Sonntag, 19. Februar 2017

Über den vermeintlich doch nicht festen Bau, ein Fundstück

Mir ist eine Buchbesprechung untergekommen und zwar über dieses Buch hier 
Es ist eine Sammlung von Briefen  Ida Frederike Görres, die sie einem  Benediktinerpater zur Zeit des Konzils und danach über genau selbiges geschrieben hat.
Ich will da gar nicht näher drauf eingehen, aber ein Zitat hat mir zu denken gegeben.
Ida Friederike Görres sieht vieles, an das wir uns mittlerweile gewöhnt haben, so katastrophal wie es ist, sie sieht auch die guten Ideen und das Bild, das mir so zu denken gibt, fängt an mit einer Beschreibung ihrer Spaziergänge am Meer.
Das sieht sie die Wellen, die wegschwemmen und anlagern, zerstörend und schaffend, nennt sie das und fragt sich nun, ob die Kirche nicht heute einfach in einer ansteigenden Flut stünde, die die Sandburgen wieder zerstört und ob nicht
vielleicht vieles, was wir auf den Felsen Petri gebaut und für seine Bestandteile gehalten haben, doch eben nur kindische Sandburgen waren........


Was soll man dazu nur schreiben?
Wir merken es doch alle, dass unsere Kategorien nicht mehr stimmen, dass die alten Schubladen nicht mehr "heben" wie man hier im Dialekt sagt und dass die Gewissheiten und damit die Geborgenheiten, die aus den Gewissheiten kommen, nicht mehr funktionieren.
So erhebt sich einfach die Fragen, wie ist das mit unseren Lebenshäusern?
Sind die gebaut auf Christus? Und ist das Bild von dem festen Fels, der festen Burg, so wie wir es zu verstehen gewohnt sind, nicht in sich verkehrt?
Wer ist denn dieser Petrus zu dem Christus sagt: "Du bist Petrus der Fels und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen!"
Ist das nicht der, der voller Begeisterung ist, aber dennoch den Herrn verrät?
Ist das nicht dieser schwankende Typ, dem der Herr in einer Vision klar macht, dass die alten Speisevorschriften nicht mehr beachtet werden sollen, und eine Weile später fällt er selber wieder dahinter zurück und Paulus weist ihn zurecht?
Nach der Kreuzigung und Auferstehung gehen alle nach Galiläa zurück und schließen sich Petrus an, der beschließt wieder zur alten Lebensart zurückzukehren und fischen geht.
Da kommt der auferstandene Christus und Petrus erkennt ihn nicht, dennoch erhält er den Auftrag die Schafe zu weiden, was er denn dann auch macht.
In Rom kann man das Kirchlein Quo Vadis besuchen, es liegt an der antiken Via Appia und der Legende nach, flüchtete Petrus vor der Christenverfolgung aus Rom, der Papst verließ die Herde, sozusagen, und an der Stelle des Kirchleins traf Petrus Jesus, der sagte: "Ich gehe nach Rom um mich wiederum für dich kreuzigen zu lassen"
Daraufhin kehrte Petrus um.
Unser alter Pfarrer pflegte zu sagen. "Es ist eine Legende, aber die Geschichte passt zu Petrus!"
So hat, wenn wir die Patina der Legenden und der frommen Denkungsart beiseite wischen, das Wort von dem Felsenmann Petrus schon eine gewisse innere Ironie.
Es passt, wenn man es recht durchdenkt eigentlich sehr gut, auch und wenn es einem widerstrebt.
Es passt auch zur Lesung von heute (tridentinisch) wo es um den Korintherbrief geht und Paulus erklärt, dass für ihn seine Schwachheit genüge.
Bei Licht betrachtet, könnte die Krise der gegenwärtigen Zeit uns dabei helfen, besser zu begreifen was wir sind.
Christen, Zugehörige einer Kirche die Christus auf schwankenden Felsen gebaut hat und der Dauer verhießen ist, nicht wegen irgendeines weils, sondern weil Gott es gesagt hat!

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