Montag, 9. Januar 2017

Nach "Amoris Laetitia" jetzt auch Kommunion für Polygamisten?

Marco Tosatti hat sich für rorate caeli Gedanken über den Widerspruch gemacht, der durch die Fußnoten in Amoris Laetitia bezüglich der Zulassung wiederverheirateter Geschiedenen  zur Kommunion und der Behandlung der in Polygamie lebenden Afrikaner manifest geworden ist.
Hier geht´s zum Original:  klicken


"KARDINAL NAPIER VS FRANZISKUS: KÖNNEN MIT AMORIS LAETITIA SOGAR POLYGAMISTEN DIE EUCHARISTIE EMPFANGEN?  DAS SECHSTE DUBIUM"
"Wenn Leute aus den Westen in irregulären Situationen die Kommunion empfangen können, sollen wir dann unseren Polygamisten und anderen "misfits" sagen, daß  sie auch zugelassen sind?                          
                  

Während einer der beiden Familien-Synoden, als die Debatte über die Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen lebhaft war- so wie sie es jetzt auch ist- ließ ein afrikanischer Kardinal einem Freund gegenüber eine schneidende Bemerkung fallen: "Ihr im Westen habt die sukzessive Polygamie, während wir in Afrika die gleichzeitige haben."
Das bedeutet, daß die weitverbreitete Sitte die Ehe nicht als einen Bund für´s Leben zu betrachten, führt zu einer Aufeinanderfolge der Beziehungen, die der Kardinal mit Polygamie verglich.

Dann kam Amoris Laetitia mit ihren kleinen Fußnoten, die die vorhergehende Lehre der Kirche- explizit in Familiaris Consortio ausgedrückt-(Nr. 84: "aber die Kirche bekräftigt ihre Praxis, die auf der Hl. Schrift beruht, wiederverheiratete Geschiedene  nicht zur Kommunion zuzulassen. Sie können nicht zugelassen werden, wegen der Tatsache, daß ihr Status und ihre Lebensbedingungen objektiv der Vereinigung der Liebe zwischen Christus und der Kirche, in der Eucharistie darstellt und realisiert widersprechen . Daneben gibt es einen anderen speziell pastoralen Grund: würden diese Leute zur Eucharistie zugelassen, würden die Gläubigen in die Irre und in Konfusion geführt was die Lehre über die Unauflöslichkeit der Ehe angeht.")

Und der Südafrikanische Kardinal Wilfrid F.Napier, ein Franziskaner, fragte logisch: "Wenn die als Mann und Frau zusammen leben, obwohl eine vorhergehende Ehe noch gültig ist, die Kommunion empfangen können, warum können dann die, die in einer zusätzlichen Beziehung leben, vielleicht von einer radikalen kulturellen Tradition sanktioniert, sie nicht auch empfangen?"

Das ist ein Problem von nicht geringer Konsequenz in Afrika; fast die Hälfte der Ehen in Senegal sind polygam und Polygamie ist der katholischen Afrikanischen Welt nicht fremd, sogar wenn die Kirche sie verurteilt und zur Zeit der Taufe wird verlangt, auf diese Praxis zu verzichten. Dennoch habe ich Missionare gekannt, die die Schwierigkeit betonen und die Ungerechtigkeit einfach das Gesetz anzuwenden. Außerdem den Konvertiten zu verpflichten, nur eine Frau zu wählen, was bedeutet die Existenz der anderen zu ruinieren, vielleicht mit Kindern. Kurz gesagt, das ist keine Frage von geringer Bedeutung.

Und sicher können viele Missionare die Frage in Kardinal Napiers Tweet zu ihrer eigenen machen:
"Wenn Westler die Kommunion in einer irregulären Ehe-Situation empfangen dürfen, sollen wir unseren Polygamisten und anderen "misfits" sagen, daß auch sie zugelassen sind?"

Der Kardinal antwortet jemandem auf Twitter: "Sagen Sie, daß ein Polygamist ipso facto im Zustand der Todsünde ist? Sicher können nur Gott und das Gewissen des Mannes das beurteilen,"

Das ist das sechste dubium, das den fünf vorhergehenden.von den Kardinälen formal ausgedrückten, hinzugefügt wird,die immer noch auf die Antwort des Pontifex warten.

Quelle: rorate caeli, Marco Tosatti

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