Montag, 6. Februar 2017

In diesen wirren Zeiten, Fortsetzung

Man hat aktuell das Gefühl eines riesigen Wirrwarrs von wahren Dingen, richtigen Aussagen, guten Absichten, die aber eine unappetitliche Mischung ergeben, auf der einen, wie der anderen Seite.
Als Bild vielleicht ein wunderschöner Garten durch den ein wildgewordener Mähdrescher kreuz und quer gefahren ist.
Und wir stehen da und stellen fest, ja klar, die Erbsen die haben schon abgeerntet gehört und auch ausgedroschen, nun ja sie sind vermatscht, weil der Mähdrescher halt fürs Korn konstruiert wurden, nicht für die Erbsen.
Wir diskutieren drüber, dass ja auch in der Feldarbeit der Mähdrescher nicht mehr wegzudenken ist, und man da ja früher geerntet hat, wie im Garten, per Hand und Muskelkraft und deshalb es ja gut ist, dass auch in der Gartenarbeit der Mähdrescher Eingang gefunden hat.
Nun ja, dass der Teich hinüber ist, der Zaun niedergewalzt und der Sandkasten auch nicht mehr zu gebrauchen ist und wir die Himbeeren in diesem Jahr kaufen müssen, das liegt ja nicht am Mähdrescher, sondern daran, dass man den Garten viel zu kleinteilig, auf Ästhetik bedacht und nicht Mähdreschergerecht angelegt hat.
Blödes Beispiel, aber mir fällt einfach kein besseres ein.
Manchmal denke ich, ja es geschieht uns recht was geschieht, haben wir uns ja in unserem Garten so nett eingerichtet, und ach wie sag ich's nur:
Das schwierige am Christentum ist zu akzeptieren, dass Christus hat kommen müssen, weil der Mensch es alleine nicht schafft, prinzipiell nicht schaffen kann, ontolotisch nicht schaffen kann, aus dieser Welt einen netten Aufenthaltsort zu machen, auch und wenn genau das die Triebfeder fast allen menschlichen Handelns ist.
Zum großen Entsetzten, mal der und mal der, und hauptsächlich der Christen selber,  ist es auch bei Christens nicht besser als beim Rest der Welt.



Nur und das ist halt das Problem ist die einzige Form in der in unserer Zeit das christliche  noch eine Daseinsberechtigung hat, eben die Frage der Moral. Nicht der Sexualmoral, aber der Moral im Sinne von Dienst an der Gesellschaft. Man hätte die Christen gerne als sozusagen geistige, geistliche Supermann und Superfrauärzte, die keineswegs bei irgendwas die Nase rümpfen oder gar Vorschläge zu einer Änderung der Lebensweise machen, oder gar, horrible dictu selber irgendwelche Wehwechchen, Verletzungen oder gar Anfälligkeiten haben und deshalb bestimmte Dinge meiden müssen.
Man erwartet von den Christen im Dreck der Welt, man nehme das Gartenbeispiel, herumzukrautern und dabei auszusehen wie auf dem Opernball und dann erwartet man noch, dass die das absolut selbstlos machen, von der Luft und von der Liebe leben und dabei alle anderen in Samt und Seide kleiden und darüber sich noch nicht mal mokieren.
Perfekte Menschen, die alles was irgendwelche Menschen gerade als gut empfinden perfekt umsetzen und das ohne Bruch, also komplett unmöglich, komplett unmenschlich, wenn man es bei Licht betrachtet.
Das Problem ist aber, dass, nun wie sag ich's?
Uns fehlt nach 2000 Jahren Christentum und in einer Welt in der ne Menge Probleme mit denen unsere Altvorderen sich rumärgern mussten, es einfach nicht mehr gibt, die Idee dessen was der Mensch ist, warum er erlöst werden muss!
So nun  aber Schluss mit dem Lamento.
Die Sache ist ganz einfach die, dass es einfach ist zu glauben wenn alles damit gut läuft, das es ungemein schwer ist, wenn es schlecht läuft,
aber es dennoch so ist, dass Gottvertrauen, wenn alles gut läuft einfach ist, aber Gott zu vertrauen, wenn alles schief läuft, bis zum Martyrium, das und nur das ist Glaube!
Und selbst das ist nur die halbe Wahrheit, weil wenn alles schief läuft, an wen soll man sich wenden, wenn nicht an Gott?



 So bleibt es wohl dabei, dass in diesen wirren Zeiten auch die große Chance liegt, Christus wieder ganz neu zu entdecken, frei von der ganzen Patina der Gewohnheit und vielleicht kommt dann auch wieder die Schönheit unter der Patina zu neuem Glanz.

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