Sonntag, 1. Januar 2017

Anno Domini 2017!?!

Nun sind wir also glücklich oder unglücklich, im Jahr 2017 angekommen.
Ich habe wieder und wieder das Bonhoeffer Lied gehört und ja ich muss sagen, es gibt Trost, auch und wenn man sich die Umstände vergegenwärtigt.
Deshalb sei es hier noch mal hingestellt




Nun aber ist es leider,. oder Gottseidank so, dass jeder sein eigenes Leben leben muss und man sich nun nicht auf den Lorbeeren der Altvorderen ausruhen kann.
So sei nun versucht die aktuelle Lage in den Blick zu bekommen und da muss ich sagen, wenn ich so die letzten Jahrzehnte Revue passieren  lasse, so bin ich persönlich so müde all dieser großen Worte.

Wer keine Lust hat, den folgenden Sermon zu lesen, dem sei hier die Quintessenz hingeschrieben:
Wir müssen beten, dass das Jahr 2017 ein Jahr unseres  Herrn Jesus Christus wird.
Oremus!



Manchmal denke ich, ich habe mein ganzes Leben in irgendwelchen Ängsten verbracht, Atomkrieg, Ozonloch, neue Eiszeit, Klimaerwärmung, Untergang des Abendlandes, wenn nicht EU, Untergang des Abendlandes wenn EU, Vogelgrippe, Schweinegrippe, Rinderwahn, Waldsterben, Umkippen aller Binnengewässer, Versalzung der Äcker durch Bewässerung, Entsalzung der Meere (das war jetzt ein Witz) durch Vermüllung (das nicht), Bevölkerungsexplosion, Zunahme der Unfruchtbarkeit der Männer durch Nikotin und Östrogene im Trinkwasser und den PET Flaschen, Vergreisung der Gesellschaft weil alle immer älter und gesünder werden, Zunahme der Todesrisiken weil Ernährung, Umwelt, ohne Atomkraft gehen alle Lichter aus, mit  der Atomkraft gehen alle Lichter aus usw......
Egal was ist, alles taugt zum Angstmachen, und immer gibt es welche, die entweder so oder so, zu großen Taten aufrufen.
Man kann ja noch nicht mal mehr ganz normal einkaufen, ohne die Welt in irgendeiner Form retten zu müssen,. was mich persönlich amüsiert und gleichzeitig ärgert.
Ich will all das nicht werten, auch und weil es im Einzelnen durchaus vieles zu diskutieren gibt, was den Rahmen hier absolut sprengt,
Aber sagen wir es einfach so, ich habe keine Lust mehr mich zu fürchten, kann mich noch erinnern, als Schülerin diese Club of Rome Studie gelesen zu haben, und mir überlegt zu haben, welches Nichtmehrvorhandensein welcher Rohstoffe ich noch erleben würde, und nun ja, sagen wir mal so, so langsam nähere ich mich der damaligen deadline und es gibt alles noch, auch und besonders das Erdöl wird nach wie vor in Hülle und Fülle gefördert und verkauft, dabei sollte es, laut Club of Rome schon 16 Jahre alle sein.
Aber auch hier komm ich wieder vom Thema ab, weil es ja auch das Gegenteil in all den Jahren gab, mehr oder weniger realistische Varianten von "Wir schaffen das". ob es nun die Grillfete, das Abitur, die Umgehungsstraße, der Kampf gegen s.o oder sonst was war, alles war immer, groß! Immer ging es nicht nur um die Möglichkeit schneller von A nach B zu kommen, oder eben einen Schulabschluss zu bekommen, immer ging es um Krieg oder Frieden, Sein oder Nichtsein. man überstrapazierte den Kantsch'en Imperativ und machte aus der eigenen positiven oder auch negativen Erfahrung den Nabel der Welt,
So aber auch darüber wollte ich nicht schreiben, aber nahe dran an dem, was ich eigentlich schreiben wollte bin ich nun doch.
Es gibt in der Offenbarung des Johannes eine Menge seltsamer, bedrohlicher, bedrückender Bilder und wohl Unmengen von Literatur, die versuchte diese Bilder zu deuten, herauszufinden wer oder was, welches Reich und welche Person mit all diesen Tieren und Köpfen gemeint ist.
Interessant ist aber, dass sowohl bei Johannes als auch im alttestamentarischen Buch Daniel die Rede ist von einem Tier, das anmaßend redet und damit auch Erfolg hat (Offb 13, 6 und Dan 7,8)
Ich bin irgendwie der Ansicht, dass mit diesen Dingen zwar konkrete historische, zukünftige (hoffentlich) Ereignisse beschrieben werden, allerdings heißt es im Prolog der Offenbarung des Johannes, dass in diesem Buch beschrieben wird, (Offb 1,19) was ist und was danach geschehen wird.
Es ist also da das Göttliche jenseits der Zeit ist und dieses überzeitliche, unzeitliche, nichtzeitliche in Jesus Christus ja in diese Zeit gekommen ist, nun mal so, dass immer geschieht, was in der Heilsgeschichte geschieht, also müssen wir uns nicht wundern, und es heißt ja in der Offenbarung des Johannes, wo der Erfolg des widergöttlichen Tieres beschrieben wird, dass geschehen wird, was geschehen muss, aber dass eben die Zeit ist, wo sich die Standhaftigkeit und Glaubenstreue der Heiligen bewähren muss.
Jedesmal, wenn ich da drüber stolpere, stelle ich mir die bange Frage, was mit nichtheiligen Gläubigen wie mir geschieht, und halte mich dann an die Daniel-Vision, wo berichtet wird, dass uns Rettung wird, was auch das Ende der Offenbarung des Johannes ist!
So und nun bin ich endgültig da, wo ich von Anfang an hinwollte, in der Schrift werden schreckliche Schrecken beschrieben, die jedoch alle den Trost haben, dass Gott weiß, dass das, was geschieht, geschieht weil es, von Gott her geschehen muss und schlussendlich zum Heil der Frommen dient.
Und dem ist auch so, auch und wenn es einen, wenn einen das Leid konkret trifft, nicht gerade tröstet wenn einen einer, der keine Ahnung vom Leid hat, damit trösten will, mit dem lieben Gott.
Es erhebt sich aber die bange Frage, ob der Mensch sich so verrennen kann, so verloren gehen kann, dass er sich selber und viele andere aus der Hand Gottes reißen kann?
Ob es geschehen kann, dass Schrecknisse geschehen, die nicht mehr zum Guten gewendet werden können, ob der Mensch einen geistigen Atomkrieg entfesseln kann, so dass nichts mehr sich erholen kann, ob es möglich ist, so wie wir es im Szenario einer weltweiten atomaren Katastrophe oft und oft ausgemalt haben, dass nichts mehr bleibt und die Erde unbewohnbar wird, ob sowas auch geistig geschehen kann, dass alles, was Gott auf dieser doch gefallenen Welt errichtet hat an Gutem, sowohl in den anderen Religionen verborgen, als auch im alten und neuen Bund, dass all das negiert wird, ausgelöscht wird, dass also die Menschheit aus der Hand Gottes fällt?
Man mag es nicht glauben, dass sowas geschieht, aber fürchtet es doch, dann bleibt wohl das, was Nietzsche mit dem letzten Menschen beschreibt:
Der Witz an der Beschreibung ist, es geht nicht um irgendwelche Schreckensszenarien, Pest, Hunger, Krieg, teure Zeit, Panik, Verrohung, Mord und Totschlag, nein es ist alles so nett,  und doch schrecklich und nun ja, wie sag ich's? leider nicht  nur als spinnerte Ideen eines spinnerten Philosophen abzutun.

"Als Zarathustra diese Worte gesprochen hatte, sahe er wieder das Volk an und schwieg. »Da stehen sie«, sprach er zu seinem Herzen, »da lachen sie: sie verstehen mich nicht, ich bin nicht der Mund für diese Ohren.
Muss man ihnen erst die Ohren zerschlagen, dass sie lernen, mit den Augen hören. Muss man rasseln gleich Pauken und Busspredigern? Oder glauben sie nur dem Stammelnden?
Sie haben etwas, worauf sie stolz sind. Wie nennen sie es doch, was sie stolz macht? Bildung nennen sie's, es zeichnet sie aus vor den Ziegenhirten.
Drum hören sie ungern von sich das Wort »Verachtung«. So will ich denn zu ihrem Stolze reden.
So will ich ihnen vom Verächtlichsten sprechen: das aber ist der letzte Mensch.«
Und also sprach Zarathustra zum Volke:
Es ist an der Zeit, dass der Mensch sich sein Ziel stecke. Es ist an der Zeit, dass der Mensch den Keim seiner höchsten Hoffnung pflanze.
Noch ist sein Boden dazu reich genug. Aber dieser Boden wird einst arm und zahm sein, und kein hoher Baum wird mehr aus ihm wachsen können.
Wehe! Es kommt die Zeit, wo der Mensch nicht mehr den Pfeil seiner Sehnsucht über den Menschen hinaus wirft, und die Sehne seines Bogens verlernt hat, zu schwirren!
Ich sage euch: man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. Ich sage euch: ihr habt noch Chaos in euch.
Wehe! Es kommt die Zeit, wo der Mensch keinen Stern mehr gebären wird. Wehe! Es kommt die Zeit des verächtlichsten Menschen, der sich selber nicht mehr verachten kann.
Seht! Ich zeige euch den letzten Menschen.
»Was ist Liebe? Was ist Schöpfung? Was ist Sehnsucht? Was ist Stern« – so fragt der letzte Mensch und blinzelt.
Die Erde ist dann klein geworden, und auf ihr hüpft der letzte Mensch, der Alles klein macht. Sein Geschlecht ist unaustilgbar, wie der Erdfloh; der letzte Mensch lebt am längsten.
»Wir haben das Glück erfunden« – sagen die letzten Menschen und blinzeln.
Sie haben den Gegenden verlassen, wo es hart war zu leben: denn man braucht Wärme. Man liebt noch den Nachbar und reibt sich an ihm: denn man braucht Wärme.
Krankwerden und Misstrauen-haben gilt ihnen sündhaft: man geht achtsam einher. Ein Thor, der noch über Steine oder Menschen stolpert!
Ein wenig Gift ab und zu: das macht angenehme Träume. Und viel Gift zuletzt, zu einem angenehmen Sterben.
Man arbeitet noch, denn Arbeit ist eine Unterhaltung. Aber man sorgt dass die Unterhaltung nicht angreife.
Kein Hirt und Eine Heerde! Jeder will das Gleiche, Jeder ist gleich: wer anders fühlt, geht freiwillig in's Irrenhaus.
»Ehemals war alle Welt irre« – sagen die Feinsten und blinzeln.
Man ist klug und weiss Alles, was geschehn ist: so hat man kein Ende zu spotten. Man zankt sich noch, aber man versöhnt sich bald – sonst verdirbt es den Magen.
Man hat sein Lüstchen für den Tag und sein Lüstchen für die Nacht: aber man ehrt die Gesundheit.
»Wir haben das Glück erfunden« – sagen die letzten Menschen und blinzeln – 

(aus: Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra, Zarathustras Vorrede, 5. Kapitel)

Man mag nun anmerken, dass das, was Nietzsche so schreibt im Widerspruch zu den großen Worten, die ich oben moniert habe, steht, aber genau das Gegenteil ist der Fall.
Trotz der großen Worte, die uns beständig um die Ohren geschlagen werden, ist doch alles irgendwie so schrecklich banal geworden, worin das Problem besteht,
Nehmen wir ein Bespiel, die Liebe, die ist wahrhaft groß und, laut der Schrift stark wie der Tod und die, und nur die muss es sein, wenn man zum Traualtar tritt, das geht dann nur ganz in weiß und teuer, Hochzeitsreise nach ganzweitweg und mit allem, was die Kulturen an Gebräuchen ersonnen haben, mit Pfarrer, Chor und Wallafahrtskapelle, mindestens. Gut, sehr gut! Nur hebt (unübersetzbares Dialektwort für halten, dauern, andauern, haften, kleben) das nun genausolange bis man runter vom Tabor in den Niederungen des Alltags gelandet ist und dann wird mit genauso großen Worten gefordert, das ganze Theater nochmal aufführen zu dürfen.
Ich denke immer, die Einzelnen können da vielleicht nicht wirklich was dafür, aber sollten wir nicht einfach von vorneweg etwas beschiedener an die Sache herangehen, etwas kleinere Worte wählen?
Aber auch dieses Problem soll hier nicht weiter aufgefaltet werden, ist eh wieder viel zu lang geworden, der Beitrag!

Wir müssen beten, dass das Jahr 2017 ein Jahr unseres  Herrn Jesus Christus wird.
Oremus!

Während ich das hier geschrieben habe, böllert es draussen, gefühlt wie noch nie, aber nun haben wir also schon den ersten Januar, das Hochfest der Gottesmutter Maria und das Jahr fängt mit einem Sonntag an und hört auch (da kein Schaltjahr) mit einem Sonntag auf.
Nehmen wir es als Zeichen, dass das Jahr unter dem Motto steht "Mit Gott fang an, mit Gott hör auf, das ist der beste Lebenslauf!"

All unseren Lesern ein gesegnetes Jahr unseres Herrn Jesus Christus 2017!


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