Mittwoch, 25. Januar 2017

Über die Heidenangst der Welt und Gaudium et spes

Neulich habe ich Rückblick gehalten auf mein Leben, nein nicht auf mein persönliches, sondern auf die Trends, die, seit ich denken kann, um mich herum sind.
Seit ich also denken kann, ist fürchten angesagt, fürchten vor den Russen, dann fürchten vor den Amis, dass die dafür sorgen könnten, dass der kalte Krieg heiß wird, und dann wieder s.o, die Russen kommen.
Dann fürchten, nicht nur vor der Atombombe, nein auch vor der Atomkraft, alternativ vor der durchgreifenden Industrialisierung, die dazu führt dass gar nichts mehr geht, aber gleichzeitig fürchten davor, dass die Rohstoffe alle werden, und dann nix mehr Industrialisierung sondern per pedes und regional und saisonal und wohl dem der einen Garten hat und den auch verteidigen kann.
Fürchten vor den Seuchen, die nie aufgetreten sind, von BSE über Vogel- und Schweinegrippe,. Mutationen des AIDSVirus, Auftreten von wasweißich was. Furcht vor der Überbevölkerung und Furcht davor dass, wenn ich alt bin, ein drittel der Bevölkerung, ebenfalls in Rente ist.
Furcht vor der völligen Technologisierung  aller Lebensbereiche und gleichzeitig Furcht davor, dass man irgendwo "zurück" müsse.
Ich habe bestimmt vieles vergessen, aber die Furcht ja die war immer da. Und wenn man so eine Internetseite, egal welcher Couleur,  aufruft, so ist sie immer noch, sogar noch stärker, da.
Nun so rückblickend kann ich doch einfach mal feststellen, es ist nix von dem passiert, was bislang hätte passieren können, sollen, müssen, es ist, wie die Kölner sagen; Noch immer jud jejange.
Man sagt den Kölnern ja nach, selbst dann noch katholisch zu sein, wenn sie es, was den konkreten Lebenswandel angeht, definitiv nicht mehr sind, von daher ist es fast unglaublich, dass auf einmal die Kirche auch auf den Angst und Frucht Hype aufspringt.

Nix mehr gaudium et spes (Freude und Hoffnung), nein luctus et angor (Trauer und Angst) bestimmt weit und breit, seit geraumer Zeit, die Verkündigung der Kirche.
Der Witz an der Sache ist, dass die berühmte Pastoralkonstitution des 2. Vatikanums eben anfängt mit "Gaudium es spes, luctus et angor............."  aber jahrzehntelang es immer nur hieß gaudium et spes, und nach dem ersten Satz der Konstitution, der da lautet. Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi. ...............
Und man schwallte immer davon, dass die Welt ja klasse ist, alles besser kann und weiß als die dummen, rückständigen Katholiken und die Kirche das nun endlich eingesehen hat, und deshalb die Türen zur Welt weit aufgestoßen hat, damit die Kinder der Welt in die Kirche können, wie frömmere Pfarrer zu formulieren pflegten, aber in Wirklichkeit, damit die verklemmten, eingesperrten, dem Obskurantismus verfallenen Kinder der Kirche endlich herauskönnen und an den Freuden der Welt teilnehmen können und zusammen mit der Welt an deren großen Hoffnungswerk alles noch schöner, besser, bunter, toller, größer und überhaupt, mitmachen können, wie nicht ganz so fromme Pfarrer frank und frei erklärten.
Naja, was mich eigentlich am allermeisten ärgert ist, dass man auf einmal von dem ganzen Geschwurbel, dass man noch "gestern" von sich gegeben hat, nichts mehr wissen will und auf einmal so tut, als sie schon immer klar gewesen, dass die Pastoralkonstitution weiter geht, nämlich mit luctus et angor (Trauer und Angst).
Was nun diese Trauer und Angst der Welt angeht, so stellt man der Angst der Welt nicht die Gottesfurcht, die bekanntlich der Anbeginn der Weisheit ist, entgegen, sondern versucht diese Angst einfach mitzuhaben, sogar theologisch als das Grundprinzip christlichen Seins zu betrachten. Wir wissen schon, die Professoren für Theologie, die nichts anders wollen, als Suchende unter Suchenden zu sein, nicht Richtung vorgeben, sondern lernen von den Armen, nicht Elite sein, sondern zuhören und wie dergleichen Floskeln sonst noch lauten. Nur, anstatt einfach mal auf das Professorengehalt verzichten, den ganzen Bettel der einem so gehört, versilbern, und sich eine Stelle bei MacDonalds zu suchen und eine Wohnung im Ghetto zu mieten, auf die Idee, dass sie auf diese Methode ihr heißes intellektuelles Begehren erfüllen könnten und auch noch genug Möglichkeiten fänden sich Freunde mit ihrem Geld (aus dem Erlös des Bettels) zu machen, auf diese Idee kommen sie nicht.
Weil diese Leute, nur dann spenden, wenn es sich steuerlich lohnt, weil beim Geld hört der Spaß und der Idealismus nämlich,. fast immer, Gott seis geklagt, auf!
Auch über sowas habe ich mich lange genug geärgert und gefürchtet, dass diese Sorten von Idioten es schaffen alles zum Zusammenbrechen zu bringen und dann nebendran stehen und sich drüber beklagen, dass es nun keine frischen Mangos mehr aus fairtrade, bio usw aus Ganzweitweg zu kaufen gibt.
Man versteht vielleicht um was es mir geht, oder auch nicht.
Auf jeden Fall habe ich beschlossen, die können alle grad machen was sie wollen, ich habe keine Lust mehr mich zu fürchten, weder vor dem was irgendwelche Mächtige so anrichten, und vor dem was irgendwelche Strippenzieher so initiieren,  und wenn einer, der mir böse will, hier  mitliest, von mir aus, lernt er vielleicht noch was, weder vorm Atomkrieg noch vor der Erdölknappheit die laut dem Club of Rome schon seit fast 20 Jahren herrschen soll, ich will mich nicht fürchten, vor irgendwas in den Lebensmitteln, vor Microirgendwas in irgendwas, ich habe, denke ich mein Potential an sich fürchten schon gut erfüllt, jetzt denke ich, halte ich mich an den Spruch meiner Großmutter:
Man muss im Leben stets das Beste hoffen, das Schlimmste kommt immer von selber!

und an den Bibelspruch "Die Furcht Gottes ist der Anbeginn der Weisheit!"

Wie ich da drauf komme?
Nun die Lage ist für den frommen, denkenden Menschen in Kirche und Welt erschreckend, es ist, als ob die alten Schemata sich komplett auflösten, alles sich umkehrt, die Kategorien nicht mehr stimmen und ja es macht Angst, richtig Angst.
Nun ja, ich bin neulich nicht nach Hause gekommen, weil die Straße mit Unmengen Feuerwehr und Polizei, sowie einigen Krankenwagen versperrt war, Die Feuerwehr hatte Atemschutzmasken auf und ja es sah so aus, als sei in unserem doch recht ruhigen Stadtteil nun mal so richtig was los,
Am Ende stellte sich heraus, im Treppenhaus (70er Jahre, schade dass Beton nicht brennt Style) brannte eine alte Zeitung, da dachte ich mir. "Okay die müssen sich so lächerlich machen (aber man darf es noch nicht mal sagen), aber du, du brauchst das nicht!"
Es fehlt, wo man hinguckt, komplett das Gottvertrauen, Als ich jung war, traten die Leute an mit der Idee an, doch alles besser zu machen, was oft mit dem Subtext verknüpft war, dass der liebe Gott da so einige Fehler gemacht hat, die auszubügeln man angetreten war. Dieses Thema könnte man episch ausfalten, aber hier reicht der Platz nicht.
Mittlerweile findet man Ideen, wie man die Schöpfung verbessern könnte, nur noch bei den Gentechnikern, die geradezu, wenn man sich damit beschäftigt, erschreckende Visionen entwickeln, Aber die Menschen sind irgendwie beim anderen Extrem angelangt beim nicht mehr mutig voran, in der Hoffnung eine bessere Welt zu bauen, sondern, wohl weil mittlerweile die Pferdefüße der vorherigen Versuche sich nicht mehr leugnen lassen,  sich beständig am Fürchten und am Versuchen nichts mehr zu bauen,
Es ist die alte Heidenangst vor der Natur, die doppelgesichtig gesehen wird, einerseits notwendig andererseits böse.
Nun das ist halt so bei Heidens, aber bei Christens sollte es anders sein, die sollten wissen, dass die Natur mit ihnen gefallen ist, sozusagen angeschlagen ist, so wie der Mensch eben auch. Aber Gott als der die Schöpfung schuf, wusste was der Mensch tun würde und von daher die Schöpfung mit genug Sicherheiten ausgestattet hat, das sie genau dann zerstört wird, wenn sie nicht mehr gebraucht wird. Das ist genau dann, wenn keiner mehr gerettet werden kann!
Von daher habe ich beschlossen mich nicht mehr zu fürchten, weil bekanntlich das letzte was stirbt die Hoffnung ist und die ja noch lebt.



Passend dazu lautet der heutige Psalm:

Das scheinbare Glück der Gottlosen
 Ein Psalm Davids. 
Erzürne dich nicht über die Bösen; sei nicht neidisch auf die Übeltäter. (Sprüche 24.19) 2 Denn wie das Gras werden sie bald abgehauen, und wie das grüne Kraut werden sie verwelken. 3 Hoffe auf den HERRN und tue Gutes; bleibe im Lande und nähre dich redlich. (Psalm 37.27) (Psalm 37.29) 4 Habe Deine Lust am HERRN; der wird dir geben, was dein Herz wünschet. 5 Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn; er wird's wohl machen (1. Petrus 5.7) 6 und wird deine Gerechtigkeit hervorbringen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag. (Hiob 11.17) (Psalm 97.11) (Psalm 112.4) 7 Sei stille dem HERRN und warte auf ihn; erzürne dich nicht über den, dem sein Mutwille glücklich fortgeht. (Psalm 73.3) 8 Steh ab vom Zorn und laß den Grimm, erzürne dich nicht, daß du nicht auch übel tust. 9 Denn die Bösen werden ausgerottet; die aber des HERRN harren, werden das Land erben. (Psalm 37.11) (Psalm 37.22) (Psalm 37.29)(Psalm 37.34) 10 Es ist noch um ein kleines, so ist der Gottlose nimmer; und wenn du nach seiner Stätte sehen wirst, wird er weg sein.(Psalm 37.35) 11 Aber die Elenden werden das Land erben und Lust haben in großem Frieden. (Psalm 37.9) (Matthäus 5.5)

12 Der Gottlose droht dem Gerechten und beißt seine Zähne zusammen über ihn. 13 Aber der HERR lacht sein; denn er sieht, daß sein Tag kommt. (Hiob 18.20) 14 Die Gottlosen ziehen das Schwert aus und spannen ihren Bogen, daß sie fällen den Elenden und Armen und schlachten die Frommen. (Psalm 11.2) 15 Aber ihr Schwert wird in ihr Herz gehen, und ihr Bogen wird zerbrechen.

16 Das wenige, das ein Gerechter hat, ist besser als das große Gut vieler Gottlosen. (Sprüche 15.16) 17 Denn der Gottlosen Arm wird zerbrechen; aber der HERR erhält die Gerechten. 18 Der HERR kennt die Tage der Frommen, und ihr Gut wird ewiglich bleiben. 19 Sie werden nicht zu Schanden in der bösen Zeit, und in der Teuerung werden sie genug haben. (Psalm 33.19) 20 Denn die Gottlosen werden umkommen; und die Feinde des HERRN, wenn sie gleich sind wie köstliche Aue, werden sie doch vergehen, wie der Rauch vergeht.(Psalm 68.3)

21 Der Gottlose borgt und bezahlt nicht; der Gerechte aber ist barmherzig und gibt. 22 Denn seine Gesegneten erben das Land; aber seine Verfluchten werden ausgerottet. (Psalm 37.9) 23 Von dem HERRN wird solches Mannes Gang gefördert, und er hat Lust an seinem Wege. 24 Fällt er, so wird er nicht weggeworfen; denn der HERR hält ihn bei der Hand. (Sprüche 24.16)

25 Ich bin jung gewesen und alt geworden und habe noch nie gesehen den Gerechten verlassen oder seinen Samen nach Brot gehen. (Psalm 34.10-11) 26 Er ist allezeit barmherzig und leihet gerne, und sein Same wird gesegnet sein. 27 Laß vom Bösen und tue Gutes und bleibe wohnen immerdar. (Psalm 34.15) 28 Denn der HERR hat das Recht lieb und verläßt seine Heiligen nicht; ewiglich werden sie bewahrt; aber der Gottlosen Same wird ausgerottet. (Psalm 11.7) 29 Die Gerechten erben das Land und bleiben ewiglich darin. (Jesaja 60.21)

30 Der Mund des Gerechten redet die Weisheit, und seine Zunge lehrt das Recht. 31 Das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen; seine Tritte gleiten nicht. (Psalm 40.9) 32 Der Gottlose lauert auf den Gerechten und gedenkt ihn zu töten. (Psalm 10.8-10) 33 Aber der HERR läßt ihn nicht in seinen Händen und verdammt ihn nicht, wenn er verurteilt wird. (Psalm 34.23) 34 Harre auf den HERRN und halte seinen Weg, so wird er dich erhöhen, daß du das Land erbest; du wirst es sehen, daß die Gottlosen ausgerottet werden. (Psalm 37.9)

35 Ich habe gesehen einen Gottlosen, der war trotzig und breitete sich aus und grünte wie ein Lorbeerbaum. (Hiob 5.3-5) (Hiob 20.6-7)(Hesekiel 31.3) 36 Da man vorüberging, siehe, da war er dahin; ich fragte nach ihm, da ward er nirgend gefunden. (Psalm 37.10) 37 Bleibe fromm und halte dich recht; denn solchem wird's zuletzt wohl gehen. (1. Mose 39.8-9) 38 Die Übertreter aber werden vertilgt miteinander, und die Gottlosen werden zuletzt ausgerottet. 39 Aber der HERR hilft den Gerechten; der ist ihre Stärke in der Not. (Psalm 46.2) 40 Und der HERR wird ihnen beistehen und wird sie erretten; er wird sie von dem Gottlosen erretten und ihnen helfen; denn sie trauen auf ihn.(Lukas 18.8)

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