Freitag, 13. Januar 2017

Fortsetzung des Burke-Interviews & ein up-date

up-date: mittlerweile versucht das Staatssekretariat durch sein Sprachrohr A. Tornielli in La Stampa, Kardinal Burke als Lügner hinzustellen und ihm zugleich den Schwarzen Peter für die Auslösung dieser Krise zuzuschieben. Man fragt sich, wo in diesem Pontifikat die Grenzen beim Zweck, der die Mittel heiligt, gezogen wird.

Fortsetzung....

M.M: 
"Also dafür das im Leben der Kirche und auf höchster Ebene ansteckend wird, was Sie gerade gesagt haben, Eminenz, bete ich. Aber wissen Sie, Sie haben eine Menge Unterstützung, Tatsächlich haben eine Anzahl hochgestellter Hirten und Akademiker und Professoren Ihnen ihre Unterstützung ausgesprochen, sowohl hier als auch in Europa, vor einigen Wochen einen Unterstützungsbrief unterschrieben, in dem sie darauf hinweisen, daß als Resultat der weit verbreiteten Verwirrung und der Uneinigkeit, die der Promulgierung von AL folgten, die universale Kirche jetzt in einen sehr kritischen Moment eintritt, der -nach ihrer Aussage eine alarmierende Ähnlichkeit mit der großen Arianischen Krise im 4. Jahrhundert. Ich bin auch neugierig, zu erfahren, ob Sie mit ihnen übereinstimmen? Glauben Sie, daß das hier das Potential hat zu etwas ähnlichem wie die Arianische Krise zu eskalieren?"

Kardinal Burke: 
"Ja, das tut es und zwar in dem Sinn, solange wie sich die Verwirrung über eine fundamentale Glaubenswahrheit immer mehr ausbreitet. Jetzt .im Fall der Arianischen Krise- hatte die mit den beiden Naturen in einer Person Unseres Herrn Jesus Christus zu tun. 
Aber hier haben wir es mit einer sehr fundamentalen Wahrheit zu tun, wirklich zwei fundamentalen Wahrheiten:
die Wahrheit über die Hl. Ehe und die Wahrheit über die Hl. Eucharistie.
Und wenn diese Konfusion nicht aufhört, werden wir eine Situation haben, daß es in der Kirche große Gruppen gibt, die den Katholischen Glauben nicht glauben - wie z.B. es dem Hl. Ambrosius geschah, als er Bischof von Mailand wurde.
Wissen Sie, das ist eine ernste Sache und ich denke nicht, daß sie extrem sind, wenn sie diese Beobachtung (Vergleich mit der Arianischen Krise) machen. Ich denke überhaupt nicht, daß sie extrem sind."
 
M.M: 
"Bischof Athanasius Schneider, der in diesem Punkt eine Art Flügelmann Ihrer Sache zu sein scheint, unterstützt Sie -Gott sei Dank- mit seinem Unterstützerbrief für die vier Kardinäle spricht er von etwas, das er "intolerante Reaktionen auf ihre dubia " nennt und weist darauf hin, daß die vier Kardinäle als "hirnlos, naiv, schismatisch, häretisch und sogar mit den Arianischen Ketzern" vergleichbar, beschimpft wurden.
Das muß offensichtlich für Sie persönlich sehr schmerzhaft sein, Eminenz.
Aber was ist in der Kirche schief gegangen, wenn eine einfache Bitte um Klarstellung einer moralischen Frage und der Lehre bei Teilen der Hierarchie eine derartigen Reaktion hervorruft. Was ist da schief gegangen? 

Kardinal Burke: 
"Ich sage, was ich denke, was schief gegangen ist, sehr weltlich ist, eine sehr moderne Art zu denken ist, die ins Leben der Kirche eingetreten ist.
Die Kirche ist in politische Parteien gespalten usw. statt in Einheit mit allen Katholiken und in Einheit in Christus zu sein. Und dieser weltliche Weg zu denken, erlaubt den Menschen, sich auf diese Art eines maßlosen und lächerlichen Angangs ad hominem einzulassen. Und was ich in diesen ungezügelten Reaktionen noch sehe, ist ein Zeichen, daß die Leute, die tatsächlich nicht auf die dubia antworten wollen, feststellen, daß sie nicht auf festem Boden stehen. Sie können die dubia nicht richtig beantworten und so versuchen sie, die Person zu diskreditieren, die die Frage gestellt hat. Das ist eine alte menschliche Reaktion, aber es ist modern, es ist säkular. Es hat keinen Platz in der Kirche."

M.M: 
"Was kommt jetzt als nächstes, Eminenz? Wenn Papst Franziskus Ihre dubia nicht beantwortet, was ist der nächste Schritt? Sie haben von der Möglichkeit einer formalen Korrektur gesprochen. Aber wie genau sieht die aus?"

Kardinal Burke: 
"Die sieht nicht viel anderes aus als die dubia. Mit anderen Worten, die Wahrheit, die durch AL in Frage gestellt zu werden scheint, würde einfach neben das gestellt werden, was die Kirche immer gelehrt und praktiziert hat und was in der offiziellen Lehre der Kirche verkündet wurde. Und so würden diese Irrtümer korrigiert werden. Ergibt das für Sie einen Sinn?"

M.M:
"Ja, absolut. Das hier ist ein bißchen o.T., was ich voriges Jahr in Rom war, habe ich das festgestellt.
Ich bemerkte dieses konstante Thema- die Idee der "Begleitung", die Begleitung der Kirche, als ob die Hl. Mutter Kirche in der Vergangenheit nicht gewußt habe, wie sie einen Sünder begleiten solle. Das hat mich verwirrt, aber es schien noch weiter zu gehen. Kardinal Peter Turkson  z.B. versicherte uns im Vaticanischen Pressebüro, daß bei der nächsten Synode diese "Kirche der Begleitung" sog. gleichgeschlechtlichen Verbindungen angesprochen würde? Ist es möglich, daß wir nächstes Jahr um diese Zeit dubia über ein postsynodale Exhortation diskutieren müssen, die dem HS-Lebensstil zustimmt?"

Kardinal Burke: 
"Dieser Eindruck von Begleitung hat sicher keine klassische theologische oder doktrinale Bedeutung. Und sie rechtfertigt nicht, die moralische Wahrheit in Frage zu stellen, besonders was Handlungen angeht, die immer und überall schlecht sind. Und wenn Begleitung so verstanden wird- haben Sie völlig recht - könnte sie uns zu allen möglichen schädlichen und verwirrenden Diskussionen bringen. 
Aber ich denke, daß dieses falsche Verständnis von Begleitung, wie es sich in der Diskussion der Situation derer, die in irregulären ehelichen Verbindungen leben, manifestiert hat, uns entweder dazu bringt, zu erklären, was Begleitung bedeutet oder den Gebrauch dieser Kategorie aufzugeben. 
Das geht auf die Beziehung zwischen Glaube und Kultur zurück. Mit anderen Worten, daß er versucht die Kultur zu imitieren. Wenn jetzt die Kultur perfekt christlich wäre, wäre das immer noch nicht richtig, aber der Glaube würde nicht beschädigt werden. Aber wir leben in einer Kultur die gegen das Leben, gegen die Familie und gegen die Religion ist. Den Eindruck zu erwecken, daß die Kirche eine solche Kultur annimmt- ist verrückt." 


M.M: 
"Ja, es scheint so, ich meine der Hl. Vater hat die Priester davor gewarnt, den Beichtstuhl in eine "Folterkammer"zu verwandeln, aber es scheint so. als ob diese Kultur, die so christophobisch ist, wenn Sie so wollen-diese Stimme von Mutter Kirche hören muß, auf eine korrigierende Weise...vielleicht nicht begleiten sondern, was ich sagen will, ist daß der Versuch den Sünder zu korrigieren und ihm zu helfen- nicht der endgültige Weg ist den Sünder zu begleiten."
  
Kardinal Burke: 
"Genau richtig. Und das alles mit Barmherzigkeit. Wir nähern uns den Leuten nicht, indem wir ihnen mit dem Finger drohen und sie anschreien oder uns hysterisch aufführen. Unser Glaube macht uns gelassen, aber er macht uns auch standfest. Und so konfrontieren wir die Kultur mit der Wahrheit des Moralgesetzes, die Christus selber lehrt. Und zur Zeit ist Wahrheit, das, was die Kultur wirklich ersehnt. Die Kultur hat keinen Respekt für eine Kirche, die einfach sagt "oh, alles ist gut" und das bekräftigt.
Diese Kultur erwartet von der Kirche, sie herauszufordern. Ich habe oft darüber auf eine Weise gedacht, wie in einer Eltern-Kinder-Beziehung. Wenn Kinder sich schlecht benehmen. sollten sie korrigiert und angeleitet werden. Wenn Eltern sie aber verhätscheln "oh, Du bist schon in Ordnung" wachsen die Kinder in einer sehr ungeregelten Weise auf und haben große Probleme. Und die Kinder respektieren ihre Eltern deswegen nicht."

M.M
(kichert) "Ich kann Ihnen sagen, Eminenz, daß ich als Vater von 7 Kindern, meine Kinder nicht so sehr begleite, ich liebe sie und korrigiere sie, wenn es nötig ist. Aber sie begleiten? Was soll das bedeuten? "

Kardinal Burke
"Genau.Sogar als Lehrer habe ich Studenten korrigiert und sie schrien mich an: ich hasse Sie! Ich hatte Eltern, die mir erzählten, daß das Kind aus dem Zimmer läuft und sagt : ich hasse euch. Aber ich denke, daß das Kind, der Jugendliche, am Ende dankbar sein wird für die empfangene Korrektur. Das muß keine sofortige Dankbarkeit sein, aber es ist wichtig, daß wir die Ewigkeit haben und das ewige Gut des Kindes und ebenso das ewige Schicksal der Kultur und dementsprechend handeln können."

M.M: 
"Richtig. Wissen Sie, Eminenz, Katholiken haben im Laufe der letzten 10 Jahre viel durchgemacht, den Priesterskandal,die Abdankung von Papst Benedikt und dieses ziemlich unkonventionelle Pontifikat von Papst Franziskus. Und jetzt dieses. Ich weiß, uns geht jetzt ein bißchen die Zeit aus, aber was wäre Ihr Rat an die gläubigen katholischen Laien, wenn Papst Franziskus weiterhin die dubia nicht beantwortet?"

Kardinal Burke: 


"Mein- von der Wahrheit inspirierter Rat wäre, daß es Realität für uns ist, daß Christus für uns und in der Kirche lebt, in ihrer Lehre, in ihren Sakramenten, ihrem Gebetsleben, ihrer Verehrung und ihrer Disziplin.
Fahren Sie fort, sich im Erkennen des Glaubens zu steigern, studieren Sie den Katechismus der Katholischen Kirche und andere Äußerungen der immerwährenden Lehre der Kirche, z.B. die apostolische Exhortation "Familiaris Consortio" des Hl. Johannes Paul II.
Und dann fahren Sie fort, ihre Teilnahme an der Hl. Liturgie und am Gebetsleben zu vertiefen, zu Hause und im Gemeindeleben. Und zur gleichen Zeit versuchen Sie, Ihr Leben immer mehr an die Wahrheit unseres Glaubens anzupassen und der Morallehre der Kirche zu folgen und der Lehre des Moralgesetzes.
Heute- nach dem Gebet nach der Kommunion beten wir in der regulären Form der Hl. Messe, daß wir Fackeln sein möchten, die Christus durch unser Gebet willkommen heißen und Zeugen für seine Wahrheit und das ist es, worüber wir uns Sorgen machen sollten. Und wenn wir das tun, werden wir ermutigt werden und uns nicht durch diese großen Schwierigkeiten, die wir gerade durchleben, auslaugen lassen."

M.M.
"Eminenz, ich bin 1966 geboren worden,also im Grunde ein Kind des Zweiten Vaticanischen Konzils und in meinem ganzen Leben gab es ein Muster einer schrittweisen Abschaffung der Hl. Tradition und die Ersetzung
durch etwas Neues, wissen Sie.
Die Handkommunion,Ministrantinnen oder leichte Annullierungen und all das. Papst Franziskus beschreibt sich selbst als einen, der in gläubiger Übereinstimmung mit dem wahren Geist des II, Vaticanischen Ökumenischen Konzils handelt. Und ich frage mich, gibt es in Ihrem Inneren eine Sorge, daß das was wir jetzt sehen tatsächlich irgendeiner Art Kontinuum mit diesem Geist der II. Vaticanums folgt, die weniger mit Franziskus zu tun hat, und mehr mit der Neuorientierung der Katholischen Kirche als Ganzes?"

Kardinal Burke: 
"Das ist eine legitime Sorge. Und immer wenn ich dieses Sprechen höre- "Geist des II. Vaticanums"- bin ich sofort alarmiert, weil es keine Frage gibt,- das ist gezeigt worden und kann immer wieder gezeigt werden- was mit der Kirche nach dem II. Vaticanischen Konzil passierte, daß das, was in der Kirche nach dem Konzil beschworen wurde, nichts mit dem zu tun hatte, was die Konzilsväter gelehrt haben. 
Wir haben die Zerstörung der Hl. Liturgie gesehen und die anderen Aspekte ebenso. Deshalb denke ich, was wir tun müssen, ist zur immerwährenden Lehre der Kirche zurück zu kehren, wie sie im II. Vaticanischen Konzil ausgedrückt wurde und in allen authentischen Lehren der Kirche durch die Jahrhunderte.
Nur wenn Katholiken gut in den Lehren des Glaubens verwurzelt sind, werden sie vorbereitet sein, die Zeugnisse zu geben, die heute gebraucht werden und sie werden vorbereitet sein, starke Mitglieder der Kirche zu sein und die Kirche stark sein zu lassen. 
Wir leiden heute unter Jahrzehnten schlechter Katechese, oder gar keiner Katechese. Und alles das hat seine Wirkung. Aber wir haben die Mittel, um sie anzugehen und müssen sie benutzen. Und ich sehe viele Zeichen, daß Menschen, die ihren Glauben wirklich kennen wollen und ihr Wissen über der Glauben vertiefen wollen. 
Und sie wollen, daß die Hl. Liturgie wirklich so sein soll, wie sie gemeint ist, eine Begegnung mit dem Himmel in all seiner Schönheit. Diese Leute sind auch sehr bemüht, zu lernen, ein gutes und moralisches Leben zu führen."

M.M:
"Letzte Frage, Eminenz. Wenn SIe etwas sagen könnten, daß mir heraus hilft. Wir sind Mitglieder der Katholischen Presse und es gibt viele Mitglieder der Katholischen Presse, die Sie und die 3 Kardinäle unterstützen. Aber wir wollen Teil der Lösung sein. Wir wollen nicht Teil des Problems sein. Was sollen wir tun, während sich diese dramatische dubia-Situation entfaltet? 
Gibt es etwas, was wir lieber nicht sagen sollten? Mit anderen Worten, was wäre das Beste, was wir tun können, um Ihnen in der Situation, in der Sie sich befinden, zu helfen?"

Kardinal Burke:
"Ich denke, das Beste was Sie tun können, um zu helfen, und mehrere von Ihnen haben das bereits getan, ist einfach, die Wahrheit zu drucken, aber auf eine gelassene Weise den absoluten Respekt für die Kirche in allen ihren Aspekten aufrecht zu halten, einschließlich für das Petrinische Amt, was für unser Leben in der Kirche essentiell ist. Aber zur gleichen Zeit auf eine liebende Art Klartext zu sprechen. Und wenn Sie das tun, und viele von Ihnen haben das bereits getan, wird das wirklich hilfreich sein. Wir wollen nicht zur Spaltung beitragen, indem wir einen sehr aggressiven und ausdrücklichen Angang wählen, der die Leute spalten wird und dazu führen,Menschen, die das,was jetzt passiert, nicht verstehen, skandalisiert sind. Das wollen wir vermeiden. Aber ich denke, wenn Sie die Wahrheit unseres Glaubens in dieser gelassenen und liebenden Art schreiben, die jedem helfen wird, einschließlich derer, die vielleicht die Schwierigkeiten nicht verstehen, in denen wir uns befinden."

M.M: 
"Eminenz, ich weiß es wirklich zu schätzen, daß Sie sich die Zeit genommen haben, diese Fragen zu beantworten. Ich glaube, wir müssen nicht extra sagen, daß wir für Sie beten und daß wir für den Standpunkt, den Sie vertreten, sehr dankbar sind. Und wenn es irgendetwas gibt, immer und zu jeder Zeit, was wir tun können, um Ihnen zu helfen, lassen Sie uns das bitte wissen. Und seien Sie bitte unserer Unterstützung und unserer Gebete bei Ihrem Vorgehen versichert."

Kardinal Burke: 
"Danke. Beten Sie weiter für mich und ich bin wirklich dankbar dafür. Und es war mir wirklich ein Vergnügen, heute Morgen mit Ihnen zu sprechen."

Quelle: The Remnant,Michael Matt

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