Samstag, 11. Februar 2017

Der Vatican-Sniper ist wieder in Aktion getreten oder das Delirium der 70-er Jahre

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"UND SIE FUHREN FORT, IHN  DEN VATICAN SNIPER ZU NENNEN"
Es hat einige Tage gebraucht um die Idee hinter der Veröffentlichung des Interviews der Monatszeitschrift "Il Timone" einzuordnen. Aber heute wurde der Entschluss gefaßt, das Passwort ausgegeben: Kardinal Müller zu eliminieren.
Seine Worte, seine Verteidigung der Lehre- er, der Präfekt der Glaubenskongregation ist-  haben offensichtlich viel Ärger gemacht, sie waren nicht auf der Linie der Ziele des Papstes.
Im Interview erinnert er daran, daß Amoris Laetitia nicht in Diskontinuität zum vorhergehenden Lehramt interpretiert werden kann, für ihn gibt es keine Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene; und daß man  sich im Ökumene-Prozess daran erinnern muß, daß Luther den Inhalt der Offenbarung entstellt hat.
Zwei Halt!-Rufe sei es für die Bischöfe, sei es für Papst Franziskus, die sicher gereizt haben: und der
Super-Heckenschütze, der Vatican-Sniper, ist in Aktion getreten.
Gestern mit einem langen Artikel, der die Geschichte der Uneinigkeit zwischen dem Papst und seinen engsten Mitarbeitern- dem Staatssekretär oder dem Präfekten der Glaubenskongregation in den letzten 50 Jahren nachzeichnet.
Wir finden also, daß es immer Meinungverschiedenheiten bei einigen Entscheidungen gegeben hat, die immer privat gelöst wurden, auch mit der Bereitschaft der Mitarbeiter zurückzutreten, wenn der Papst nicht auf ihre Argumente hörte.
Heute dagegen, klagt Vatican Sniper sprechen diese Kardinäle durch die Zeitungen.
Die Aufforderung ist klar: Kardinal Müller soll zurücktreten.
Jemand könnte widersprechen: in keinem Teil des Artikels wird Kardinal Müller genannt.
Das stimmt, aber das ist klassisch klerikaler Stil: wenn jemand eliminiert werden soll, greift man ihn nicht direkt an, man läßt ihn eine zunehmend feindselige Atmosphäre fühlen, es werden Anspielungen gemacht, Zweifel gesät, schräge Botschaften gesandt.
Außerdem läßt man erkennen, daß da kein persönliches Problem ist, daß dieses Schicksal jeden treffen kann, der diesenWeg beschreitet.
Jetzt trifft es Müller, aber die Botschaft soll auch die anderen bekannten Namen erreichen.

Inzwischen aber, da das Signal gegeben wurde, hat bereits das Kreuzfeuer begonnen: Alberto Melloni in der Repubbicca der Zeit voraus und sagte, daß ein Pius XII Kardinal Müller für das, was er gesagt hat, den Kardinalshut weggenommen hätte.
Bei Panorama.it, -in einem Artikel von Orazio La Rocca, der dem Erscheinen des Büchleins von
Kardinal Coccopalmeros, das die Kommunion für die wiederverheirateten Geschiedenen befürwortet, gewidmet ist- fehlt es nicht an Gedanken über Müller: die Veröffentlichung der dubia -
"eine  Geste krasser Unhöflichkeit gegenüber dem Papst" - die gleiche Unhöflichkeit sich des Interviews zu bedienen: "Wie es z.B. der deutsche Kardinal Müller, Präfekt der Glaubenskongregation in den letzten Tagen getan hat, der in einer Zeitung offen die Zulassung der wiederverheirateten Geschiedenen und der zusammen lebenden wiederverheirateten Geschiedenen kritisiert hat, weil- wie er anmahnte- die Doktrin unantastbar ist.
Seltsam: heute ist die Verteidigung der Lehre ein Grund zur Anklage geworden.

Es gibt Gerüchte, was in den nächsten Tagen passieren wird. Sicher wird der Tonfall aggressiver werden, das kann Kardinal Raymond L. Burke bezeugen: nachdem er aus der spirituellen Leitung des Malteser Ordensritter entfernt worden war und nachdem es wiederholte Angriffe der Revolutionswächter gegeben hatte, war er gestern Ziel eines äußerst gewalttätigen Artikels der Washington Post, der-mit einer gewissen Überheblichkeit und Arroganz, wie man sagen muß- forderte, daß der Papst ihn aus Rom verjagen solle, wo er den Weg der Reform, den Franziskus erfolgreich beschreitet, blockieren könnte.
Die Autorin des Artikels Emma-Kate Symons ist bekannterweise weit von katholischen Positionen entfernt-und deshalb ist es merkwürdig, daß die die die Kirche hassen, sich so sehr um den Reformweg der Kirche sorgen, aber es sieht so aus, als sei sie in panischer Angst vor einem möglichen Bündnis zwischen Burke und der Trump-Administration ist, das (man versteht nicht so recht auf welche Weise) in Europa den Aufstieg des Faschismus erleichtern könnte.

Ein typisches Delirium der 70-er Jahre, aber die Gewaltsamkeit der Worte (auch im Italienischen) zeigt an, daß man das Phänomen nicht unterschätzen darf.

Quelle:



  


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