Mittwoch, 4. Januar 2017

Kardinal Müller über Theologie und Ideologie

A. Gagliarducci und K. Jones berichten bei CNA über das, was Kardinal G. Müller über Theologie, Ideologie und die Folgen des II. Vaticanischen Konzils sagte.
Hier geht´s zum Original:   klicken

"FÜR KARDINAL MÜLLER IST EIN DEMÜTIGER GLAUBE GUT FÜR DIE THEOLOGIE"
"Die ideologischen Bemühungen nach dem Zweiten Vaticanischen Konzil die Katholische Lehre zu ändern waren zutiefst fehlgeleitet, sagte Kardinal G. Müller, Präfekt der Glaubenskongregation  und führender Interpret Benedikts XVI
"Ideologie" sagte er, "ist immer ein stolzer Versuch, die Welt Gottes und die Lehre der Kirche dem Vorurteil des eigenen Denkens zu unterwerfen, mit dem Ziel manipulative Macht über die Gläubigen und ihr Leben zu erlangen."

                        Cardinal Gerhard Mueller, prefect of the Congregation for the Doctrine of the Faith. Credit: Daniel Ibanez/CNA.

Theologie ist anders, erklärte der Kardinal, weil "Theologie die demütige Überlegung über den Glauben, die aus dem Hören auf das Wort Gottes entsteht."

Aus diesem Grund ist "jede Angst, daß das Konzil einen Bruch mit der Tradition der Kirche hervorrufen könnte nicht nur häretisch: sie würde die Bedeutung der übernatürlichen Vermittlung demontieren."

Kardinal Müller hat am 14. Dezember in der Päpstlichen Gregoriana-Universität anläßlich der Präsentation der Italienischen Ausgabe des 7. Buches der Opera Omnia Joseph Ratzingers gesprochen. Der 7. Band enthält alle Schriften des Mannes, der als Benedikt XVI diente, über das Zweite Vaticanische Konzil, einschließlich der Texte, die er als Konzils-Peritus von Kardinal Joseph Frings von Köln verfaßte.
Das Gesamtwerk wird von Kardinal Müller betreut.
In seinen Bemerkungen sagte der Kardinal, daß es zu  Beginn des II. Vaticanischen Konzils einen Konflikt zwischen Theologie und Ideologie gab: "Die erwartete pfingstliche Erneuerung wurde durch die Perspektive eines "babylonischen" Glaubensbekenntnisses ersetzt und durch den Versuch, dem Denken der theologischen  Schule zu widersprechen."

Alles das war nicht "das Werk des Hl. Geistes, weil der Hl. Geist der Kirche immer in Liebe und Wahrheit zuhört."
"Vom Glauben abzufallen und den Glauben zu verfälschen und die Trennung von der Kirche, die dann folgten, sind Früchte eines anderen Geistes, der nicht der Hl.Geist ist" erklärte er.

Kardinal Müller zitierte einen berühmten Ausdruck Benedikts XVI: seine Weihnachtsgrüße an die Römische Kurie vom 22. Dezember 2005, in denen er von einer "Hermeneutik der Kontinuität" in der Interpretation des Katholischen Glaubens sprach.
Kardinal Müller betonte: "Ohne eine Hermeneutik der Kontinuität und der Reform, würde die Kirche sich selbst säkularisieren und sich in etwas verwandeln, das mehr einer menschlichen Organisation ähnelt."
Wenn das passieren würde, sagte er, "gäbe es keinen Grund Teil der Kirche zu sein."

Kardinal Müller unterstrich, daß "die Hermeneutik der Reform und der Kontinuität nicht mehr ist als die Hermeneutik des Glaubens, wie er in der Hl. Schrift bezeugt ist und in der apostolischen Tradition lebt- interpretiert auf die authentische Weise des Lehramtes. Sicher, die Kirche ist auf die Offenbarung gegründet und nicht auf das Lehramt."

Kardinal Müller reflektierte dann über die Natur der Ideologie. Im Licht der Entwicklung des 20. Jahrhunderts, "haben wir festgestellt, daß die Ideologie nicht mehr ist, als der Anspruch irgendeines Menschen das moralische Gewissen anderer Leute zu dominieren."

Er fügte hinzu, daß "Erneuerung" und "Mainstream" säkulare Termini sind. Er meinte, daß ihr Gebrauch "Zeichen eines ideologischen Bollwerks sind, errichtet gegen das Bewußtsein von Gott."

Diese Ideen, fügte er hinzu "kann man in den philosophischen Wurzeln der Aufklärung finden. das sind Idealismus und Materialismus, die Europa in der ideologischen Wende in den letztgen Jahrhunderten durchlebte."

Kardinal Müller sagte, daß diese Ideologien zu kurz greifen können.
"Die Frage ist, ob man seine Wurzeln und seine Selbstverwirklichung finden kann, ohne das konstitutives Band mit dem herrschenden Schöpfer und Versöhner zu kennen," sagte er.

Quelle: A. Gagliarducci , K. Jones, CNA

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen