfen kann. Es würde mir gefallen, sie jedem von Ihnen als Weihnachtsgeschenk zu überreichen. Danke."
Quelle: Settimo Cielo, Sandro Magister

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