Mittwoch, 25. Januar 2017

Mosebach: "Die Gläubigen haben ein moralisches Recht auf eine Antwort auf die dubia"

Martin Mosebach hat LifeSiteNews ein Interview gegeben, in dem es um die dubia zu AL geht-
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INTERVIEW: Berühmter deutscher Autor besteht darauf, daß die Katholiken das "moralische Recht" auf Antworten des Papstes auf die dubia haben.
"Die dubia sind eine mutige Aktion der vier Kardinäle und die Gläubigen haben ein "moralisches Recht" auf eine Antwort" sagte ein berühmter katholischer deutscher Schriftsteller in einem Interview mit LifeSiteNews. 
Martin Mosebachs Buch "Häresie der Formlosigkeit, die Römische Liturgie und ihr Feind" behandelt die Liturgiereformen in der Katholischen Kirche nach dem II. Vaticanischen Konzil und ihre verheerenden Folgen.

Mosebach hat Romane, Stories, Gedichte, Theaterstücke und Hörspiele geschrieben. Die Deutsche Akademie für Sprache und Literatur pries ihn dafür " stilistischen Glanz mit originellem Erzählen zu kombinieren, das eine humorvolle Wachheit für Geschichte demonstriert". Er wird in Deutschland zu den größten Romanciers nach dem II. Weltkrieg gezählt.

LifeSiteNews hat kürzlich mit Mosebach über die von den vier Kardinälen dem Papst übermittelten dubia zu seiner kontroversen apostolischen Exhortation "Amoris Laetitia" gesprochen. 

                      
LifeSiteNews: 
Herr Mosebach, kennen Sie einen der Kardinäle, die die dubia unterschrieben haben? 
Martin Mosebach: 
"Ich bin drei von ihnen bei verschiedenen Gelegenheiten begegnet. Zweifellos sind die vier Kardinäle eine Art Elite innerhalb des Kardinalskollegiums. Drei von ihnen sind lange Diözesanbischöfe gewesen, die die Kirche mutig in den gefährlichsten Situationen verteidigt haben. Kardinal Brandmüller ist ein brillanter Historiker mit skeptischem Blick, der es ihm ermöglicht, die aktuelle Situation aus so großer Distanz zu betrachten wie die Vergangenheit, eine Gabe die bei seinen Kollegen selten ist."



LifeSiteNews
"Die Kardinäle  wurden mit Namen wie "Schismatiker" oder "Renegaten" beschimpft. Wie ist Ihre Meinung? " 
Mosebach:
"Seltsamerweise kamen die Vorwürfe aus der Kurie, die einmal für ihren vorsichtigen "kurialen" Stil berühmt war. Augenscheinlich müssen wir uns hier wieder von einer dieser wertvollen Traditionen verabschieden."

LifeSiteNews: 
"Ist die Strategie der dubia der richtige Weg Unklarheiten zu klären?"
Mosebach:
"Dubia bedeutet Zweifel, aber ich sehe sie mehr als einen Akt der Verzweiflung.
Was sollen die Gläubigen tun, wenn ihre Hirten ihnen eine Erklärung bei einem wichtigen Thema verweigern? Denken Sie an Jesus und das Gleichnis, die dem ungerechten Richter so zusetzt, daß er schließlich sein Urteil fällt, weil er Angst davor hat, von ihr geschlagen zu werden. Soweit werden die Kardinäle nicht gehen, aber es wird immer klarer in der Kirche, daß die Gläubigen ein moralisches Recht auf eine Antwort haben, wie sie auch ausfällt."
LifeSiteNews: 
"Die Antwort sollte für einen Katholiken nicht schwer sein- warum antwortet Papst Franziskus nicht?"

Mosebach:
"Ich möchte nicht in den Bereich der Spekulation eintreten, weil der Hl. Vater eine
unberechenbare Persönlichkeit hat und einen wunderlichen Willen zu haben scheint.
Deshalb-obwohl er auch durch sein Schweigen-Spekulationen fördert, was beinhaltet daß er dem Zeitgeist auf Kosten der Kirchen folgt, während er sich in der Zwischenzeit zurückhält, ausdrücklich gegen die Kirchentradition zu gehen, so daß jeder sich aus seinen Worten aussuchen kann, was er für passend hält."
LifeSiteNews: 
"Die Kirche in Deutschland ist oft sehr "selektiv" bei der Annahme der Direktiven aus Rom. Werden die dubia hier irgendeine Wirkung haben?"

Mosebach:
"Das ist der Grund für den aktuellen dramatischen Zustand:sowohl für die kanadische und die philippinische Bischofskonferenz als auch für viele Bischöfe in Deutschland gibt es bezüglich AL keine Zweifel. Sie erklären, daß das Papst-Dokument jede Restriktion bei der Zulassung zu den Sakramenten abschafft. Angesichts dieser anscheinend omnipräsenten Interpretation , die einfach eine Klarheit bei AL behauptet, erscheint die Präsentation der dubia als Fragen außerordentlich respektvoll und  zurückhaltend, weil sie auch andere Interpretationen zulassen."
LifeSiteNews: 
"Was erwarten Sie von der "brüderlichen Korrektur", die von Kardinal Burke angekündigt wurde?"
Mosebach:
"Ich weiß nicht, ob dieser Papst die Größe seines Vorgängers, Pius XI, besitzt, der den Mut hatte, zu schreiben: "Der Papst hat sich geirrt", als ihm ein Irrtum nachgewiesen wurde. Aber wenn Papst Franziskus- wie es wahrscheinlich ist- versuchen sollte, die dubia dauerhaft zu ignorieren, wird das nicht enden, ohne seine Autorität zu beschädigen.
Das Ergebnis wäre zumindest, daß das höchste Lehramt der Kirche sich nicht kalr ausdrücken kann und nicht in der Lage ist auf Unsicherheiten zu antworten und Zweifel zu beseitigen. Und dann wird es vielleicht klarer, daß kein Mann- so genial er vielleicht ist- für das Papstamt geeignet ist, wenn er sich nicht der Tradition unterwirft."

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