Sonntag, 22. Januar 2017

wir sollten sein wie Fackeln im Sturm und sind doch nur so kleine, funzelige Lichtlein...

so ähnlich denke ich ab und an, wenn ich mir diese Lichtlein vor einer Muttergottes in einer Kirche anschaue.
Gut manchmal hat es was, wenn in manchen  großen Kirchen, ganze Lichterteppiche brennen, das hat was von Geborgenheit und Heimeligkeit.
Aber, wenn man näher hinguckt hat es auch was anderes, die unruhig flackernden Lichter stehen ja für ein Gebet, eine Bitte, eine Sorge, weil wir sind nun mal so, auch wenn wir fromm sind, dass wir erst dann anfangen zu beten, wenn wir unseren Mangel spüren.

Und immer wieder kommt mir der Film "Fantasia" von Walt Disney in den Sinn, dessen vorletzte Sequenz "Eine Nacht auf dem kahlen Berg" von Mussorgsky ist, eine Sequenz voller Düsterheit und dem Triumph des Bösen über die armen kleinen Menschleinseelen darstellend,
Es wird gut gezeigt wie das Böse alles verschlingt, alles böse macht, sich nichts halten kann.
Die Seelen der Verstorbenen treiben, selber sich ins dämonische wandelnd  auf den Teufel zu und alles scheint hoffnungslos, Schönheit, Reinheit, nichts kann sich halten, alles wird dämonisch und verschlungen





und plötzlich, ohne ersichtlichen Grund, ändert sich die Bewegung, das Böse wird wieder Fels, die Seelen werden wieder normal und kehren zurück, der Tanz auf und im Vulkan hört auf.
Und dann, am Ende sieht man den Grund, Leute mit Lichtern, die aussehen wie Kerzen ziehen in einer Prozession daher und es geht über in das "Ave Maria" von Franz Schubert.




soweit so wundervoll und auch die Botschaft ist klar, tröstend und wahr.


Nur wenn man nun das jemals versucht hat, mit Kerzen in der Hand draußen herum zu wandern, so hat man feststellen müssen, das geht gar nicht, der Wind, eine ungeschickte Bewegung und schon ist die Kerze aus.
An den St Martinsumzügen meiner Kindheit, lief immer die Kindergartentante nebenher mit einem Feuerzeug und einigen Ersatzkerzen.
Heutzutage nimmt man ja diese LED Stäbe, da erübrigt sich das, aber es ist nicht so schön.
Fackeln habe ich mir sagen lassen, brennen besser und so, wenn wir die Symbolik aus dem Film die ja unmittelbar anspricht, nehmen, so müssten wir, wenn wir das umsetzen wollen doch eher Fackeln im Sturm sein, als so kleine, scheue, unsichere Lichtlein, die jeder Windhauch auspustet, wie wir es nun mal sind, wenn wir ehrlich zu uns selber sind.
Nun die Aufforderung mit seinem kleinen Glaubenslichtlein doch schrecklich viel zu tun, die nervt mich seit ich denken kann, weil mir immer scheint, die reden nicht von mir, die meinen mich gar nicht, die überfordern mich, was soll ich denn, die ich voller Zweifel bin, für ein Zeugnis ablegen.
Und die, die beständig Zeugnis ablegen, die kapieren gar nicht um was es mir geht.
Oder noch schlimmer, wenn man zuviel mit solchen Leuten, bei denen alles so sicher ist, was den Glauben angeht, etwas hinter die Fassade schaut, so diverieren da Schein und Sein durchaus, meist aufgrund der eigenen Überforderung, weil ,man doch meint, weil man gläubig ist, die Affären dieser Welt besser regeln zu müssen, als die Kinder dieser Welt, was dann zu seltsamen Verrenkungen führt, und das Zeugnis wieder trübt.
Nun denn, es ist wie es ist, ab und ja das Bild von den Kerzen die durch die Welt zeihen in Demut, Einfachheit und Vertrauen, gerade mal ein Licht für den nächsten Schritt spendend und dennoch dafür sorgend dass die Menschheit es bis zum Anbrechen des ewigen Morgens schafft, die hat ja sowas anrührendes, eben weil es so unwahrscheinlich ist, unserer Erfahrung widerspricht.
So sollten wir uns bewusst sein, dass wir Christus brauchen damit unsere kleinen, flackernden Glaubenskerzlein brennen können,
Es ist nun mal so, dass , wenn wir im Bild bleiben, die Welt halt so eine sturmdurchtöste Nacht ist, und der Glaube sich eben da nicht halten kann.
Aber im inneren der Kirche da kann er brennen und nur da, aber ab und an geschieht es mit der Zulassung Gottes dass man mit seinem kleinen schwachen Lichtlein hinaus muss, da bleibt einem dann nichts anderes übrig als zu gehen.
Nur wenn es dann auf diesem Weg nicht verlöscht, so ist auch das Gnade, nichts wie Gnade, wie übrigens auch die Existenz der Kirche nur Gnade ist.
Manchmal, um den Bogen zur Überschrift wieder zu kriegen, denke ich, genau das ist unser Problem, wir meinen etwas sein zu müssen, was wir gar nicht sind, anstatt zu sein, was wir sind um dahin zu gelangen, wo wir hinsollen, zu Christus.
Vorbild ist da, die Jungfrau Maria, die einfach war, alles angenommen hat, wie es kam, und das was sie nicht verstanden hat, bewegt hat in ihrem Herzen und nicht gleich wollte dass man all das vernichtet, was sie nicht verstanden hat.


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