Samstag, 7. Januar 2017

Sandro Magister schreibt Klartext über die "Ostpolitik" des aktuellen Pontifikates gegenüber China.

Sandro Magister unterrichtet bei Settimo Cielo, L´ Espresso, seine Leser über den Stand der Dinge in den Beziehungen zwischen dem Hl. Stuhl, der Römisch Katholischen Kirche und der Volksrepublik China und den romtreuen Katholiken- besonders im Hinblick auf die Bischofsernennungen.
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"SELTSAME WEIHNACHTEN IN CHINA. ES IST DAS FEST DER EXKOMMUNIZIERTEN BISCHÖFE"

"Bei der Neujahrsansprache, die Franziskus am 9. Januar vor dem beim Hl. Stuhl akkreditierten Dilpomatischen Corps halten wird, richtet sich das größte Interesse darauf, was er über China sagen oder nicht sagen wird.
Das letzte offizielle Statement des Vaticans geht auf den vergangenen 20. Dezember zurück, als der Direktor des Pressebüros, Greg Burke, Folgendes über die Bischofsernennungen abgab, die drei Wochen vorher in Chengdu und Xichang vorgenommen worden waren und zur bevorstehenden 9, Versammlung der Katholischen Chinesischen Repräsentanten, die für unmittelbar nach Weihnachten geplant war:

"Die Gegenwart eines Bischofs dieser beiden Bischofsweihen, deren kanonische Position nach der illegitimen Ordination noch vom Hl. Stuhl untersucht wird, hat bei allen Beteiligten Unbehagen ausgelöst und die Chinesischen Katholiken verstört. Der Hl. Stuhl versteht und teilt ihre Sorgen."

"Was die Neunte Versammlung angeht, wird der Hl. Stuhl eine Entscheidung treffen, die auf bewiesenen Fakten beruht. Inzwischen ist der Hl. Stuhl sicher, daß alle Katholiken in China ängstlich auf positive Signale warten, die ihnen helfen, ihr Vertrauen in den Dialog zwischen den staatlichen Autoritäten und dem Hl. Stuhl und auf eine Zukunft der Einheit und Harmonie zu hoffen."

Diesem Statement des Vaticans folgte mit den Äußerungen des Sprechers des Außenministers Hua Chunying, eine ungewöhnlich friedliche Antwort der Pekinger Autoritäten.
Aber den chinesischen Katholiken, die auf einen energischeren und weniger unterwürfigen Standpunkt Roms- besonders zur kommenden Versammlung- hofften, kam das wie eine kalte Dusche vor.
Kardinal Zen versäumte nicht, darauf hinzuweisen, daß der Hl. Stuhl 2010 bei den Vorbereitungen zur damaligen Versammlung, die Chinesischen Bischöfe gebeten hatte, nicht daran teilzunehmen, weil sie "mit der Katholischen Lehre nicht kompatibel sind" , während er dieses mal die Forderung nicht erneuerte:

Zen: "Die Ohrfeige von Chris Patten und den Teilnehmern der illegitimen Weihen und Versammlung für den Papst" 
(bei asia-news)

De facto sind die Versammlung der Repräsentanten der Chinesischen Katholiken, die Chinesische Patriotische Katholische Vereinigung und der sogenannte Rat der Chinesischen Bischöfe das Arsenal zur Unterwerfung und Kontrolle der Kirche durch das Kommunistische Regime.

Und die illegitimen, exkommizierten Bischöfe, auf die sich das Vaticanische Statement bezieht- Lei Shiyin, Bischof von Leshan, in Sezchuan- hat nicht nur- durch Einsetzung durch das Regime- illegal an den beiden Bischofsweihen in Chengdu znd Xichang teilgenommen. Genau wie der Bischof, der beide Weihen geleitet hat, Fang Xingyao, Bischof von Linyi in Shandong- der der Präsident der selben Vereinigung und Vizepräsident der Marionetten-Bischofskonferenz ist.

In der Zwischenzeit hat die neunte Versammlung der Repräsentanten der Chinesischen Katholiken vom 26. bis 29. Dezember in einem Hotel in Peking stattgefunden. Mit Vorgehensweisen und Resultaten, die vorher schreierisch angekündigt worden waren.

Die in die Führungspositionen der Organisationen gewählt wurden, waren -bei einer breiten Anwesenheit exkommunizierter Bischöfe-fast in allen Fällen die selben wie vor 6 Jahren.


Als Präsident des Bischofsrates wurde Ma Yinglin, exkommunizierter Bischof von Hunming in Yunnan wiedergewählt.
Mit den folgenden Bischöfen als Vizepräsidenten:
Guo Jincai von Chengde, der auch Generalsekretär ist, exkommuniziert
Fang Xingyao von Linyi (Shandong)
Zhan Silu von Mindong (Fujian) exkommuniziert
Fang Jianping von Tangshan (Hebei)
Pei Junmin von Liaoning
Li Shan von Peking
Yang Xiaoting von Yulin (Shaanxi)
He Zeqing von Wanzhou (Chongqing)
Yang Yongqiang von Zhoucun (Shandong)

Als Präsident der patriotischen Vereinigung wiedergewählt wurde Fang Xingyao, Bischof von Linyi
und folgende Bischöfe als Vizepräsidenten:

Ma Yinglin von Kunming (Yunnan), exkommuniziert,
Shen Bin von Haimen (Jiangsu)
Lei Shiyin von Leshan, (Sichuan), exkommuniziert
Huang Bingzhang von Shantou (Guangdong), exkommuniziert
Yue Fusheng von Harbin (Heilongjiang), exkommuniziert
Meng Qinglu von Hohhot (Inner Mongolia).

sowie drei Laien und eine Schwester
Liu Yuanlong, Laie, der auch Generalsekretär ist  
Shu Nanwu, Laie aus Jiangxi
Shi Xueqin, Laiin aus Fujian
Wu Lin, eine Schwester aus Wuhan (Hubei).

Von diesen allen sind nur zwei nicht zuvor gewählt worden:  He Zeqing und Yang Yongqiang, beide Mitglieder der Marionettenbischofskonferenz 
Während drei der Bestätigten in beide Gremien gewählt wurden: die Bischöfe Ma Yinglin (exkommuniziert), Fang Xingyao, and Shen Bin.
Diese drei waren auch jene, die den drei Messen an den drei Tagen der Versammlung vorsaßen.
Der Erste, exkommuniziert, leitete die Anbetung und den Schlußsegen in der Kathedrale von Peking.

Es ist deshalb keine Überraschung, daß das Chinesische Regime- als ob es seine Unnachgiebigkeit demonstrieren wollte- diese ersten beiden dieser Regierungkandidaten dazu gezwungen haben könnte am den Bischofsweihen vom 30. November in Chengdu und am 2. Dezember in Xichang teilzunehmen, genau zu dem Zeitpunkt, als mit dem Hl. Stuhl darüber verhandelt wurde, wie neue Bischöfe ausgewählt und ordiniert werden sollten.

"Unabhängigkeit","Autonomie", "Selbstbestimmung" waren die Beiworte, die bei der Versammlung ununterbrochen eingehämmert wurden. Bei der Versammlung war einer der Sprecher Wang Zuoan, Direktor der Staatsverwaltung für Religiöse Angelegenheiten, der wiederholte, der Vatican müsse "flexibel und pragmatisch" sein und sein Amt und die patriotische Vereinigung als die zu akzeptieren, die über die Bischofsernennungen und die "generelle Politik" der Kirche von China bestimmen.

Am Ende der Sitzungen wurden die 360 Katholischen Repäsentanten der Versammlung, einschließlci 59 Bischöfe, von Yu Zhengsheng, einem Mitglied des Immerwährenden Politbüros der chinesischen Kommunistuschen Partei und anderen Repräsentanten der Nomenklatura empfangen.
Yu zitierte vor ihnen die Rede über Religion, die Präsident Xi Jinping im letzten April gehalten hatte, die der Partei das Ziel zuerkannte, "religiöse Theorien mit chinesischem Charakter zu entwickeln", die das Prinzip der "Unabhängigkeit" befolgen und die Religionen der Sozialistischen Gesellschaft anpassen. 
Im Statement vom 20. Dezember sagte der Hl. Stuhl bezüglich der Versammlung, daß er "auf Grund bewiesener Fakten urteilen werde"
Aber das Ergebnis der Versammlung scheint keines der erhofften "positiven Signale" hervorgebracht zu haben.

Man sollte genügen,festzustellen, daß der Rat der Chinesischen Bischöfe- nach den Lösungen, die vom Vatican und Peking studiert werden- die Aufgabe haben sollte, dem die Namen zukünftiger Bischöfe vorzuschlagen, nicht nur weiterhin ohne die rund Rom treuen Bischöfe, die vom Regime nicht anerkannt werden- weiterzumachen, die deshalb als Untergrundbischöfe behandelt werden, sondern als Präsident und Generalsekretär zwei exkommunizierte Bischöfe wiederbestätigte."

Quelle: Settimo Cielo, S. Magister


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