Samstag, 31. Dezember 2016

Te Deum

           
      ALLEN EIN GESEGNETES UND GUTES NEUES JAHR!    
         
         

Sankt Silvester & seine Kirche in Tivoli

Passend zum heutigen Tag stellt Margherita del Castillo in La Nuova Bussola Quotidiana die Kirche in Tivoli bei Rom vor, die dem Hl. Silvester geweiht ist.
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                       "TIVOLI, WO DER HEILIGE SILVESTER VEREHRT WIRD"

                                     

Silvester I war der 33. Bischof von Rom und ab 314 Papst der Katholischen Kirche, die ihn als Heiligen verehrt und in der Liturgie des letzten Tages des Jahres an ihn erinnert. Während seines langen Pontifikates erbaute Kaiser Konstantin die ersten römischen Basiliken und berief das Konzil von Nicäa ein, das Christus als Sohn Gottes bekannte. Nach dem Pontifex, der das Verdienst hatte, die Kirche mit großer Vernunft durch eine Epoche tiefer Veränderungen zu führen, ist die älteste Kirche in Tivoli benannt, die die Tradition ins 5. Jahrhundert datiert und sie dem in der tiburtinischen Stadt geborenen Papst Sulpicius zuschreibt.

Wahrscheinlicher ist, das das aktuelle Gebäude, nach romanischem Geschmack aus dem 12. Jahrhundert stammt. Die Fassade hat ihr primitives Aussehen bewahrt, mit den drei kleinen Fenstern, dem Portal mit dem Architrav und der von Marmorplatten gestützten Front. Der Campanile auf der linken Seite, an die sich eine Edicola mit strahlenförmigen Stuckaturen anschließt, die ein Bildnis der Madonna beherbergt wurde im 17. Jahrhundert anläßlich einer Rekonstruktion des Inneren auf ein Segel reduziert.
Aus städtebaulichen Gründen beschloss man von den drei ursprünglichen Schiffen nur das zentrale zu behalten, während die beiden Seitenschiffe endgültig zugemauert wurden.

Nahe dem Presbyterium -erhöht- befindet sich ein Teil eines Kosmatenmosaiks, das früher den gesamten Boden bedeckte. Von dort aus kann man durch eine "fenestella confessionis" in die unterirdische Krypta schauen, die durch eine tragende Zentralsäule und eine kleine runde Apsis charakterisiert wird. Das wertvollste Dekorationselement der gesamten Kirche wurde im Verlauf der Restaurationsarbeiten zu Beginn des 19. Jahrhunderts freigelegt, als unter der Apsis-Kalotte Mosaiken wiedergefunden wurden, die in eine Periode zwischen 12. und 13. Jahrhundert datiert werden. Der Zyklus liest sich vom Triumphbogen aus, der von einem segnenden Christus bekrönt wird, flankiert von den Symbolen der vier Evangelisten, von sieben Leuchtern und den 24 Alten der Apokalypse. Zwischen den Heiligen Petrus und Paulus in einer Flußlandschaft, die den Jordan symbolisiert und zwei Palmen, auf einer findet sich ein Phönix, Symbol der Auferstehung, ist Christus dargestellt, der Paulus seine rechte Hand hinstreckt und Petrus eine Gesetzesrolle übergibt.

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                                                    Foto wiki commons

Der ewige Vater trägt eine Krone. Die darunter liegenden Wandbereiche werden durch Fresken geschmückt, die auf 3 übereinander liegende Zonen verteilt sind.
In der obersten zwölf Lämmer, die die Apostel darstellen und sich dem göttlichen Lamm zuwenden, das im Zentrum steht. In der Zone darunter die Hl. Jungfrau mit dem segnenden Kind auf einem Thron. An seiner Seite die Hl. Johannes der Täufer und Johannes der Evangelist sowie eine Reihe biblischer Persönlichkeiten, die Schriften mit Prophezeiungen in den Händen halten. Schließlich werden in der untersten Zone vier Episoden aus dem Leben von Konstantin und Silvester dargestellt, darunter die Taufe des Kaisers,  die die Unterwerfung der zeitlichen Macht unter die spirituelle symbolisiert.

Quelle: La Nuova Bussola Quotidiana, M.d.Castillo

                                                   
                                    HEILIGER SILVESTER BITTE FÜR UNS!

Zum Jahresende ein bißchen Nostalgie


Heute vor 8 Jahren, am 31.12. 2008 besuchte Papst Benedikt XVI die Krippe auf dem Petersplatz

          

Der Papst und das Enneagramm oder Neues aus der Esoterik

Für alle, die noch nie etwas vom Enneagramm gehört haben : zu wikipedia klicken 

                             Le pape François et l’ennéagramme

Also im Großen und Ganzen ein esoterisches Hilfsmittel, dessen Ursprünge unbekannt sind- von unklar antik, über Wüstenväter christlich bis zu sufistisch-islamisch oder esoterisch-gnostisch.
Nun erfahren wir vom Papst-Biographen Ivereigh, daß der Pontifex dieses Symbol interessanterweise nicht ablehnt. Es wäre vielleicht gut, wenn man beim Hl. Stuhl die Biographen des Papstes etwas genauer unter die Lupe nähme.
Anne Dolhein kommentiert bei Corrispondenza Romana : klicken

                  "PAPST FRANZISKUS UND DAS ENNEAGRAMM"
In einem kürzlich erschienenen Artikel versichert Austin Ivereigh auf der katholischen Seite "Crux" anläßlich des 80. Geburtstages von Papst Franziskus, daß dieser nicht gegen das Enneagramm ist, selbst wenn er seine Reserviertheit angesichts des Mißbrauchs dieses Utensils zur Charakter- und persönlichen Entwicklungsanalyse ausdrücke.
"Er ist sich bewußt, auf welche Weise man es benutzen kann, weil das zu einer exzessiven Introspektive führen kann, wenn es nicht in einem soliden spirituellen Rahmen angewandt wird."

Die Warnung ist interessant, aber diese Einleitung dient als Vorwand für einen dem Enneagramm sehr gewogenen Artikel, in dem Ivereigh behauptet, daß man die Quelle in den Schriften der Wüstenväter, der Gründer des christlichen Mönchstums finden könne.
Man erfährt sogar, daß der Papst im Spektrum der 9  Identitäten des Enneagramms eine "8" darstellt.

BossIch bin starktyrannisch, machtbesessen, gewalttätigkontrollierend, konkurrierend, direktgroßzügig, führungsstark, beschützend
"Ohne Angst, intuitiv, oft atemraubend direkt, sie wenden sich instinktiv gegen die Eliten, und haben eine wenig verbreitete Fähigkeit Ungerechtigkeit und Unterdrückung zu identifizieren. Sie reißen die Macht an sich und konstruieren sie und gebrauchen sie gleichzeitig.
Sie haben die außerordentliche Improvisationsfähigkeiten, in Bewegung zu leben und Druck aufzubauen" notiert der Journalist.

                  Papst Franziskus soll dem Enneagramm positiv gegenüber stehen
Indem er versichert, daß der Papst sich damit in der Gesellschaft- ihrer spirituellen Fähigkeiten nach so verschiedener Menschen-befindet wie: König David, Martin Luther King, Fidel Castro oder Ignaz von Loyola, sieht Ivereigh Personen, die typischerweise als Kinder sehr sensibel sind und dann einen sehr harten Panzer ausbilden, um auf Traumata zu reagieren.

Wie viele andere Utensilien, die zur Zeit zur Analyse für die kulturelle und spirituelle Entwicklung en vogue sind, soll das Enneagramm helfen, Verletzungen aus der Kindheit (nicht mit der Ursünde zu verwechseln) zu entdecken, die am Ursprung verschiedener Persönlichkeiten stehen,  ausgesucht um den Kern bloßzulegen.
Die Arbeit, die erlauben würde das Enneagramm zu definieren, "das lange in den Pflegeheimen benutzt wurde. um den Menschen zu helfen ihre Hauptzwänge zu identifizieren, würde darin bestehen, diese Notwendigkeit erneut zu "kaufen", damit es in der Beziehung zu sich selbst und zu anderen  keinen Schaden anrichte, erklärt der Journalist.


Freitag, 30. Dezember 2016

Mount Athos von oben gesehen

Ein russisches Video über den Hl.Berg Athos "aus der Luftperpsektive" - das etwas zurückhaltend beginnt (Geduld!) aber sehenswert und schön ist.

          

Neues von den Jesuiten.....oder was Juan Masia, SJ zur Hl. Familie schreibt.

Marco Tosatti schreibt über den neuen Versuch eines Jesuiten, die immerwährende Lehre der Kirche aus den Angeln zu heben....und man könnte auf den Gedanken kommen, die Gesellschaft Jesu habe -um es mal ganz unverfänglich auszudrücken- die Seiten gewechselt.
Marco Tosatti kann und will seinen Überdruss an der, wie er es nennt, "kreativen und barmherzigen Kirche von 2016" immer weniger verbergen und bringt ihn bei in Stilum Curiae deutlich zum Ausdruck.
Hier geht´s zum Original:   klicken

"MARIA WAR NICHT JUNGFRÄULICH. JOSEPH AUCH NICHT. WORTE EINES SPANISCHEN JESUITEN. WAS SAGT DIE GESTRENGE ORDENSKONGREGATION DAZU?"

"Wie offensichtlich und zu erwarten war, konnte uns in der kreativen und barmherzigen Kirche von 2016 eine Überraschung nicht erspart bleiben. Und so sehen wir also, daß Juan Masia auf der sehr bekannten Seite "Periodista Digital" aus Spanien dem Thema der Jungfräulichkeit -insbesondere der der Madonna, einen langen Artikel widmet.
Wer Spanisch spricht, kann hier das Original lese:   klicken    "Natividad, Puerto de la Vida"

Wir übersetzen nur einige fundamentale Sätze-und hoffen die Überlegungen des Jesuiten-Paters nicht zu verfälschen.
Um zu beginnen:
"Die Verkündigung an Maria und die an Joseph....sind beide in einen Traum eingerahmt und sind weder eine Lektion in Biologie, noch Sexualkunde noch auch eine historische Chronik einer außergewöhnlichen Ehe oder einer übernatürlichen Geburt."

Nach dieser ermutigenden Prämisse, kritisiert Juan Masia die alten Katechismen, weil sie unangemessen "Jungfrau- vor und nach und während der Geburt" sagten; heute können wir nicht mehr so denken."

Warum? Weil die Tatsache, daß "Joseph mit Liebe in diese Pforte eintritt, die Jungfräulichkeit Mariens weder bricht noch befleckt, sondern sie erkennt."
Nicht nur das: "Die leibliche, biologische und menschliche Elternschaft Marias und Josephs ist mit der Tatsache, daß beide jungfräulich sind und daß sie diese eigene Jungfräulichkeit erkennen und Jesus mit Hilfe des Geistes des Lebens erzeugen, der in Joseph und Maria handelt.

Nach Masia, SJ, sind die Berichte von Matthäus und Lukas "mythopoetisch".

"Jedes Geschöpf entsteht aus dem Hl. Geist," bekräftigt der Jesuit und schließt, daß nicht nur "jeder Vater und jede Mutter sich zu Recht als Mitschöpfer des neuen Lebens, das aus einem Mann und einer Frau mit Segen des Geistes des Lebens entsteht, bezeichnen kann, das von ihnen empfangen wird und dem sie einen Namen geben (wie von der Schöpfung versprochen, geht das während der Erziehung weiter) sei es, daß es (das neue Leben) durch den gewöhnlichen Prozess durch dieses Paar geboren wird, oder durch künstliche Befruchtung oder ob es auf andere Weise adoptiert wird (ein anderes Paar, eine Leihmutterschaft, Adoption durch ein LGBT-Paar etc).

Also. Weil es sich um einen Ordensmann handelt, warten wir jetzt darauf, daß die Ordenskongregation-genauso aufmerksam wie im Fall der Francescani dell´Immacolata, um nur das zu erwähnen,- anfängt die Ordensleitung der Jesuiten mit fulminanten Briefen zu bestürmen und daß der Papst und die Glaubenskongregation klarstellen, ob die veröffentlichten Texte von Juan Masia, SJ mit der Katholischen Kirchen konform sind. Wir warten zuversichtlich."

Quelle: Stilum Curiae, M.Tosatti



Fest der Heiligen Familie

Heute ist das Fest der Heiligen Familie. Familie das ist dieses seltsame Auslaufmodell, das wir mit allen möglichen bunten, und damit viel besseren Zusammenlebenmodellen ersetzen wollen und dem wir allerhöchstens einen kleinen, bescheidenen Platz einräumen wollen.
So wie wir dem unpraktischen Bügeleisen der Urgroßmutter einen netten Dekoplatz am Fenster einzuräumen bereit sind, das wir aber nie und nimmer zu benutzen bereit und fähig sind, weil uns der zugehörige Herd mitsamt den Kohlen in unserer modernen Behausung schlicht und ergreifend fehlt.
Und ja, wir es zwar schön finden zu Dekozwecken, wie es früher war, und was man sich da noch für Mühen mit den Verzierungen gegeben hat, aber wieder so haben, das wollen wir nicht.
Bei vielem, wie dem Bügeleisen oder dem Waffeleisen, den kratzenden Wollsocken und dergleichen, kann man es ja sogar verstehen, aber nun ja, auch bei der Familie kann man es verstehen, aber dennoch ist es in dem konkreten Fall nicht richtig, sie, wie das alte Bügeleisen, zu behandeln.
Auf jeden Fall, wenn man sich die Texte von heute zu Gemüte führt.
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Donnerstag, 29. Dezember 2016

Thomas Becket: "Das ist das ewige Zeichen der Kirche: das Zeichen des Blutes."

Es gab in Europa Zeiten, als seine großen Dichter Dramen über Heilige und Märtyrer schrieben, so wie T.S.Eliot mit seinem "Mord im Dom". Das erscheint uns heute undenkbar und unvorstelbar.
rorate caeli hat einen Teil der Mordszene aus Mord im Dom veröffentlicht:   klicken
Wir übernehmen den Text unübersetzt.

BECKET - "This is the sign of the Church always: The Sign of Blood."
 
                       
KNIGHTS. Where is Becket, the traitor to the King?
Where is Becket, the meddling priest?
Come down Daniel to the lions' den,
Come down Daniel for the mark of the beast.

Are you washed in the blood of the Lamb?
Are you marked with the mark of the beast?
Come down Daniel to the lions' den,
Come down Daniel and join in the feast.

Where is Becket the Cheapside brat?
Where is Becket the faithless priest?
Come down Daniel to the lions' den,
Come down Daniel and join in the feast.

THOMAS. It is the just man who
Like a bold lion, should be without fear.
I am here.
No traitor to the King. I am a priest,
A Christian, saved by the blood of Christ,
Ready to suffer with my blood.
This is the sign of the Church always,
The sign of blood. Blood for blood.
His blood given to buy my life,
My blood given to pay for His death.
My death for His death.

KNIGHTS. Absolve all those you have excommunicated.
Resign the powers you have arrogated.
Restore to the King the money you appropriated.
Renew the obedience you have violated.

THOMAS. For my Lord I am now ready to die,
That His Church may have peace and liberty.
Do with me as you will, to your hurt and shame;
But none of my people, in God's name,
Whether layman or clerk, shall you touch,
This I forbid.
...
Now to Almighty God, to the Blessed Mary ever Virgin, to the blessed John the Baptist, the holy apostles Peter and Paul, to the blessed martyr Denys, and to all the Saints, I commend my cause and that of the Church.
T. S. Eliot
Murder in the Cathedral

Mord im Dom. Der Hl. Thomas Becket

Heute feiert die Kirche das Fest des Heiligen Thomas Becket. 
Unter anderen Vorzeichen als zu Zeiten des Bischofs von Canterbury und des Plantagenet-Königs starben auch in diesem zu Ende gehenden Jahr Priester in ihren Kirchen eines gewaltsamen Todes.
Auch zu ihrem Gedenken haben wir noch einmal unseren alten Beitrag über die Vita des Märtyrer-Bischofs aktiviert.
                                    Heiliger Thomas Becket bitte für uns !

Der Hl. Thomas Becket, Märtyrer und Erzbischof von Canterbury wurde am 21. Dezember wohl 1118 geboren und am 20 Dezember 1170 in seiner Kathedrale ermordet.
Seine Eltern waren als Siedler aus der Normandie nach England gekommen, die meisten der eher bösartigen Legenden, die sich um seine angeblich nicht standesgemäße Kindheit ranken, sind nicht glaubwürdig-wie z.B. die Behauptung, seine Mutter sei sarazenischer Herkunft gewesen. Er erhielt eine gute Ausbildung zunächst in Merton Abbey und studierte dann in Paris.
Danach war er zuerst Mitarbeiter von Osbert Huitdeniers, einem Verwandten, der Justiziar von London war. Um das Jahr 1141 herum trat er in den Dienst von Theobald, Erzbischof von Canterbury ein, dessen engster Mitarbeiter er bald wurde. Theobald, der seine Fähigkeiten erkannte, setzte ihn für delikate Verhandlungen ein, nachdem er ihm gestatte hatte, für ein Jahr in Bologna und Auxerre Kirchenrecht zu studieren.
1154 weihte er Thomas zum Diakon und vertraute ihm das Erzdiakonat von Canterbury an.
In dieser Zeit starb König Stephan und der junge Heinrich II folgte ihm auf den Thron Englands.  Er ernannte Thomas von London-wie er damals genannt wurde- zu seinem Kanzler und so wurde Thomas Heinrichs mächtigster Untertan.
Die Chroniken berichten über eine enge Beziehung der beiden, der Kanzler und der 12 Jahre jüngere König seien "ein Herz und eine Seele gewesen". Der König und sein Minister hätte sich oft wie spielende Schuljungen benommen, aber obwohl sie gern ritten und jagten, waren beide harte Arbeiter, denen das Wohl des Landes am Herzen lag. Beide liebten den Luxus und den Pomp und als Thomas zur Aushandlung eines Ehevertrages nach Frankreich reiste, sagten die Leute: "Wenn das nur der Kanzler ist, wie muß dann erst die Glorie des Königs selber sein?"
1159 scheint Thomas der Hauptorganisator der Expedition Henrys nach Toulouse gewesen zu sein, auf der er ihn auch begleitete, manche Quelle berichten über Mißstimmungen. Klar ist wohl nur, daß Thomas auf Tributzahlungen der Kirche an Stelle des Militärdienstes drängte und sie gegen den Widerstand des Klerus erzwang. Dem folgten bittere Klagen über die schwere Bürde, die diese Zahlungen der Kirche auflasteten. Thomas war als Soldat ein guter Kämpfer, die Chronik berichtet von vielen von ihm aus dem Sattel geworfenen französischen Rittern und- obwohl er Diakon war- führte er persönlich waghalsige Angriffe an, und auch er ließ-wie andere Heerführer seiner Zeit- das Feindesland mit Feuer und Schwert verwüsten. Den Forderungen der Kirche leistete er Folge-sowohl  was seinen Lebenswandel anging als auch in der Einhaltung der Prinzipien der Lehre. So stellte er sich der Dispensierung Heinrichs entgegen und versuchte, die Ehe der Äbtissin von Romsey, Mary, mit Matthieu von Boulogne zu verhindern. Aber soweit sein Gewissen es ihm erlaubte, identifizierte sich Thomas mit den Interessen seines Königs.
So läßt Tennyson ihn sagen:
"I served our Theobald well when I was with him:
I served King Henry well als Chancellor:
I am his no more, and I must serve the Church."

                             Buchmalerei, Ende des 12. Jahrhunderts: Thomas' Martyrium vor dem Altar in der Kathedrale von Canterbury

Kaum noch verdeckter Krieg im Vatican


Michele Ippolito kommentiert auf "Fanpage", veröffentlicht bei Messa in Latino,  seine Sicht zu der derzeitig immer deutlicher und sichtbarer werdenden Kontroverse -nicht mehr nur um Amoris Laetitia geht- in Kurie und Vatican.
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       "IM VATICAN GIBT ES EINEN HEIMLICHEN KRIEG GEGEN FRANZISKUS"
Dem "Papst der Barmherzigkeit" macht es keine Schwierigkeit härteste Breitseiten gegen seine Kritiker abzufeuern, die das mit gleicher Münze zurückzahlen. Die Kontroverse steht aber erst am Anfang.

Im Vatican ist ein wahrer, nicht besonders stiller Krieg im Gange. Papst Franziskus und seine revolutionäre Reform werden von einer nicht einmal kleinen Gruppe von Kardinälen angegriffen. Ein Krieg, der sich durch öffentliche Breitseiten und krasse Ausdrücke der einen Seite gegen die andere ausdrückt. Ein Krieg der fast sofort nach der Wahl Bergoglios ins Pontifikat begann.
Ein Krieg, der von Tag zu Tag schlimmer zu werden scheint und hin und wieder zieht jemand das Wort "Schisma" hervor.

Sichtbares Zeichen dieses Krieges ist, daß der Papst der Barmherzigkeit, wie er in den letzten Jahren von vielen Beobachtern genannt wurde, während des vorweihnachtlichen Treffens mit den Kardinälen nicht mit härtesten Angriffen auf seine Mitbrüder gespart hat.
Franziskus hat die "böswilligen Widerstände", die in verdrehten Gehirnen gedeihen und sich zeigen, wenn der Dämon zu schlechten Vorsätzen inspiriert, besonders die im Schafspelz", verdammt.
Die Urheber dieser Verhaltensweisen seien die, die sich in die Traditionen, Äußerlichkeiten, Formalitäten, in das Bekannte flüchten und alles ins Persönliche wenden wollen, ohne zwischen Tat und Handelndem zu unterscheiden."
Menschen. die beschuldigt werden "verängstigte oder versteinerte Herzen" zu haben, die sich von den leeren Worten des "Gattopardismus" dessen nähren, der mit Worten sagt, er sei zu Veränderungen bereit, aber will, daß alles beim Alten bleibt."
Worte, die denen ähneln, die vor zwei Jahren ausgesprochen wurden, als er seinen Mitbrüdern vorwarf, sich unsterblich zu fühlen, Herzen aus Stein zu haben, an spirituellem Alzheimer erkrankt zu sein, in einem Zustand existentieller Schizophrenie zu leben und Verursacher eines "Terrorismus des Klatsches" zu sein.

Wen meint der Papst damit? Franziskus, so liebenswert in der Öffentlichkeit, so rigide im Privaten, der so ärgerlich ist, mit denen, die nicht nur seine Reformen der Kurie nie begrüßt haben, sondern ihn auch dazu bewegt haben, zahlreiche andere Prälaten aus Machtstellungen im Vatican zu entfernen und zur Nominierung eines "magischen Zirkels" von Kardinälen zu seiner Unterstützung . Franziskus, der auf die Prälaten wütend ist, die ihn der Zweideutigkeit bezichtigen und nicht von Reformen der Doktrin und der Pastoral reden hören wollen.


Sandro Magister zum derzeitigen Stand der Dinge was die Kontroverse um Amoris Laetitia und die dubia angeht.

Sandro Magister stellt bei Settimo Cielo den derzeitigen "Spielstand" zwischen der pro und der contra-Partei zu den dubia mit 14:9 fest. Und er zitiert und kommentiert einige öffentliche Äußerungen und Interviews der Kombattanten.
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"DIE VIER KARDINÄLE FÜHREN 14 : 9 . ABER AUCH LEONARDO BOFF MACHT SEIN SPIEL."

"Kurz vor Weihnachten waren es 18 Kardinäle und Bischöfe, die sich für oder gegen die 5 dubia zu Wort gemeldet hatten, die am 14. November von 4 Kardinälen zu kontroversen Punkten von "Amoris Laetitia" veröffentlicht worden waren, mit der Bitte an Papst Franziskus für "Klarheit zur sorgen", eine Bitte diese bis jetzt ungehört blieb.

Wir haben am 21. Dezember darüber berichtet:
"Der Papst antwortet den vier Kardinälen nicht. aber es sind wenige, die ihm Recht geben."

In einem Postskriptum wurde auf weitere drei Äußerungen hingewiesen, womit wir dann bei 21 sind, von denen sich nur 8 gegen die Initiative der vier Kardinäle aussprechen.

Aber danach haben noch weiterer Kardinal und ein Bischof ihre Stimme erhoben - einer dafür einer dagegen.

Die, die die vier Kardinäle unterstützt, gehört dem Weihbischof von Salzburg, Andreas Laun, der am 23. Dezember von Maike Hickston für das blog OnePeterFive interviewt wurde.

"Bischof Andreas Laun zu Amoris Laetitia und den dubia der vier Kardinäle."  

Unterstützt wird der Papst von Kardinal Kasper. In einem Interview vom 22. Dezember mit Radio Vatican Deutschland.

Kardinal Kasper: "Amoris Laetitia ist klar"
Nach dem Urteil Kaspers "konnen sie natürlich dem Papst Zweifel und Fragen übermitteln, das kann jeder Kardinal. Aber ob es eine gute Idee war, diese Bitte um Klarstellung zu veröffentlichen, darüber bin ich sehr überrascht. Meiner Meinung nach ist die apostolische Exhortation klar, es gibt auch nachfolgende Erklärungen vom Papst, den Brief an die argentinischen Bischöfe oder die Erklärung des Kardinalvikars von Rom. Es wird darin klargestellt, was der Papst sagt. Es gibt keinen Widerspruch zu den Erklärungen von Johannes Paul II.
Das ist eine homogene Entwicklung. Das ist mein Standpunkt, wie ich es sehe. Diesbezüglich gibt es bei mir keine Zweifel."


Mittwoch, 28. Dezember 2016

Warum wir mit Weihnachten so Schwierigkeiten haben, ein nachdenklicher Rückblick zwischen den Jahren

Neulich war  heilige Nacht, der Chor der Engel erwachte, zumindest im Lied, man hörte oder auch nicht, wie  lieblich es schallt,  und freute sich dass s' Christkind gekommen ist,
Das ist schön und romantisch und nett, einfach nett, es riecht so nach Mandeln, Nüssen, Plätzchen, Kerzenduft  und eben nett, einfach nett
Nachdem  wir es dann endlich bis zum Heiligen Abend geschafft hatten, sangen wir  dann, wahrscheinlich sogar in der Kirche, mehr oder weniger inbrünstig, die Stille Nacht, wo es heißt "Christ der Retter ist da, Christ der Retter ist da!"
Hier sei angemerkt dass ich es nett von dem neuen Gotteslob finde, dass da bei der Stillen Nacht wieder Christ gesungen werden darf und nicht Jesus, was einfach nicht zu den Noten gepasst hat, aber darum soll es nicht gehen, wir singen das also, freuen uns, ist ja auch ein wirklich schönes Lied, wenn dann in der Kirche die Lichter ausgemacht werden, nur die Kerzen am Tannenbaum und an der Krippe leuchten und die ganze Kirche das singt, ja das ist schon ein gutes, Gänsehautgefühl,
Nun aber mein aber:
Glauben wir das denn wirklich?
Ist es nicht so,dass wir meinen, so einen Retter doch gar nicht nötig zu haben? Jedes halbwegs interessante Gespräch mit halbwegs gebildeten Menschen dreht sich ja meist darum, dass man nur dieses oder jenes ändern müsse, damit das und das besser würde.
Schon die Kinder im Kindergarten und die Schulkinder erst recht beschäftigen sich mit irgendwelchen Problemen irgendwann oder irgendwo in der Welt und denken über Lösungen nach.
Sehr beliebt um diese Jahreszeit, wo meist das Licht als Symbol herhalten muss, wobei dann meist das Licht der Kerze als Symbol für das Gute gesehen wird, und an der einen Kerze andere angezündet werden und so illustriert wird, dass das Gute, wenn man es teilt sich verdoppelt.

Wie Papst Benedikt XVI mit Kritik umging und wie es Papst Franziskus tut, ein Vergleich.

Edward Feser vergleicht den aktuellen Pontifex und seinen Vorgänger, Papst Benedikt XVi in ihrem Umgang mit Kritik und Andersdenkenden.
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              "WIE PAPST BENEDIKT XVI MIT WIDERSPRUCH UMGING"

1988 hat Erzbischof Marcel Lefevbre von der St.PiusX-Bruderschaft gegen die ausdrückliche Anordnung von Papst Johannes Paul II vier Bischöfe geweiht. Der Vatican erklärte, daß der Erzbischof und die neuen Bischöfe sich durch diesen Akt die Exkommunikation latae sententiae zuzogen. Das führte zu spannungsvollen Jahren zwischen der Gesellschaft und dem Vatican, die durch den Streit über die liturgischen und doktrinalen Veränderungen ausgelöst worden waren, die dem II. Vaticanischen Konzil folgten. Kardinal Joseph Ratzinger, Doktrin-Chef der Kirche, der später Papst Benedikt XVI werden sollte, hatte angestrengt-wenn auch vergebens-für eine Versöhnung gearbeitet.

Am 13. Juli dieses Jahres sprach Kardinal Ratzinger die Kontroverse in einem Gespräch mit den chilenischen Bischöfen in Santiago an. Natürlich war er sehr kritisch gegenüber dem Erzbischof und bestand darauf, daß der Fehler letztlich eher bei Lefebvre als beim Vatican lag. 
Dennoch rief Ratzinger auch die Kritiker Lefebvres dazu auf, zu bedenken, wie ihre eigenen Handlungen ohne Not die Sympathisanten der SSPX entfremdet hatten. 
Ereignisse die dem II.Vaticanischen Konzil folgten, suggerierte er, hatten verständlicherweise dazu geführt, "daß sich viele Menschen fragten, ob die Kirche von heute wirklich die selbe war wie die von gestern, oder ob man sie in etwas anderes verwandelt hatte, ohne es den Menschen zu sagen."

In dem Ausmaß in dem Kirchenmänner diesen Eindruck gefördert hatten, trugen sie in Ratzingers Augen einige Verantwortung für die Krise mit der SSPX. Er sagte:
"Es ist eine Pflicht für uns, uns selbst zu prüfen, welche Fehler wir gemacht haben und welche wir sogar jetzt noch machen....."

"Schismen können nur stattfinden, wenn bestimmte Wahrheiten und bestimmte Werte des Christlichen Glaubens nicht länger gelebt und geliebt werden.... Es wird nicht darum gehen, alles politischen Motiven, der Nostalgie oder kulturellen Faktoren von geringer Bedeutung zuzuschreiben."

"Aus allen diesen Gründen sollten wir die Dinge zuerst als Chance zur Prüfung des Gewissens sehen. Wir sollten uns selbst erlauben, fundamentale Fragen zu stellen, über unsere Fehler im pastoralen Leben der Kirche, die durch solche Ereignisse aufgedeckt werden..."

"Wir wollen uns selbst fragen, wo der Mangel an Klarheit bei uns liegt..."

Nach Kardinal Ratzinger können Kirchenmänner schuldig sein, zum Skandal für die Gläubigen zu werden durch wiederholtes  Abweichen von Wahrheiten und Werten, die traditionell von der Kirche bewahrt wurden, durch einen Mangel an Klarheit,  und der Tendenz Kritik als politisch motiviert, oder rein nostalgisch abzuweisen.

Läuten da irgendwelche Glocken? 


Nachdem er selbst Papst geworden war. sollte Ratzinger die Exkommunikation der SPPX-Bischöfe aufheben, das Recht aller katholischen Priester bestätigen, die Außerordentliche Form der Messe  (i.e.die "Lateinische Messe) zu gebrauchen und doktrinale Gespräche mit der SPPX beginnen--alles in Übereinstimmung mit den Bedingungen die die SPPX für die Normalisierung ihrer Stellung innerhalb der Kirche gestellt hatte.


Diese Fürsorglichkeit für Kritiker päpstlicher Politik von einem Mann, den liberale Journalisten als Panzer-Kardinal zu beschreiben liebten, seltsam erscheinen. Aber das Bild Ratzingers als grimmiger Inquisitor, der mitleidlos Widerspruch zerquetschte ist eine urbane Legende. Wie er sich bei dem Gespräch 1988 beklagte:


"Die mythische Härte des Vaticans angesichts der Abweichungen der Progressiven erweist sich als leeres Wort. Bis jetzt sind jedenfalls nur Warnungen veröffentlicht worden; in keinem Fall hat es strenge kanonische Strafen im engeren Sinn gegeben."



Dienstag, 27. Dezember 2016

Marco Tosatti über die Atmosphäre hinter den Mauern des Vaticans. Oder ist dieser Papst gut?

Marco Tosatti fragt sich auf Stilum Curiae ob "dieser Papst gut sei"
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"FRANZISKUS, DIE KURIE UND DAS REGIEREN. EPISODEN, DIE EINEN SPRACHLOS MACHEN.  ABER DIESER PAPST, IST ER GUT?"

Von nun an überraschen die Vorwürfe gegen die Kurie niemanden mehr. Sagen wir, daß sie einen fast rituellen Ton angenommen haben.  Es scheint so, als habe er sich möglicher Widerstände gegen die Kurienreform angenommen. Aber das kann verwirrend sein. Bisher hat sich die Reform auf die Umgruppierung mehrerer Päpstlicher Räte und Dikasterien konzentriert und auf die Schaffung eines neuen Kommunikations-Sekretariates. Aber es sieht so aus, als ob keine dieser Inititativen besondere Ressentiments hervorgerufen habe.
Und die fortschreitende Aberkennung bestimmter Vorrechte beim Wirtschaftssekretariat,  die der Papst ihm zuvor zuerkannt hatte, ist mit Zustimmung des Pontifex selber geschehen. Und selbst da scheinen die Hauptbetroffenen sich nicht an die Tore von Sankt Peter gekettet zu haben.
Diejenigen, denen es gelungen ist, so zu manövrieren, daß sie Geld und die Macht retten konnten, die das erste Motu Proprio ihnen genommen zu haben schien, sind zufrieden.
Und Pell selbst fühlt sich ein wenig betrogen und vielleicht ein wenig naiv, weil er den von oben gekommenen  Exhortationen nach Art: "Geh vorwärts, ohne auf irgendwen zu achten" geglaubt hat und den Schlag wie ein alter australischer Athlet eingesteckt hat.

Vielleicht hat also die Wut des Souveräns andere Gründe oder andere Ziele.

In der Kurie nimmt man etwas anderes wahr: und es handelt dabei sich nicht um Widerstand sondern um Angst, um Unzufriedenheit und Gefühle, die zu einem anderen Register gehören.

Eine glaubwürdige Quelle hat uns mehrere Episoden erzählt.
Zitieren wir ein paar als Beispiel- ohne Kommentar.

Die erste betrifft die Bischofsernennungen. Es handelte sich vor einiger Zeit darum, einen Bischof zu ernennen- nicht in Italien.
Der Nuntius hatte die Dreierliste vorbereitet. Ein Kardinal, Chef des Dikasteriums, vielleicht der Präfekt der  Bischofskongregation persönlich (Kard. Ouellet) hat im Verlauf der ordentlichen General-Versammlung das Wort ergriffen und gesagt: "der erste vorgeschlagene Kandidat ist exzellent, der zweite ist gut. Aber ich würde vor dem dritten warnen, den ich gut kenne, seit er Seminarist war und der auf dem Gebiet der Lehre und Moral ein Problem ist. Er genügt den notwendigen Kriterien kaum."
Aber dieser Dritte war irgendjemandes Freund; und ein anderer Kardinal -aus dem Kreis, der aktuell an der Macht ist, hat seinen Kollegen angegriffen und ihn eines unangemessenen Verhaltens beschuldigt. Das Treffen endete ohne weitere Beschlüsse. Aber am folgenden Tag hat der persönliche Sekretär des Papstes sich vor die Kongregation gestellt und gesagt, daß die Wahl auf den Dritten gefallen sei.

Ein anderer Fall ist entschieden trauriger. Der Chef eines Dikasterium bekam die Anweisung, sich von drei seiner Mitarbeiter zu trennen (die seit jeher im Vatican arbeiten), ohne Erklärung. Er bekam die offiziellen Briefe: "..... Ich fordere Sie auf, bitte ....zu entlassen"
Die Anordnung war: schicken Sie ihn in die Diözese oder zu der religiösen Familie, der er angehört, zurück. Er war sehr überrascht, weil es sich um exzellente Priester handelte, die zu den berufsmäßig Fähigsten gehörten. Er weigerte sich, zu gehorchen und hat mehrmals um eine Audienz beim Papst gebeten. Er mußte warten, weil das Treffen mehrmals verschoben wurde. Schließlich wurde er empfangen.
Und er sagte: "Eure Heiligkeit, ich habe diese Briefe bekommen, habe aber nichts getan, weil diese Personen zu den besten meines Dikasteriums gehören...was haben sie getan?"
Die Antwort war:
"Und ich, ich bin der Papst, ich muß meine Entscheidungen nicht erklären. Ich habe entscheiden, daß sie gehen müssen und sie müssen gehen."
Er ist aufgestanden, hat ihm die Hand hingehalten um anzudeuten, daß die Audienz beendet war.
Am 31. Dezember werden 2 der 3 das Dikasterium verlassen, in dem sie jahrelang gearbeitet haben, ohne zu wissen warum. Für den Dritten hat es anscheinend einen Aufschub gegeben.

Aber es gibt eine andere Lesart, die- wenn sie wahr ist- noch unerfreulicher ist.
Einer der beiden hatte sich freimütig über bestimmte Entscheidungen des Papstes geäußert- vielleicht zu sehr. Irgendwer, ein Freund eines engen Mitarbeiters des Papstes, hat das gehört und weiter berichtet. Das Opfer bekam einen sehr harten Telefonanruf von  Nummer Eins. Und dann die Entlassung.

Aber war Klatsch nicht Anathema unter der Regierung von Papst Bergoglio?

Der ungeschickte Versuch eine Untersuchungskommission in ein Subjekt Internationalen Rechts, den vom Heiligen Stuhl unabhängigen Malteser Orden zu schicken, mit dem er Botschafter austauscht und der deshalb kein Objekt einer Untersuchung von außen sein kann, ist ein anderes Symptom für das autokratische Fieber, das im Vatican ausgebrochen zu sein scheint.

Es ist also nicht verwunderlich, wenn das Klima hinter den Mauern und in den Palästen nicht gerade heiter ist. Und man kann sich fragen, welche Glaubwürdigkeit das alles dem Barmherzigkeits-Hype verleiht."

Quelle: Stilum Curiae, Marco Tosatti





Fundstück: heute vor 1479 Jahren

Am 27. Dezember 537 -vor 1479 Jahren- haben Patriarch Menas und Kaiser Justinian I in Konstantinopel die neue Basilika, die "Hagia Sophia", geweiht:


Der beste Kommentar zu L. Boff kommt mal wieder von Eccles.



Das kann man dann einfach so auf sich wirken lassen.

Leonardo Boff gibt beim KStA die Kassandra und sieht in die Zukunft der Kirche- oder "der andere lebt noch"

Marco Tosatti bereitet uns bei Stilum Curiae auf bevorstehende neue ...vor. Sein Kronzeuge dafür ist Leonardo Boff prähistorischer Befreiungstheologe und der beruft sich auf unsere Schisma-Kardinal Kasper (jemand überrascht?). Was man da über die Zusammenarbeit Boff / Franziskus liest, erinnert eher an eine schlechte Agenten-&-Verschwörungsschmonzette aus den 70-er Jahren mit Außendreh in Lateinamerika als an kirchliche Aktivitäten im Sacro Collegio und der Kurie der Hl. Römischen Kirche. Und was uns die südamerikanische Seilschaft unter der Leitung des Bischofs von Rom da zu zudenken scheint, klingt nicht gut. Daß es der KstA ist, der das Interview führte, wundert auch niemanden, der gehörte zu den Dauernörglern an Benedetto und gehört jetzt zu den Papolatrikern deutscher Zunge.
Hier geht´s zum Original:  klicken

" BOFF: ICH HABE DEM PAPST GEHOLFEN, LAUDATO SI´ ZU SCHREIBEN. 
ES WIRD NOCH EINE GROSSE ÜBERRASCHUNG GEBEN. VIELLEICHT VERHEIRATETE PRIESTER ODER DAS FRAUENDIAKONAT"

Leonardo Boff der bekannteste Exponent der Befreiungstheologie hat der deutschen Zeitung Kölner Stadtanzeiger ein Interview gegeben. Boff, der 78 Jahre alt ist, hat frei über die Kirche geredet, einige Details über seine Beziehung zum Pontifex enthüllt und von möglichen zukünftigen Entscheidungen gesprochen.

Die Quelle, aus der wir das Material für unseren Bericht bezogen haben, ist ein Artikel von Maike Hickson für "One Peter Five". Soweit es das Thema verheiratete Priester in Brasilien angeht, haben wir in der Vergangenheit bereits einige Beiträge veröffentlicht. Es ist interessant festzustellen, wie die Erklärungen von Boff auf der selben Linie und in die selbe Richtung gehen, wie wir geschrieben haben. Vor zwei Jahren....

Über die Befreiungtheologie sagt Boff, daß "Franziskus einer von uns ist". Besonders wegen seiner
Aufmerksamkeit für Umweltprobleme, mit denen Boff sich beschäftigt hat.

Hat der Papst die Bücher gelesen?
"Mehr als das. Er hat mich um Material für Laudato Si´gebeten. Ich hab ihn beraten und ihm empfohlen, was ich geschrieben habe....Der Papst hat direkt zu mir gesagt: "Boff schicke mir die Unterlagen nicht direkt."
Warum nicht?

"Er hat mir gesagt: Weil sonst die Untersekretäre sie abfangen und ich sie nicht bekomme. Eher schicke die Dinge an den argentinischen Botschafter beim Hl. Stuhl, zu dem habe ich gute Kontakte- und sie gelangen sicher in meine Hände"
Der Botschafter ist ein alter Freund des Pontifex. "Und dann, am Tag vor der Veröffentlichung der Enzyklika hat er mich rufen lassen, um für die Hilfe zu danken."

Bei einer persönlichen Begegnung hat Boff mit dem Papst über Benedikt XVI gesprochen, der als Präfekt der Glaubenskongregation eine wichtige Rolle bei seiner Verurteilung spielte:
"Der andere lebt noch, nach allem!"  Darauf sagt Boff: "Der hat das nicht akzeptiert"
"Ich bin der Papst" hat er geantwortet. Und wir sind eingeladen worden, zu kommen."

Auf die Frage, warum dieser Besuch noch nicht realisiert wurde, hat Boff geantwortet: "Ich hatte eine Einladung bekommen und war schon in Rom gelandet. Aber genau an jenem Tag direkt vor Beginn der zweiten Familiensynode 2015 hatten 13 Kardinäle -unter ihnen der deutsche Kardinal Gerhard Müller- mit einem Brief, der dann- oh Überraschung-in einer Zeitung veröffentlicht wurde- eine Rebellion gegen den Papst angezettelt. Der Papst war wütend und sagte: "Boff, ich habe keine Zeit. Ich muß die Ruhe wieder herstellen, bevor die Synode beginnt. Wir werden uns zu einem anderen Zeitpunkt sehen."

Weht die Antwort auf die dubia im Wind?


Aldo Maria Valli erteilt unzähligen Priestern auf dem Feld der Ahungslosigkeit  das Wort, die die dubia der vier Kardinäle teilen, weil sie in Ausübung ihres Amtes  sehr konkret mit den Zweideutigkeiten von Amoris Laetitia konfrontiert sind.

"Schwer zu sagen, ob dieses Zeugnis authentisch ist, oder ob es sich um ein literarisches Kunstprodukt handelt,  um eine allgemeine Situation darzustellen. Wie es auch sei, die Fragen existieren ganz klar und erfordern eine präzise Antwort des Papstes- und vielleicht- von den stursten Bergoglianern- andere Argumente zur Verteidigung ihres Idols, als die der "Psalmodierer" der Barmherzigkeit und der Öffnung zur Welt.
Eines der Ziele dieses Artikels ist, daß er von einem geschätzten italienischen Vaticanisten kommt, der alles andere als ein "Tradi" ist. von Aldi Maria Valli , den ich vor einigen Jahren, vielleicht etwas übereilt, als "erwachsenen Katholiken" bezeichnet habe.
Aber katholisch auf jeden Fall .....
Die Veröffentlichung von Amoris Laetitia scheint ihn definitiv aus dem Chor der Vaticanisten, die gegenüber Papst Franziskus in Extase verfallen, entfernt zu haben" schreibt der Autor von liberoquotidiano- zum Text von Valli.
Hier geht´s zum Original bei Benoît XVI-et-moi :    klicken

Aldo Maria Valli:

"AMORIS LAETITIA"
DIE "DUBIA" EINES GEMEINDEPFARRERS UND EINE ANTWORT,  DIE IM "WINDE WEHT"

"Die Formen der Kohabitation more uxorio ( wie ein verheiratetes Paar) außerhalb einer gültigen religiösen Ehe- sind sie oder sind sie kein Widerspruch zum Willen Gottes?"

Der Pfarrer, der mir diese Frage stellt. verbirgt nicht, daß er sich in einer komplizierten Lage befindet. Er zerbricht sich den Kopf, aber er ist wie in einem Labyrinth. Nach "Amoris Laetitia" findet er es schwierig, klare und präzise Antworten auf Fragen von fundamentaler Wichtigkeit für den Glauben und das Seelenheil und die innere Kohärenz der Katholischen Lehre zu geben.

Man spricht viel -und mit Recht- über die von den Kardinälen Brandmüller, Burke, Caffarra und Meisner ausgedrückten dubia zu "Amoris Laetitia", aber es gibt auch die dubia, gar nicht theoretisch, über die die für die Seelen verantwortlichen Priester debattieren.

"Der Bischof sagt mir, daß sich nichts geändert hat, ich solle ruhig bleiben, aber die Wahrheit- erzählt der Priester- ist, daß die Verwirrung in diesem Augenblick groß ist. Es sieht so aus, daß jeder seine persönliche Wertung formulieren kann, ohne einen festen Punkt zu haben, an den er sich halten kann.
Jene, die an Amoris Laetitia vorangehende, alte Regeln appellieren, die nicht widerrufen worden sind, werden häufig mit Mißachtung wenn nicht gar mit reiner und simpler Feindseligkeit betrachtet, als ob sie verstockte Rechtsgelehrte seien, unfähig zu Liebe und Barmherzigkeit.
Jene, die sich im Gegenteil "Amoris Laetitia anschliessen wollen,  finden sich dem Appell der "Unterscheidung" gegenüber, der sich am Ende als allgemein erweist. Ich frage mich, ist die höchste Form der Barmherzigkeit nicht ist, Sicherheiten für einen klaren Weg zur Heiligkeit anzuzeigen, besonders in unserer Epoche völliger moralischer Verwirrung?"

Die Liste der von den Pfarrern formulierten dubia stimmen mit denen der vier Kardinäle, die an den Papst geschrieben haben, überein und sind durch die selben Sorgen gekennzeichnet.


Montag, 26. Dezember 2016

Seelennahrung: Urbi et Orbi am 25. Dezember 2012

Wenn man gestern den Urbi et Orbi-Segen verfolgt hat, kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Was war das für ein Ereignis, das mehrere hunderttausend live auf dem Petersplatz verfolgt haben und noch viel viel mehr auf den Fernsehschirmen in der Welt!
So war das vor vier Jahren auf dem Petersplatz:



Weihnachten in Rom - das läuft nicht nur an mir komplett vorbei und ich habe gestern mal kurz in die Tagesschau geschaut, man hatte den Eindruck, auch in Rom haben nur noch wenige Lust dorthin zu gehen. Es sind wohl die Touristen, für die der Papst "eine Sehenswürdigkeit" ist, die man dann via Selfie stolz den Daheimgebliebenen zeigen kann.

Irgendwie wirkt die ganze Szenerie ziemlich trostlos:

Bildquelle: Screenshot aus Liveübertragung CTV


Lt. Tagesschau sollen es 40.000 gewesen sein .... Nun ja, auf jeden Fall wirkt der Petersplatz sehr aufgeräumt.

Noch trostloser sah es allerdings heute beim Angelus aus:

Bildquelle: Screenshot aus Liveübertragung Vatican - CTV

Da hätte der Papst die Besucher ja fast einzeln mit Handschlag begrüßen könnn ... Am Wetter kann's ja nicht gelegen haben.

Sieht ganz so aus, als sei die Kasper-Lehmann-Daneels-Bergoglio-Kirche am Ende. Die 70er Jahre sind nun definitiv vorbei. Das scheinen auch die Menschen zu erkennen. Die Abstimmung mit den Füßen hat auch in Rom begonnen.



Kierkegaard und Weihnachtspredigten

In diesem Jahr fügte es sich, dass die Weihnachtsansprachen, in früheren Zeiten Predigten genannt, nicht einfach erbaulich waren, so dass man wenigstens in den Weihnachtsmessen, "von der Last des Lebens einmal ruhn" konnte, 
Nein, bedeutungsschwanger waren sie und fordernd, es ist ja keineswegs der Retter der Welt geboren worden und seitdem, prinzipiell, wenn auch erst in der Hoffnung, die Welt, gerettet, und zwar von dem einzigen, der das kann, nämlich Gott, nein, nein, wenn man dem was man heutzutage so unter Christentum versteht, glauben will, so ist das ist unser Job, wenn ich das richtig kapiert habe, was die diversen geistlichen Personen uns sagen wollten.
Nun denn!
Auf jeden Fall frage ich mich immer mehr, warum ausgerechnet Leute, die in früheren Zeiten die Kirche wegen einer gewissen Bigotterie kritisiert haben, und jede Diskussion über die Kirche mit dem schlagenden Argument "Alles was die können, ist den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen" und das meist mit einer echten, oder auch erfundenen Geschichte, von einer alten Tante, mit schmaler Rente, die jedoch sich genötigt fühlte, wenn sie den spendete, dass auch reichlich zu tun, untermauerten; warum ausgerechnet diese Leute so von der aktuellen Kirche begeistert sind.
Weil was ich so gehört habe, das war genau auf der Linie dieser Bigotterie, die zu Recht kritisiert wird, wenn auch teilweise unsachlich und nicht um den Missstand zu ändern, sondern um das eigene Vorurteil zu untermauern.
Ich habe mir, zu diesem Weihnachten, ergreifendes Lob der Armut, der Einfachheit, des Nichtbesitzens und Nichtbesitzenwollens , der Ungebildetheit und Unbeachtetheit angehört, so dass ich in einem Fall dachte "Und was erzählt der uns an 3 König? Nachdem, was er so erzählt, haben die 3 Könige oder 3 Weisen, nie und nimmer aus prinzipiellen, in ihrem Sein begründeten Gründen, den Weg zur Krippe finden können. Als Nichtdumme und Nichtarme haben die gar nicht zu Gott in der Krippe finden können, prinzipiell nicht!
Glücklicherweise fiel  mir dann Kierkegaard ein, der ein solches Verhalten auch schon kannte, und es, unvergessen, treffsicher und genau. so beschrieb:

In dem prachtvollen Dom erscheint der hochwohlgeborene, hochwürdige Geheime General-Ober-Hof-Prediger, der erwählte Liebling der vornehmen Welt, er tritt vor einen auserwählten Kreis von Auserwählten und predigt gerührt über den von ihm selbst ausgewählten Text: ‚Gott hat das in der Welt Geringe und Verachtete auserwählt‘ – und niemand lacht.

Über die Rolle der Sprache in der aktuellen Kontroverse in der Kirche


Andrea Gagliarducci kommentiert in MondayVatican den derzeitigen Streit zwischen Konservativen und Progressiven in der Kirche und die Sprache, die dabei benutzt wird.
Hier geht´s zum Original: klicken


"PAPST FRANZISKUS: WAS WÄRE, WENN ALLES NUR EINE FRAGE DER SPRACHE WÄRE?"

"Es war Kardinal Gerhard L. Müller, Präfekt der Glaubenskongregation, der der aktuellen Debatte rund um den Vatican und innerhalb der Kirche Breite gegeben hat. Diese Debatte betrifft die Katholische Lehre, die postsynodale Exhortation "Amoris Laetitia" und den Papst selbst und sie hat sehr scharfe, fast mißtrauische Töne angenommen- die in einer  Spaltung in eine "Pro-Franziskus" und eine "Contra-Franziskus" Partei mündete und bei dem Vorwurf Papst Franziskus würde angeblich große Unternehmen und sogar wohlhabende Individuen stören -und das wegen einer Denkweise die direkt aus den 70-er Jahren zu stammen scheint.

Kardinal Müller hat die heißen Themen umgangen, Er hat nicht gesagt, welches die richtige Interpretation von "Amoris Laetitia" oder der Worte des Papstes bei verschiedenen Anlässen ist. Ebenso wenig hat er versucht, die Lage zu normalisieren. Er hat die Dinge nur richtig geordnet-indem er dem Prinzip folgte, nach dem Dinge in ihrer richtigen historischen Perspektive gesehen werden müssen. Geschichte ist vielleicht der Aspekt, der in der Debatte am meisten fehlt. 

Gehen wir in richtigen Reihenfolge vor. Am 12. Dezember hat Kardinal Müller bei der Vorstellung des 7. Bandes der Italienischen Ausgabe von Kardinal Ratzingers Opera Omnia eine Schlüsselansprache gehalten, die er herausgibt. Der Band enthält Texte und Reden Joseph Ratzingers über das II Vaticanische Konzil. Genauer über das, was wir jetzt als letzten Teil einer langen Diskussion über das II.Vatican erleben.  
Diese Diskussion begann während des Konzils und hat innerhalb der Katholischen Kirche polarisiert (die Unterscheidung zwischen Konservativen und Progressiven ist eine ihrer Hinterlassenschaften).

Unter dem Hl. Johannes Paul II und Papst Benedikt XVI wurde diese Polarisierung offensichtlich überwunden. Jetzt sind die Dinge wieder in die Vergangenheit zurück gekehrt.
Papst Benedikt XVI hat klar erklärt, daß das II Vaticanische Konzil nur durch die Linse der Kontinuität verstanden werden könne und sein wichtiges Erbe liegt in den Ansichten, die er bezüglich des "Medienkonzils" und des "realen Konzils" entwickelt hat.
Jetzt sind Formeln wie "der Geist des Konzils" wieder in Mode, man hofft auf ein Drittes Vaticanisches Konzil unter der Leitung von Papst Franziskus, die Möglichkeit einer weiteren Synodensitzung auf Basis dessen, was Papst Franziskus offen sagt, ist immer mehr Thema von Gerüchten.

Kardinal Müllers Analyse ist sehr scharfsinnig. 
Nach dem II Vaticanium- betonte der Kardinal- "wurde die Hoffnung auf ein "neues Pfingsten" durch die Perspektive eines Babylonischen Glaubens und den Versuch ersetzt, dem Gedanken theologischer Schulen zu widersprechen- und "das war nicht das Werk des Hl. Geistes, weil der Heilige Geist der Kirche immer mit Liebe und Wahrheit zuhört", während "der Abfall vom Glauben und die Verfälschung des Glaubens mit der nachfolgenden Teilung der Kirche" kein "Früchte des Geistes" sind.

Der Geist einer falschen Erneuerung- darauf  besteht er ist durch Ideologie gekennzeichnet.
Ideologie ist immer der arrogante Versuch, daß Wort Gottes und die Lehre der Kirche dem Vorurteil ihres Denkens zu unterwerfen, mit dem Ziel  manipulative Macht über die Gläubigen und ihr Leben zu erlangen. "Während Theologie"- so fährt Kardinal Müller fort-"die demütige Reflektion des Glaubens ist, die nach dem Hören auf das Wort Gottes entsteht."

Das ist das Thema. Die Lehre kann nicht geändert werden,weil bereits alles offenbart wurde. Wir können nur verstehen, wie wir die Lehre in Übereinstimmung mit den Zeichen der Zeit leben können. Kardinal Müller stellt fest, daß " jede Angst, daß jedes Konzil einen Bruch mit der Tradition der Kirche bewirken könnte, ist nicht nur häretisch sondern stellt auch die Bedeutung der übernatürlichen Eingreifens in Frage."

Das Problem ist die Sprache sagt Kardinal Müller zwischen den Zeilen. Er unterstreicht, daß "wäre da nicht die Hermeneutik der Kontinuität und Reform, würde die Kirche säkularisiert werden und in etwas verwandelt, das mehr wie eine menschliche Organisation ist." Würde das geschehen "gäbe es keinen Grund, Teil der Kirche zu sein."


In Dulci Jubilo....

 
         

Sonntag, 25. Dezember 2016

Die Kontroverse zwischen Kardinal Burke, dem Malteser Orden und dem Papst geht weiter......


Pater "Ignotus" (nom de plume-  inzwischen muß man nicht mehr näher erklären, warum der nötig ist) äußert sich zur Kontroverse, die sich zwischen Papst/ Staatssekretariat und dem Souveränen Malteser-Orden anbahnt. Veröffentlicht hat rorate caeli seinen Kommentar.
Hier geht´s zum Original:   klicken


"DER BEVORSTEHENDE KAMPF BURKE / BERGOGLIO UM DIE MALTESER RITTER"

Es ist kein Geheimnis, daß die Entfernung von Kardinal L.Burke aus dem Gericht der Apostolischen Signatur und seine Einsetzung als "Patron" der Malteser-Ritter durch Papst Franziskus dazu gedacht war, den traditionsfreundlichen Ur-Kanoniker in ein kirchlich totes Gewässer abzuschieben. Kein "promoveatur" ...und passen Sie auf, daß die Tür beim Hinausgehen nicht auf Ihre Cappa Magna trifft.

Wieviel Schwierigkeiten würde Burke schon anrichten können, werden sich Bergoglio und seine Entourage gedacht haben, wenn er einer wohltätigen Organisation vorsteht, die sich jetzt auf Katastrophenhilfe spezialisiert hat?

Nun, wie man sieht, viele. Rorate-Leser sind sich der energischen Bemühungen des Kardinals. die traditionelle Katholische Lehre zu Ehe und Sakramenten-zu verteidigen, besonders in der Dubia-Affäre, die erst noch beendet werden muß.
Abgesehen davon sollten die Leser bereit sein. zu verfolgen wie Franziskus´Plan, den Kardinal zu neutralisieren, kurz davor ist, "ihm um die Ohren zu fliegen."

Dienstag, am 22. Dezember hat der Rat der Malteser-Ritter in Übereinstimmung mit Kardinal Burke den Großkanzler des Ordens (verantwortlich für die Wohltätigkeitsaktivitäten der Malteser), Albrecht von Boeselager in Verbindung mit der Verteilung von Kondomen unter der Ägide des Ordens in Birma abzusetzen.

Man kann sehen, warum das in der Schlange am Buffet in Santa Marta für Unruhe verursacht.
Wenn jeder Fall von Scheidung, Wiederverheiratung und Empfang der Sakramente irgenwie "einzigartig" ist und einer "Begleitung" bedarf, wenn Moralität nicht "Schwarz oder weiß" ist und wenn jetzt nichts an sich aus böse ist", warum dann auf einen Kleriker feuern, der eine barmherzige Annäherung an Kondome akzeptiert?

Papst Bergoglios hat sofort eine 5-Mann-Kommission einberufen, die untersuchen soll, ob der Rat des Ordens bezüglich von  Boeselagers Entlassung korrekt vorgegangen ist, ihr geheimer Zweck allerdings ist es, Burke zu diskreditieren oder zu entfernen.

Aber der Souveräne Orden von Malta kann nicht so einfach abgeschossen werden. Er ist ein alter religiöser Orden, dessen Mitlgieder Gelübde ablegen, seine Leitung wird durch ein Gesetzesdickicht aus vorhergehenden päpstlicher Legislation bestimmt und er ist von grundauf eine souveräne Einheit.

Denn es ist uns ein Kind geboren....


           

"Denn es ist uns ein Kind geboren, es ist uns ein Sohn gegeben, und die Herrschaft soll auf seiner Schulter liegen, und sein Name soll heißen Wunderbar, Ratgeber, der starke Gott, der ewige Vater, des Friedens Fürst."

Wir wünschen allen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

                     WEIHNACHTEN  MIT BENEDIKT XVI UND DEN KINDERN 

          

gefunden bei Vigna del Signore. Grazie!

Samstag, 24. Dezember 2016

WEIHNACHTEN 2016

                                                                                                                                                                               
         

Das Christkindl kann kommen ...

In Bayern gibt es zur Weihnachtszeit ja viele wunderbare Traditionen.
Eine davon ist, eine Woche vor Heiligabend "das Christkindl anzuschießen". Mit viel Lärm und Gewehrknallen werden damit im Landkreis Berchtesgaden die bösen Geister vertrieben, damit das Kind in der Heiligen Nacht nur von Gutem umgeben ist.



Wenn man die allerdings so liest, was uns da heute so aus Berlin für die Predigt vorgelesen werden soll, dann könnte man fast auf die Idee kommen, dass das Weihnachtsfest einmal wieder missbraucht werden soll, um all diese Dinge zu beschwören, die nicht in der Bibel stehen und die zu Zeiten der Geburt Christi die Römer nicht mal von ihrem Volk erwarteten. Dem Kaiser hat es genügt, dass die Leute ihre Steuern bezahlen. Und um zu wissen, was da so im Laufe des Jahres reinkommen könnte, musste er die Leute erst mal zählen lassen.... Von "Solidarität", "Gemeinschaft" oder auch "Nicht-Gemeinschaft" war damals keine Rede.
Ich wünsche allen, dass sie nicht in eine Messe geraten, wo man sich diese links-grünen Diktate anhören muss. Weihnachten ist die Geburt unseres Herrn und das wollen wir feiern und uns nicht für politische Zwecke instrumentalisieren lassen.
Freuen wir uns also über die Traditionen in diesen Tagen und hoffen wir, dass die bösen Geister fernbleiben.

Der Vatican schickt eine Untersuchungskommission in einen souveränen Staat, der ihm nach internationalem Recht gleichgestellt ist.

Roberto De Mattei kommentiert bei Corrispondenza Romana den Beschluss des Bischofs von Rom, eine Untersuchungskommission für den Malteser Orden einzusetzen, wobei der Pontifex- und das nicht zum ersten Mal - die Rechtsstellung des Ordens nicht zu kennen scheint oder sie wissentlich ignoriert. Der Orden hat auch schon dementsprechend reagiert und sich die päpstliche Einmischung in die inneren Belange des Ordens verbeten. Was man, ohne zu übertreiben als einmalig Situation bezeichnen kann.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"DER PAPST UND DER MALTESER ORDEN - UNGESCHICKTE PLANUNG EINER KOMMISSION"
Der Papst benennt eine Untersuchungskommission für den Malteser Orden? Die Strategie Kommissionen einzuberufen gefällt Franziskus, der diese drakonische Maßnahme bereits gegenüber zwei religiösen Institutionen ergriffen hat, die er als "zu traditionell" betrachtet, zweifellos sehr: die Franziskaner der FFSI und die Mönche von "Verbe incarné".

Papst Franziskus und die Ritter des Malteser Ordens,  Juni 2013

Und es ist kein Zufall, daß er eine Kommission ankündigt, die "für den Hl. Stuhl ganz und schnell Informationen über verdächtige Elemente  und aktuelle Fakten über den Großkanzler des Ordens, M. Albrecht Freiherr von Boeselager sammeln soll", der am 22. Dezember ein Büro beim Presseamt des Vaticans zugeteilt wurde, genau zu dem Zeitpunkt als Papst Bergoglio die traditionellen Weihnachtswünsche an die Kurie in eine harte Anklage gegen diejenigen verwandelte, die seinem Projekt einer radikalen Änderung der Kirche widerstehen, mit ausdrücklichem Bezug auf Kardinal R.L.Burke, den Patron des Malteser Ordens
Aber im gegenwärtigen Fall ist das Instrument einer Kommission nicht möglich.
Wie Don Frabrizio Turriziani Colonna in einer Studie über die Souveränität und Unabhängigkeit des Souveränen Militäraordens von Malta erklärt - stehen der Orden und der Hl. Stuhl , beides Institutionen Internationalen Rechts, einander gegenüber - also in einer Stellung gegenseitiger Unabhängigkeit.
Der Malteser Orden ist de facto eine zweifache juristische Person, die auf der Ebene des Kanonischen Rechts dem Hl. Stuhl untersteht, aber auf der Ebene des Internationalen Rechts ist er vom Hl. Stuhl unabhängig.
Die Tatsache, daß der Malteser Orden diplomatische Beziehungen zu 94 Staaten unterhält und einen Botschafter beim Hl. Stuhl hat, bestätigt, daß die Beziehungen auf bestimmtem Gebiet auf gleichem Fuß stehen. Der Souveräne Militärorden Maltas ist kurz gesagt ein souveräner Staat, aber strikt auf das Religiöse beschränkt.


Oh Tannenbaum!

Unser tweet zum Tage:



Jeder weitere Kommentar ist überflüssig!

Aus dem Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saens

           

             

  "Tollite Hostiam" aus dem Weihnachtsoratorium Staats- und Domchor Berlin, Lautten Compagney, 
   Kai-Uwe Jirka

Freitag, 23. Dezember 2016

Teufel im Lammkostüm, geistesgestörter Widerstand, die diesjährigen Weihnachtswünsche des Papstes an die Kardinäle


Sandro Magister hat sich bei Settimo Cielo der Weihnachtsansprache des Pontifex an die Römische Kurie angenommen und vergleicht sie kommentierend mit den beiden vorhergegangenen.
Hier geht´s zum Original: klicken

"SO VIELE TEUFEL IN LAMMFELLEN IN SANTA MARTA UND UMGEBUNG"

"Vor zwei Jahren die 15 Krankheiten. Im vergangenen Jahr die 12 Heilmittel. In diesem Jahr hat Papst Franziskus sich in seiner Rede mit den Weihnachtswünschen für die Römische Kurie am 22. Dezember dazu entschlossen über die 3 Stufen des Widerstandes durchzugehen, die unter den Prälaten im Vatican gedeihen: "offen", "verborgen", und "böswillig".


                                        bertone
                 

Er hat das Wort:

"Es war nötig über die Krankheiten und Therapien zu sprechen, weil jeder Operation, die erfolgreich sein soll, eine tiefergehende Diagnose und akurate Analyse vorausgehen muß und genaue Rezepte müssen sie begleiten und ihr folgen.
"Bei diesem Vorgehen ist es normal- ja sogar gesund-Schwierigkeiten zu begegnen und im Fall der Reform kann man verschiedene Arten des Widerstandes darstellen:

 - den offenen Widerstand, der sich oft hinter gutem Willen und ernsthaften Dialog verbirgt,

 - den verborgenen Widerstand , der aus einem  versteinerten oder ängstlichen Herzen kommt, und sich von den leeren Worten eines spirituellen "Gattopardismus" (bezieht sich auf "Der Leopard") nährt, die mit Worten sagen sie seien zu Veränderungen bereite, aber wollen, daß alles so bleibt wie zuvor.

 - es gibt auch böswilligen Widerstand, der aus einer Geistesstörung entsteht und sich zeigt, wenn der Dämon ( besonders "als Lamm verkleidet")zu schlechten Plänen inspiriert. Diese letzte Rt von Widerstand verbirgt sich hinter rechtfertigenden und in vielen Fällen anklagenden Worten, die sich in die Traditionen flüchten, Äußerliches, Formalitäten, das Bekannte- in Wunsch oder Wissen alles in Persönliche zu wenden,  ohne zwischen der Handlung und dem Handelnden zu unterscheiden.

"Das Fehlen von Reaktionen ist ein Zeichen für den Tod. Während der gute Widerstand- und auch der weniger gute- nötig sind und es verdienen gehört, angenommen und dazu ermutigt zu werden, sich auszudrücken."


aus gegebenem Anlass





Donnerstag, 22. Dezember 2016

Winter der Barmherzigkeit. Sandro Magister stellt einen Vergleich an.

Sandro Magister kommentiert bei Settimo Cielo die Teilbegnadigung Msgr. Baldas und die dazugehörige Presseerklärung des Hl. Stuhls, die er - was sich anbietet- mit dem analogen Vorgang bei der Begnadigung Paolo Gabrieles durch Papst Benedikt XVI vergleicht. Und es ist nicht der aktuelle Pontifex, der bei diesem Vergleich der Barmherzigere ist.
Hier geht´s zum Original:  klicken

 "Frostige Halbfreiheit für Vallejo Balda. Es ist der Winter der Barmherzigkeit"

"Gehen wir zum 22.Dezember 2012 zurück, als das Staatssekretariat folgendes Komuniqué veröffentlichte:

"Heute morgen hat der Hl. Vater Benedikt XVI Herrn Paolo Gabriele im Gefängnis besucht, um ihm persönlich zu vergeben und persönlich zu versichern, daß er sein Gnadengesuch angenommen habe und ihm die Strafe erlasse. Es handelte sich um eine väterliche Geste gegenüber einem Menschen, der mit ihm während einiger Jahre ein tägliches familiäres Leben geteilt hatte.
Anschließend wurde Herr Gabriele aus der Haft entlassen und ist nach Hause zurück gekehrt. Obwohl er seine Arbeit nicht wieder aufnehmen und nicht mehr im Vatican wohnen bleiben konnte, will der Hl.Stuhl -im Vertrauen auf die Aufrichtigkeit der gezeigte Reue- ihm die Möglichkeit geben, daß Leben mit seiner Familie ruhig wieder aufzunehmen."

Heute dagegen die dürftige Mitteilung, die der Pressesaal des Hl. Stuhls u.a. via e-mail, den akkreditierten Journalisten am 20. Dezember zukommen ließ:
"Wenn man bedenkt, daß der ehrenwerte Vallejo Balda bereits die Hälfte seiner Strafe verbüßt hat,
hat der Hl. Vater ihm die bedingte Freilassung gewährt.
Es handelt sich um einen Gnadenbeweis, der ihm erlaubt, die Freiheit wieder zu gewinnen. Die Strafe ist nicht ausgelöscht, aber er erfreut sich einer Bewährung.
Von heute Abend an wird der Priester das Gefängnis verlassen und jede Verbindung eines Arbeitsverhältnisses mit dem Hl. Stuhl beendet. Er kehrt in die Jurisdiktion des Bischofs von Asturien (Spanien) in seine Heimatdiözese zurück."

Dieses mal also keinerlei "Besuch in einem Gefängnis, keine ", keine "Gnade", keine "väterliche Geste", kein "Vertrauen in die Ernsthaftigkeit der Reue", keine "Löschung der Strafe", sondern nur die "Begnadigung auf Bewährung".

Gar nicht zu reden von der Abwesenheit jeder Sorge darum, dem in seine Heimat zurückgeschickten Schuldigen "die Möglichkeit das Leben in Ruhe wieder aufzunehmen" zu geben.

Und dennoch war es Franziskus, der seinen unklugen Beratern folgend, Msgr. Lucio A.V. Balda zusammen mit der unsäglichen Francesca Immacolata Chaouqui auf den wichtigen Posten des Sekretärs der päpstlichen Kommission zur Organisation der wirtschaftlichen und administrativen Struktur des Hl. Stuhls beförderte. Mit allem was bis zum Prozess und am vergangenen 7. Juli der Verurteilung der beiden wegen der unrechtmäßigen Verbreitung vertraulicher Dokumente, dem selben Vergehen, für die 4 Jahre vorher der päpstliche Butler Paolo Gabriele verurteilt worden war.

Jetzt ist Msgr. Vallejo Balda nicht mehr in der Zelle der vaticanischen Gendarmerie. Aber die Kälte mit der er in eine halbe Freiheit entlassen wurde beeindruckt.

Eine Kälte, die nicht die leiseste Spur der Inbrunst aufweist, über die Papst Franziskus während des Jubiläumsjahres die tätigen Werke der Barmherzigkeit gepredigt hat "die Gefangenen besuchen" (Generalaudienz vom 9. November) und als er hat im Vatican eine große Abordnung Gefangener   (Messe, Angelus, nachmittägliche Begegnung am Sonntag, 6. November) empfangen hat, sagte er:
"Jedesmal wenn ich ein Gefängnis betrete, frage ich mich: "Warum sie, warum nicht ich?"

Quelle: Settimo Cielo, Sandro Magister