Donnerstag, 22. Dezember 2016

Winter der Barmherzigkeit. Sandro Magister stellt einen Vergleich an.

Sandro Magister kommentiert bei Settimo Cielo die Teilbegnadigung Msgr. Baldas und die dazugehörige Presseerklärung des Hl. Stuhls, die er - was sich anbietet- mit dem analogen Vorgang bei der Begnadigung Paolo Gabrieles durch Papst Benedikt XVI vergleicht. Und es ist nicht der aktuelle Pontifex, der bei diesem Vergleich der Barmherzigere ist.
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 "Frostige Halbfreiheit für Vallejo Balda. Es ist der Winter der Barmherzigkeit"

"Gehen wir zum 22.Dezember 2012 zurück, als das Staatssekretariat folgendes Komuniqué veröffentlichte:

"Heute morgen hat der Hl. Vater Benedikt XVI Herrn Paolo Gabriele im Gefängnis besucht, um ihm persönlich zu vergeben und persönlich zu versichern, daß er sein Gnadengesuch angenommen habe und ihm die Strafe erlasse. Es handelte sich um eine väterliche Geste gegenüber einem Menschen, der mit ihm während einiger Jahre ein tägliches familiäres Leben geteilt hatte.
Anschließend wurde Herr Gabriele aus der Haft entlassen und ist nach Hause zurück gekehrt. Obwohl er seine Arbeit nicht wieder aufnehmen und nicht mehr im Vatican wohnen bleiben konnte, will der Hl.Stuhl -im Vertrauen auf die Aufrichtigkeit der gezeigte Reue- ihm die Möglichkeit geben, daß Leben mit seiner Familie ruhig wieder aufzunehmen."

Heute dagegen die dürftige Mitteilung, die der Pressesaal des Hl. Stuhls u.a. via e-mail, den akkreditierten Journalisten am 20. Dezember zukommen ließ:
"Wenn man bedenkt, daß der ehrenwerte Vallejo Balda bereits die Hälfte seiner Strafe verbüßt hat,
hat der Hl. Vater ihm die bedingte Freilassung gewährt.
Es handelt sich um einen Gnadenbeweis, der ihm erlaubt, die Freiheit wieder zu gewinnen. Die Strafe ist nicht ausgelöscht, aber er erfreut sich einer Bewährung.
Von heute Abend an wird der Priester das Gefängnis verlassen und jede Verbindung eines Arbeitsverhältnisses mit dem Hl. Stuhl beendet. Er kehrt in die Jurisdiktion des Bischofs von Asturien (Spanien) in seine Heimatdiözese zurück."

Dieses mal also keinerlei "Besuch in einem Gefängnis, keine ", keine "Gnade", keine "väterliche Geste", kein "Vertrauen in die Ernsthaftigkeit der Reue", keine "Löschung der Strafe", sondern nur die "Begnadigung auf Bewährung".

Gar nicht zu reden von der Abwesenheit jeder Sorge darum, dem in seine Heimat zurückgeschickten Schuldigen "die Möglichkeit das Leben in Ruhe wieder aufzunehmen" zu geben.

Und dennoch war es Franziskus, der seinen unklugen Beratern folgend, Msgr. Lucio A.V. Balda zusammen mit der unsäglichen Francesca Immacolata Chaouqui auf den wichtigen Posten des Sekretärs der päpstlichen Kommission zur Organisation der wirtschaftlichen und administrativen Struktur des Hl. Stuhls beförderte. Mit allem was bis zum Prozess und am vergangenen 7. Juli der Verurteilung der beiden wegen der unrechtmäßigen Verbreitung vertraulicher Dokumente, dem selben Vergehen, für die 4 Jahre vorher der päpstliche Butler Paolo Gabriele verurteilt worden war.

Jetzt ist Msgr. Vallejo Balda nicht mehr in der Zelle der vaticanischen Gendarmerie. Aber die Kälte mit der er in eine halbe Freiheit entlassen wurde beeindruckt.

Eine Kälte, die nicht die leiseste Spur der Inbrunst aufweist, über die Papst Franziskus während des Jubiläumsjahres die tätigen Werke der Barmherzigkeit gepredigt hat "die Gefangenen besuchen" (Generalaudienz vom 9. November) und als er hat im Vatican eine große Abordnung Gefangener   (Messe, Angelus, nachmittägliche Begegnung am Sonntag, 6. November) empfangen hat, sagte er:
"Jedesmal wenn ich ein Gefängnis betrete, frage ich mich: "Warum sie, warum nicht ich?"

Quelle: Settimo Cielo, Sandro Magister

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