Mittwoch, 28. Dezember 2016

Warum wir mit Weihnachten so Schwierigkeiten haben, ein nachdenklicher Rückblick zwischen den Jahren

Neulich war  heilige Nacht, der Chor der Engel erwachte, zumindest im Lied, man hörte oder auch nicht, wie  lieblich es schallt,  und freute sich dass s' Christkind gekommen ist,
Das ist schön und romantisch und nett, einfach nett, es riecht so nach Mandeln, Nüssen, Plätzchen, Kerzenduft  und eben nett, einfach nett
Nachdem  wir es dann endlich bis zum Heiligen Abend geschafft hatten, sangen wir  dann, wahrscheinlich sogar in der Kirche, mehr oder weniger inbrünstig, die Stille Nacht, wo es heißt "Christ der Retter ist da, Christ der Retter ist da!"
Hier sei angemerkt dass ich es nett von dem neuen Gotteslob finde, dass da bei der Stillen Nacht wieder Christ gesungen werden darf und nicht Jesus, was einfach nicht zu den Noten gepasst hat, aber darum soll es nicht gehen, wir singen das also, freuen uns, ist ja auch ein wirklich schönes Lied, wenn dann in der Kirche die Lichter ausgemacht werden, nur die Kerzen am Tannenbaum und an der Krippe leuchten und die ganze Kirche das singt, ja das ist schon ein gutes, Gänsehautgefühl,
Nun aber mein aber:
Glauben wir das denn wirklich?
Ist es nicht so,dass wir meinen, so einen Retter doch gar nicht nötig zu haben? Jedes halbwegs interessante Gespräch mit halbwegs gebildeten Menschen dreht sich ja meist darum, dass man nur dieses oder jenes ändern müsse, damit das und das besser würde.
Schon die Kinder im Kindergarten und die Schulkinder erst recht beschäftigen sich mit irgendwelchen Problemen irgendwann oder irgendwo in der Welt und denken über Lösungen nach.
Sehr beliebt um diese Jahreszeit, wo meist das Licht als Symbol herhalten muss, wobei dann meist das Licht der Kerze als Symbol für das Gute gesehen wird, und an der einen Kerze andere angezündet werden und so illustriert wird, dass das Gute, wenn man es teilt sich verdoppelt.

nun ja, wie gesagt, nett, aber leider schwer unrealistisch, also wenn ich jedem, der mich per Bettelbrief bittet, etwas spende, so ist das Geld weg und verdoppelt sich nicht, wenn ich es teile, wäre zwar nett, ist aber nicht so.
Nun gut, es gibt da natürlich wirklich erbauliche Geschichten zum Thema, wovon mir eine neulich ins Haus flatterte.
Im unmittelbaren Nachkriegsdeutschland findet ein Zirkusartist (die man damals nun wirklich nicht bevorzugt einstellte) der sich echt in der Bredouille befand, eine Geldbörse, die gefüllt war, wo jedoch aufgrund der Ausweise klar war, dass ist das Geld, dass den armen Besitzern nun bitter fehlt. Der Mann ringt lange mit sich, auch und weil ihm irgendsoein idiotischer, frommer Verein eine Wehnachtsgrußkarte geschickt hat, und bringt am Ende den Leuten das Geld. Der Artist hat aber sogar einen Auftritt, von dem er sich allerdings wenig erhofft, aber, O Wunder, einer der Offiziere vor denen er auftritt, ist so begeistert, dass er den Artisten ein richtig gutes, sehr gutes Trinkgeld gibt, höher noch wie die Summe im gefundenen Geldbeutel.
Es gibt viele Geschichten von diesem Strickmuster, und auch, wenn sie oft vielleicht erfunden sind, so haben sie schon was, aber es geht ja in diesen Geschichten auch oft um das Opfer dass der "Gute" erst mal erbringen muss, während es in der Licht teilen Geschichte darum geht, dass derjenige der seine Kerze gibt um die andere anzuzünden ja keinerlei Verlust, Opfer oder sonst was zu bringen hat, es keinen Grund gibt die Kerze des anderen nicht anzuzünden.
Wir sind einfach gewohnt in den Kerzenanzündkategorien zu denken. Mir fällt das schon länger auf, egal um was es geht, es heißt immer, wenn wir das Gute tun, dann ist das auch das ökonomisch und private wellnesstechnisch bessere.
Nun, denn wenn wir die Texte der unmittelbar nachweihnachtlichen Tage auf uns wirken lassen, so findet sich da wenig  romantisches, erbauliches, wenig von "Christ ward geboren und von nun an ging's stetig und mühelos bergauf, und die Menschen wurden alle so richtig gut!" Der zweite Weihnachtsfeiertag ist der Tag des ersten Märtyrers des Heiligen Stephanus, dem man argumentativ nicht beikam, weil er recht hatte, und man deshalb zu etwas rustikaleren Methoden der Auseinandersetzung griff, un ihn steinigte.
Heute ist der Tag der unschuldigen Kinder und wenn sich das auch sehr nett und romantisch anhört, so geht es um die Kinder, die der König Herodes kurzerhand umbringen lies.
Am Ende von Jeus Leben wird der Hohepriester sagen "Es ist besser wenn einer für viele stirbt" und das wird, von Johannes, dessen Fest gestern war, auch er übrigens Märtyrer,. verbannt, geplagt, als Wort dass wahr ist bezeichnet werden,
Aber am Anfang beschloss Herodes dass es einfacher sei, viele umzubringen, um den einen mitzuerwischen, und das ist einfach unglaublich böse, wenn man es recht überlegt.
Manchmal denke ich mit dem Licht, dass doch Christus ist, ist es wie mit dem Morgenlicht, dass in die Wohnung dringt, nachdem man davor darin gefeiert hat, und eben nicht zum richtig aufräumen gekommen ist.
Man kann das jetzt aus dem eigenen Erfahrungsfundus sich durchaus vergegenwärtigen, selbst wenn man nicht von rauschender Party ausging, ein über Nacht stehen gelassenes abgegessenes kaltes Buffet mitsamt den überall herumstehenden Tellern und Gläsern sieht zum davonlaufen aus. Am Abend, bei angeregter Unterhaltung und schummerigem Kerzenlicht, fiel das alles gar nicht auf und die Soßenflecken auf der Tischwäsche, die hat man auch nicht so wahrgenommen.
Das Licht das Christus ist, das zeigt eben auch wie runtergekommen alles ist, und wie nötig es ist, dass uns ein Retter geboren wird.



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