Samstag, 14. Januar 2017

EIn Interviewer gibt ein Interview: Peter Seewald

Paul Senz interviewt für Catholik World Report Peter Seewald.
Hier geht´s zum Original:  klicken


"JOURNALIST PETER SEEWALD : PAPST BENEDIKT IST "EINE DER AM MEISTEN MISSVERSTANDENEN PERSÖNLICHKEITEN UNSERER ZEIT"

Der deutsche Journalist reflektiert über sein jüngstes buch-langes Interview mit dem Papa Emeritus Benedikt XVI , der er zu den wichtigsten Päpsten der Geschichte zählt."

Es ist wohlbekannt, daß Papst Franziskus gibt den verschiedenen Medien regelmäßig Inteviews gibt und hat das seit den ersten Tagen seines Pontifikates getan. Das Ergebnis davon ist, daß jedes nachfolgende Interview mit weniger Fanfaren entgegen genommen wird und die Worte des Hl. Vaters mit weniger angehaltenem Atem gehört werden.


Sein Vorgänger, Papst Emeritus Benedikt XVI, war nie einer, der so oft Interviews gegeben hat. 
Aber in den letzten 25 Jahren hat er dem deutschen Journalisten Peter Seewald vier buch-lange Interviews gegeben- "Salz der Erde", "Gott und die Welt", "Licht der Welt" und jetzt "Letztes Testament;: in seinen eigenen Worten". Dieses jüngste ( und vielleicht letzte) in der Reihe der Interviews, Letztes Testament enthält viele Einsichten in das Leben und die Persönlichkeit von Joseph Ratzinger. Der Interviewer, Peter Seewald, bringt seine eigene faszinierende persönliche Geschichte in diese Interviews ein. Katholisch aufgewachsen verließ der als Jugendlicher die Glaubenspraxis und wurde ein glühender Kommunist. Es war die Zeit, die er damit verbrachte den damaligen Kardinal Joseph Ratzinger zu interviewen, die bekannterweise Seewald zurück in die Kirche brachte. Ihre professionelle Beziehung entwickelt sich zu einer engen Freundschaft und dasn kann man an den Seiten dieses letzten Buches sehen.

Die Interview-Sitzungen für "Letztes Testament" begannen vor Benedikts Rücktritts-Ankündigung und ging kurz danach weiter. Als Resultat wurden diese Interviews - die zuerst als Recherche für Seewalds Benedikt-Biographie gedacht waren- zum Ort, an dem er ungefiltert Rechenschaft über sein Pontifikat ablegen konnte, sagen, wie er seine Erfolge und Mißerfolge sieht, und zu einer weiteren Erklärung seiner Analyse der Segnungen und Probleme der heutigen Welt und einer Reflektion seines bisherigen Lebens.
Herr Seewald hat am 16. Dezember per e-mail mit CWR gesprochen.Seine Antworten wurden durch den Übersetzer von "Letztes Testament", Jan Phillips. übersetzt.

CWR: Sie sind in Deutschland in eine Katholische Familie geboren worden. Können Sie uns ein bißchen was über Ihre Glaubensreise bis heute erzählen?
Peter Seewald: 
Während der Studentenrevolte von 1968 habe ich angefangen, mich in der Politik zu engagieren. Das Christentum schien damals etwas wie ein Relikt aus der Vergangenheit zu sein. Ich fühlte, daß seine Mischung aus Macht und Verrücktheit überwunden werden mußte, um endlich eine wirklich fortschrittliche Gesellschaft zu bauen. Deshalb trat ich eines Tages aus der Kirche aus. Ich fühlte mich befreit und kämpfte für die Ideen von Marx und Engels. Jetzt im Laufe der Zeit, habe ich den Kommunismus hinter mir gelassen. Wir wußten damals nicht, welche Grausamkeiten und wieviele Millionen Opfer der Maoismus in China hinterlassen hat (oder eher wir wollten es nicht wissen) , aber es war mir klar, daß diese ideologischen Systeme nicht mit der Menschenwürde versöhnt werden können. Als Journalist, der die Entwicklungen in der Gesellschaft genau verfolgte, konnte ich jetzt sehen, daß mit dem Niedergang des Christentums im Westen, die Basis unserer Kultur und Zivilisation verschwanden.  Es war offensichtlich, daß es eine Verbindung zwischen der Aufgabe der Überzeugung, daß die Welt geschaffen wurde und zu einer geschaffenen Ordnung gehört - einer ----Gottes- und der Gefahr neuer Barbarei gibt. Als ich die Gelegenheit bekam, 1992 ein Interview mit Kardinal Joseph Ratzinger zu führen, war ich von der Tatsache fasziniert, daß es aus dem Glauben. dem Wissen und der Tradition der Katholischen Kirche Antworten auf die Probleme unserer Zeit gibt. Ja, die Botschaft, die der Glauben bringt, ist ein Angebot, das man nicht aus der Hand geben sollte.
CWR: 
"Das ist das vierte buch-lange Interview, das Sie mit Joseph Ratzinger/Papst Benedikt gemacht haben. Wessen Idee war es, noch eines zu machen? Ist Benedikt mit der Absicht seine "letzten Worte" über sein Leben und sein Pontifikat zu äußern in dieses Projekt gegangen so viel sie wissen?"

Seewald:
"Ursprünglich waren diese Aufnahmen nicht für eine eigene Veröffentlichung gedacht, sondern als Hilfe für meine Arbeit an einer Biographie von Ratzinger. Dann jedoch, sah ich, daß sie ein unvergleichliches historisches Dokument bilden würden, und wurde mir bewußt, daß man diesen Text der Welt nicht vorenthalten durfte.
Papst Franziskus war zuerst nicht dafür.  Aber ich konnte ihn überzeugen, daß dieses Buch eine gute Idee sei, Seine Vorbedingung war, daß Papst Franziskus seine Zustimmung gab.
Deshalb ist unser Gespräch nicht irgendein Text zur Selbstrechtfertigung, auch wollte Papst Benedikt "letzte Worte" sprechen.  Es stellte sich nur heraus, daß wir eine unerwartete Chance hatten, authentische Informationen des Chefhirten der Weltkirche zu bekommen, ohne Verzerrung durch die Medien.
Dieses Buch klärt insbesondere die Umstände und Gründe für den historischen Rücktritt und beendet die Spekulationen und Verschwörungstheorien, die ihn umgeben.
Im Grunde handelt dieses Buch davon, die Türen zu Benedikts Lebenswerk und Botschaft offen zu halten, weil diese Botschaft etwas ist- wie ich überzeugt bin- unverzichtbar für die Zukunft der Kirche, des Glaubens und der Gesellschaft."





CWR
"Nachdem Sie so viele Interviews mit ihm gemacht haben und ihn so lange kennen, haben sie irgendetwas Neues bei diesen Interviews erfahren?"
  
Seewald: 
"Ja, da war eine Menge. Ich wußte z.B nicht, daß er auf einem Auge völlig blind war, schon vor seiner Wahl zum Papst, daß er Herzprobleme hatte, daß er erwartete nicht mehr lange zu leben. Wenn man eine kurze Amtsperiode erwartet, maht man keine Langzeit-Pläne sondern befaßt sich mit den dringendsten Sachen.
Was ihn am meisten getroffen hat, waren Vorwürfe des Antisemitismus im Zusammenhang mit der Williamson-Affäre. Er ist einer der Pioniere des Katholisch-Jüdischen Dialogs. Wäre er über Williamsons Haltung ordentlich informiert worden, wäre die Rücknahme der Exkommunikation  
der SSPX-Bischöfe so nicht passiert.
Seine Menschlichkeit ist bewegend. Es sagt, daß wenn er tief und klar nachdenken muß, er sich immer auf ein Sofa legt. Und die Tatsache. daß er nicht nur ein funktioneller Charakter ist, zeigt sich in der Geschichte einer unglücklichen Liebe in seiner Studentenzeit. Er war ein frischer, jugendlicher Mann, der Gedichte schrieb und Hermann Hesse las. Er wirkte auf Frauen und sie auf ihn. Er hat die Entscheidung zölibatärer Priester zu werden, nicht leicht getroffen.
Das Buch beschreibt sein Leben im Dienst, ein Leben dessen gesamte Existenz in den Dienst der Verkündung Christi gestellt wurde und das sein eigenes Glück der beschwerlichsten und undankbarsten Aufgabe untergeordnet. Er hat sehr dafür sehr gelitten, ohne verbittert zu werden."

CWR: 
Die Interviews für dieses Buch fanden vor und nach der Ankündigung von Papst Benedikts Amtsverzicht im Februar 2013 statt. Wie schockiert waren Sie über diese Ankündigung?

Seewald: 
Meine Reaktion war: Oh nein, bitte nicht, noch nicht!"  Ein Radio-Reporter rief mich auf meinem I-Phone an und fragte mich, ob die Nachricht wahr sei oder eine Fälschung.
Ich wußte immer. daß ein Rücktritt für Papst Benedikt eine reale Option war. In unseren in "Licht der Welt" veröffentlichten Interviews habe ich ihn gefragt, ob er je über Rücktritt nachgedacht habe, und er antwortete: "Wenn sowohl die psychologischen und physischen Kräfte nicht mehr ausreichen, hat der Papst das Recht und sogar die Pflicht zurück zu treten." Aber ich hatte nicht damit gerechnet, daß das zu diesem Zeitpunkt stattfinden würde.

CWR:
Wann war Ihr nächstes Treffen nach dem Rücktritt? Hat die Ankündigung Ihre Pläne geändert

Seewald: 
Unser ersten Treffen nach dem Rücktritt fand im Juli 2013 statt. Diese Ereignis hatte natürlich meine Frageliste verändert. Wie ich sagte, der Hintergrund für dieses Projekt war, Informationen für eine Biographie zu sammeln. Jetzt dominierten irreführende Versionen der Ereignisse von Ratzingers Gegenspielern die Medien. Sie sagten: "Ratzinger war die falsche Wahl als Papst, das beste was er gemacht hat war sein Rücktritt."
Da war Unsinn! "Letztes Testament" zeigt, daß dieses Pontifikat alles andere als ein Fehlschlag war, trotz der Probleme wie Vatileaks, der Williamson-Affäre und der geringen Unterstützung von gewissen Teilen des Katholischen Establishments.
Ich glaube, daß Benedikt XVI ein kollegialer und vorsichtiger Papst war, so wie ihn das II.Vaticanische Konzil gewünscht hatte. Mit ihm wußte jeder, wo er stand. Und was er dekretierte, wenn auch vielleicht unbequem, stimmte getreu mit den Lehren des Evangeliums überein.Mehr noch, er hat sein Amt mit einzigartiger Würde ausgeübt."

CWR: 
"Das jüngste Buch- wie jedes der anderen- berührt alles, von unbekannten biographischen Informationen bis zu tiefsten Fragen über Leben, Glauben und die letzten Dinge.",

Seewald: 
"Joseph Ratzinger ist kein jovialer, schulterklopfender Mann.  Bei ihm gibt es keine billigen Gags.
Aber gleichzeitig macht er es leicht, unerschrocken schwierige Fragen zu stellen und er beeindruckt durch seine  Antworten. Und die Schönheit seiner Worte hilft die Klarheit seines Denkens nur noch um so mehr zu vertiefen. Jeder, der auch nur vier oder fünf Seiten des Buches liest, wäre beeindruckt: von der Demut mit der der Papa emeritus die Fragen beantwortet, Man kann seine Person fühlen und spüren. fast so, als ob er anwesend wäre: sein Charakter, sein Denken, seine Demut, sein Humor."
CWR:  
"Ich bin seit Jahren ein eifriger Leser der Schriften von Joseph Ratzinger gewesen, einschließlich seiner Erinnerungen und Ihrer Interviews mit ihm. Ich habe in diesem Buch immer noch eine Menge über ihn erfahren. Gab es irgendwelche spezifischen neuen Einsichten, die Sie gewonnen haben."

Seewald:
"Er spricht mit bemerkenswerter Offenheit und poliert oder überarbeitet seine Antworten nicht, wie Politiker das tun, um die Dinge anders darzustellen oder sie zu bereinigen. Es bleibt ein Geheimnis für mich, wie er in seinem hohen Alter, mit seinen Gesundheitsproblemen mit den außerordentlichen Anforderungen als Papst umgehen konnte, 3 Enzykliken promulgieren und ein dreibändiges Buch über Jesus Christus schreiben.
Meiner Meinung nach ist Joseph Ratzinger eine der am meisten mißverstandenen Persönlichkeiten unserer Zeit. Mit seinem Beitrag zum Konzil, der Wiederentdeckung der alten Kirchenväter und der Reinigung und Konsolidierung der Kirche, war er nicht nur eine Kraft der Erneuerung sondern als Theologe auf dem Stuhl Petri  einer der wichtigsten Päpste der Geschichte.
Als Theologe für das Volk hat er nie vergessen, daß er aus sehr einfachen Umständen kommt und hat immer die Ansichten der einfachen Gläubigen gegen die kalten Zumutungen der Universitätsprofessoren verteidigt. Er ist ein Charakter, wie es ihn in Zukunft nicht mehr geben wird- und kann deshalb als Kirchenlehrer der modernen Zeit betrachtet werden."
  
CWR:
"Wie viele Stunden haben Sie damit verbracht Papst Benedikt für dieses Buch zu interviewen?"

Seewald:
"Vielleicht 10 oder 12. Weil er seine sehr musikalische Person ist, ein Poet, ein Künstler ist eine Begegnung mit ihm immer erfreulich. Wir haben viel zusammen gelacht. WIe einer seiner Freunde einmal sagte: "Ratzinger beklagt sich nie. Er ist wie Mozart- seine Probleme beeinflussen nie seine Arbeit."
Das große Drama seines Lebens war vielleicht in seiner Fähigkeit zentriert, weiterzumachen wenn sonst alles verloren gewesen wäre. Das erfordert vor allem Ressourcen spiritueller Kraft, die- wie er glaubt- selbst von der kulturellen und intellektuellen Qualität der Menschheit abhängen.
Wenn Menschen Gott nicht länger als heilig verehren, kann ihnen nichts anderes mehr heilig sein. Und wenn die Leute ihr spirituelles Vermögen verlieren, folgt bald das intellektuelle."

CWR: 
"Wieviel Zeit haben Sie damit verbracht, für die Interview-Sitzung zu recherchieren und sie `vorzubereiten?"

Seewald: 
"Das ist schwer zu sagen, vielleicht zwei Monate. Weil ich ihn mehr als 20 Jahre als Journalist begleitet habe, konnte ich viele Informationen sammeln und dann sichten, was an dem Bild, das wir von Joseph Ratzinger haben, richtig oder falsch ist. Wie umspannen hier das Deutschland des 20. Jahrhunderts, mit allen Höhen aber auch den Tiefen einer historischen Persönlichkeit.vor 
Nach Ansicht des Nobelpreisträgers Mario Vargas Llosa ist Ratzinger einer der wichtigsten Intellektuellen der zeitgenössischen Welt, dessen kühne Überlegungen Antworten auf die wichtigsten moralischen, intellektuellen und kulturellen Probleme unserer Zeit liefern. Aber vor allem ist er ein inspirierter Kirchenvater, der ein fast unerschöpfliches Schriftwerk hinterläßt. Da gibt es noch eine Menge nicht erzähltes Material, das bearbeitet werden muß, das in Beziehung zur Geschichte gebracht werden muß, um die Handlungen und Äußerungen überhaupt zu verstehen. Die Erfahrungen mit den Nachwirkungen der Nazi-Diktatur, nach dem atheistischen Tyrannen, dem apokalyptischen Zweiten Weltkrieg sind ein Punkt. Keiner würde 1945 gewagt haben, zu sagen, daß das Christentum ein Relikt der Vergangenheit ist, daß wir es nicht länger brauchen. Im Gegenteil, es sollte die Rettung für die Zukunft der Menschheit sein."

CWR:
"Erwarten Sie in Zukunft noch eine Arbeit mit dem Papst Emeritus ? Oder andere Bücher über ihn?"

Seewald:
"Ich habe erwähnt, daß ich an einer Biographie von Benedikt XVI arbeite. Man  
bekommt ein besseres Verständnis für jemanden durch persönliche Nähe. Man kann dann jemanden sozusagen besser lesen. Auf anderen Seite , wenn Sie über jemanden schreiben, der tatsächlich ein Mitarbeiter der Wahrheit ist, müssen Sie außerdem sicherstellen, daß Sie einen wahrheitsgemäßen Beitrag schreiben und das macht einen gewissen Grad an kritischer Distanz erforderlich. Aber Ratzingers Leben scheint von einer Art Kraft der Vorsehung geführt zu werden, "Warum geht alles, was mit Ratzinger zu tun hat, schief?" fragen viele. 
Aber die wirkliche Frage sollte sein: "Warum ist so vieles, was er tut, richtig und gut?"
Ratzinger geht immer auf´s Ganze. Er ist mit der Gottesfrage beschäftigt, was Gott für den Menschen bedeutet, soll heißen, wie er den Menschen befähigt, herauszufinden, wer er ist. Um in die Vollendung des Lebens einzutreten, indem man sich als Geschöpf dem Schöpfer zuwendet, um eine Inkarnation zu werden, so wie sie vom Evangelium Christi angeboten wird.
Andere Päpste werden primär durch ihr Pontifikat charakterisiert. Bei Ratzinger ist das geschriebenes Werk, das bereits groß und bedeutend war, bevor er Papst wurde. Er ist nicht weit davon entfernt, weltweit der meistgelesene theologische Lehrer zu werden, mit Auflagen seiner veröffentlichten Bücher, die in die Millionen gehen. Außerdem hat er uns gezeigt, daß Religion und Wissenschaft, Glaube und Vernunft keine Gegenteile sind. Und daß die Vernunft ein Garant dafür ist, daß die Religion nicht in falsche Phantasien und gewalttätigen Fanatismus abgleitet, Und last but not least hat er Initiativen eingeleitet, die Papst Franziskus dankbar weiterführen kann."
  
CWR: ´
"Wie würden Sie den Einfluß beschreiben, den Ratzinger/Benedikt über die Jahre auf Sie hatte?" 

Seewald: 
"Von Anfang an war ich von seinem Realismus und seinem Mut beeindruckt, und seiner  Geisteskraft. Joseph Ratzinger sieht seine Kirche als eine Widerstandsbewegung gegen die verführerischen Abirrungen der Welt, gegen die Gottvergessenheit der fundamentalistischen Atheismen und des Neuheidentums.
Ratzinger ist Pragmatiker- ohne auch nur für eine Sekunde- den Blick darauf zu verlieren, was groß und gut ist, das komplette Ganze.
Das ist es wo seine moderne Grenze liegt: die kritische Perspektive, der Wunsch, die wahre Natur der Dinge wahrzunehmen. Wie ist das möglich?
Um sich selbst nicht durch bestimmte Moden blenden und manipulieren zu lassen, zur gleichen Zeit nicht engstirnig und steif zu werden, aber offen für das, was unbedingt geändert werden muß. Dann den Mut zu haben, die Dinge zu tun, die getan werden müssen.
Weder als Theologe noch als Papst hat Ratzinger sein eigenes Doktrin-System unterbreitet. Er ist ein Lehrer für die gesamte Kirche, weil er immer ins Zentrum geht, zu Jesus Christus.
Er hat und Jesus noch einmal gezeigt, den ganzen Jesus. Kein anderer als Ratzinger hatte die Autorität und die Gabe, zu zeigen, daß wir dem Evangelium trauen können, sowohl spirituell als auch historisch.
Ich glaube, daß Papst Benedikt entscheidende Beiträge gegen die Verwässerung des Evangeliums geleistet, aber auch durch sein Haltung- sowohl kritisch als auch durch die Liebe zu Gott und der Menschheit geformt. Vielleicht macht die Tatsache, daß er immer beschimpft wird, sein Zeugnis umso wahrer. 
Am Ende seines Lebens jedenfalls, ist er mit sich selbst und dem Herrn im Frieden- ganz einfach, weil er seine Aufgaben immer mit all den Gaben, die in seine Hände gelegt wurden, ausgeführt hat.
Ich betrachte Papst Benedikt XVI als Wendepunkt , als Verbindung zwischen zwei Welten, als einen, der eine Brücke zwischen der alten Welt und der kommenden neuen, was immer sie bringen mag- gebaut hat. Sein wichtigster Gedanke ist: "Eine Gesellschaft, in der Gott abwesend ist, zerstört sich selbst."

Quelle: Paul Senz, Catholic World Report
  

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