Dienstag, 10. Januar 2017

Kohelet, Athanasius, Franziskus und die langen Bärte der Neuerungen

Ich weiß nicht ob ich es hier schon schrieb, aber zu meinen absoluten Highlightbibelstellen gehört Kohelt und zwar nicht der "Windhauch" sondern sein: "Ich suchte und fand, siehe es gibt nichts Neues unter der Sonne!" wobei er schon konstatiert dass es ab und an schon Neuheiten gibt, von denen noch nie einer was gehört hat, aber, so sagt Kohelet, so sind die nur so lange her, und haben sich so wenig gehalten, und sind so gründlich gescheitert (meine Interpretation), dass sie einfach vergessen sind, so vergessen, das es einfach keine Erinnerung mehr daran gibt.
Kohelet 1, 9ff *
Von daher ist es fast ein Trost, dass viele der gegenwärtigen Ideen nicht so neu sind, dass man sagen könnte "hat es noch nie gegeben" sondern all das was als so super neu daher kommt, nichts anderes ist, als ein alter Irrtum.
Ja die Lage ist schlimm und was man so aus Rom hört ist nicht gerade beruhigend.



Es war ja lange so, dass man allüberall wohin man kam und vorsichtig äußerte, dass man irritiert sei, von dem was Papst Franziskus so von sich gäbe, allüberall zu hören bekam, man sei wohl ein böser Mensch.
Mittlerweile bin ich persönlich schon fast auf dem Standpunkt gelandet, zu sagen. "Ist mir doch egal, was er da so veranstaltet. Um an der Lehre was zu ändern ist er viel zu schlampig im Denken, Sprechen und Tun, das ist ihm viel zu dogmatisch, zu korrekt und zu mühselig. Von daher wird er da nichts tun, dafür hat er keinen Sensus. Es ist also alles im grünen Bereich. Und es ist vielleicht auch gut, dass es so ist, wie es ist, weil wir nun gezwungen sind uns fest an Christus zu halten, weil alles andere wegbricht!"
Nachdem ich nun aber mittlerweile  fast soweit bin,  meinen Frieden mit diesem Pontifikat gemacht zu haben und, aber das führt hier zu weit, es so zu sehen: "wenn er es schafft, die Kirche unbeabsichtigt, wie ich unterstellen möchte, in Trümmer zu legen, die Kirche, vor lauter Anbiederung den weltlichen Mächten zum Fraß vorzuwerfen, so geschieht auch das in der Zulassung Gottes, von wegen: "dem Jünger  geht es nicht besser als seinem Meister!"  und wenn die Kirche sich daraus nicht erhebt, so ist das Ende der Welt da und dann gilt "Richtet euch auf und erhebt euer Haupt, denn es nahet eure Erlösung!"" geschieht auf einmal was Seltsames. All die Leute, die mich früher in den Senkel gestellt haben und mich mahnten, doch dem Papst zu folgen und meine damaligen Einwände: Ich hätte mich ja durch Evangelium gaudii gequält, aber darin könne ich ihm nicht folgen, weil es keine Richtung gäbe, nur ein Sammelsurium von in sich widersprüchlichen Allgemeinplätzen, ab und an richtig geniale Sätze, die aber gleichsam isoliert da stünden ..... dahingehend beantworteten, dass ich wohl keine Ahnung hätte. Genau die gleichen Leute sind nun besorgt, beunruhigt, verwirrt und  verunsichert.
Interessante Sache.
Auf jeden Fall, scheint mir nur die schlechte, alte, arianische Idee wieder zugeschlagen zu haben, und es scheint ihrem Wesen zu entsprechen, dass man eines morgens aufwacht und der ganze Erdkreis ist arianisch.
Gut die Vokabeln sind anders, aber was ist denn das Gerede von Jesus unserem Bruder, oder dieses beständige herummäckeln an der Jungfrauengeburt, oder dieses beständige herumpsychologisieren von wegen Jeus musste das und das lernen... anders, als der schlechte, alte Arianismus, der in Jesus halt einen tollen Menschen sieht, der aus Versehen eine Religion gestiftet hat, die ihn fast 2000 Jahre lang verkehrt verstanden hat, bis der Herr oder die Dame Theologe gekommen ist.
Weil das so ist, so besteht kein Grund für Weltuntergangsstimmung, weil das hatten wir schon mal und auch damals, ich schrieb es schon, gab es kaum welche, die dagegen angingen.
Gut es wird mehr gegeben haben, als den Bischof von Alexandria, aber von ihm wissen wir, und ihn schickte man 5 mal in die Verbannung und dennoch gilt er als der Kämpfer gegen den Arianismus und seine Schriften sind auf uns gekommen.
Man verstehe mich richtig, ich denke, dass bei jedem Heiligen, von dem wir wissen, es viel Legendenbildung, viel romantische Überhöhung gibt. Ich vermute mal, dass der zu seiner Zeit aktuelle Einfluss des Athansius eher gering war. Er war lästig, man versuchte ihn kaltzustellen, indem man ihn in die Pampa (nach Trier z.B) verbannte und all das führte dazu, dass er weiter seinem Gott treu blieb und nicht nur seinen Zeitgenossen ein Halt sein konnte, sondern auch der gesamten zeitlich nachfolgenden Christenheit.
Man sehe das so wie es war, Athanasius hat es geschafft, dass ihn ein Papst (Liberius) sogar exkommunizierte, soweit sind wir noch lange nicht.
(damit man mich auch hier nicht verkehrt versteht, das bedeutet nicht, das jede Exkommunikation richtig ist, es bedeutet einfach nur, dass die Kirche nicht erst heute ein schwer schlingerndes Schiff ist, indem die Autorität missbraucht wird und die Lage verworren.
Selbiger Athanasius schrieb damals den Seinen und damit auch uns die folgenden Worte:

Gott möge Euch trösten: ... Dass die anderen mit Gewalt die Kirche besetzt halten, während Ihr in diesen Zeiten draußen seid, das ist es, was Euch so sehr betrübt. Das sind die 'Realitäten', sie haben die Orte, Ihr aber habt den apostolischen Glauben.
Mögen jene auch unsere Kirchen besetzen,
so stehen sie doch außerhalb des wahren Glaubens.
Ihr aber bleibt, die Ihr außerhalb der Kultstätten seid, denn in Euch ist der Glaube. Denken wir nach: was ist das Wichtigste der Ort oder der Glaube? Der wahre Glaube selbstverständlich!
Wer hat in diesem Kampf gewonnen, wer hat verloren, jener der den Ort innehat oder jener der den Glauben bewahrt?
Der Ort - und das ist wahr - ist gut, wenn man dort den apostolischen Glauben lehrt.
Er ist heilig, wenn dort alles heilig ausgeübt wird.
Ihr seid die Glücklichen, die Ihr in der Kirche durch Euren Glauben verbleibt, Ihr, die Ihr festhaltet an den Fundamenten des Glaubens, der Euch durch die apostolische Tradition überliefert worden ist. Und wenn eine abscheuliche Missgunst ihn,  zum wiederholten mal, erschüttern wollte, so hat sie doch nie Erfolg gehabt.
Jene sind es, die von ihm in der jetzigen Krise abgewichen sind.
Niemand wird jemals Euren Glauben überwinden, geliebte Brüder.
Und wir glauben, dass Gott uns eines Tages unsere Kirchen zurückgeben wird.
Je mehr nun also jene sich anstrengen, die Heiligen Stätten zu besetzen, umso mehr trennen sie sich von der Kirche.
Sie behaupten von sich die Kirche zu repräsentieren, in Wirklichkeit spalten sie sich von ihr ab und verirren sich.
Die Katholiken, die treu zur Tradition stehen, selbst wenn es nur noch eine Handvoll ist,
diese sind es, die die wahre Kirche Jesu Christi darstellen."


Ich habe übrigens schon in besseren Zeiten der Kirche (die auch nicht viel besser waren) gesagt: "Und wenn irgendwann einmal nur noch drei alte rosenkranzbetende Weiblein übrig sind und alle anderen sich aufführen wie der Erzchormeister von Köln aus "Schöne neue Welt", so ist das kein Zeichen dafür dass irgendwas an der Lehre der Kirche falsch ist!"




*Was geschehen ist, wird wieder geschehen, /
was man getan hat, wird man wieder tun: / Es gibt nichts Neues unter der Sonne.
Zwar gibt es bisweilen ein Ding, von dem es heißt: /
Sieh dir das an, das ist etwas Neues - / aber auch das gab es schon in den Zeiten, die vor uns gewesen sind.Nur gibt es keine Erinnerung an die Früheren /
und auch an die Späteren, die erst kommen werden, auch an sie wird es keine Erinnerung geben / bei denen, die noch später kommen werden.

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