Mittwoch, 18. Januar 2017

"Ich bin doch kein Renaissanceprinz"

Der lustige satirische Vortrag von Father Hunwicke hat alte Erinnerungen in mir wachgerufen:
Es war gerade mal drei Monate nach seiner Amtseinführung, dass Papst Franziskus ein Konzert zu seinen Ehren platzen ließ, weil er angeblich "zu viel zu tun habe" .... und wie dann hinter den Türen gemunkelt wurde: "Ich bin doch kein Renaissanceprinz"....

Da habe ich doch mal nach dem alten Beitrag aus dem Juni 2013 gesucht, wo er die ganze Welt ins Staunen versetzt hat, ob seiner "Demut".

Das Mysterium des leeren weißen Stuhls

ist gelöst-  oder die heutige Sedisvakanz in der Aula Paolo VI .

Heute nachmittag fand in der Aula Paolo VI ein Konzert zum Jahr des Glaubens statt, das das Orchester der RAI Papst Franziskus gewidmet hatte.

Kurz vor Konzertbeginn stellte sich heraus, dass der Papst wegen einer unaufschiebbaren wichtigen anderen Aufgabe das Konzert nicht besuchen konnte.
Die Gäste, die zusammen mit ihm das Konzert hören wollten, warteten ca. 15 Minuten, bis Bischof Fisichella vor die Besucher trat und erklärte, "dass der Papst wg. unvorhergesehener, dringender Arbeiten nicht kommen kann, dann läßt er Grüße ausrichten und sein lebhaftes Bedauern, dankt allen Musikern und Sponsoren und bestätigt daß alle für morgen geplanten Termine beibehalten werden...dann plaudert er noch ein bißchen über die 9. Sinfonie, als ein monumentales Werk.... "

Inzwischen kolportieren die italienischen Blogger und Vatican Insider*, dass Papst Franziskus den ganzen Nachmittag in seinem Zimmer in Santa Martha gearbeitet habe und dann kurz vor Konzertbeginn zu seinen Mitarbeitern gesagt habe, "Ich bin kein Renaissance-Fürst, der statt zu arbeiten, Musik hört".
Nun ja, zu Zeiten der Renaissance konnten sich das die Fürsten erlauben, ihre Gäste zu brüskieren.

Das Konzert war aber auch ohne Papst sehr schön:






Wer des Italienischen* mächtig ist, kann hier lesen, was Vatican Insider ( immer gut informiert) zu dieser brüsken Absage schreibt. Es wäre zu wünschen, daß die Sala Stampa zügig Stellung nimmt, und die Gerüchte, die nun aus den Korridoren hinter den Vaticanischen Mauern nach draußen dringen - wie zu besten Vatileakszeiten- richtig gestellt werden, wenn sie denn nicht den Tatsachen entsprechen, das erfordert schon die Höflichkeit ( kein Privileg von Renaissancefürsten) gegenüber den Musikern und Sponsoren und anderen Gästen des Konzerts.
zu Vatican Insider: hier klicken
auch die italienische Nachrichtenagentur ansa berichtet: hier klicken ( " Der Papst hat es vorgezogen zu arbeiten, anstatt ein Konzert zu besuchen" )

Auch in den amerikanischen Medien wird bereits kräftig spekuliert, hier ein Text von Fox-News, der aber in gleicher Form auch in der Washington Post erschienen ist.


Man kann das Bild mit dem leeren Stuhl, das für den Titel dieses Beitrags verantwortlich ist, hier bewundern.

*up-date : Vaticanist Galeazzo von Vatican Insider hat den Renaissancefürsten inzwischen aus seinem Titel entfernt, ihn aber im Artikel belassen. Das macht ihn auf den ersten Blick weniger spektakulär.

*man kann den Text auch gut über google-Übersetzer lesen, ist zwar etwas holprig, aber das wesentliche versteht man.


Aus dem "demütigen Franziskus" ist also ein absoluter Herrscher geworden - wie es Father Hunwicke so schön beschreibt. Wir warten jetzt gespannt darauf, wann er in den Apostolischen Palast einziehen wird, sich die die Papstkrone aufsetzt und sich via Sedia Gestatoria durch Rom tragen lässt .... 

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