Freitag, 24. Februar 2017

Vor 12 Jahren hörte man von Jorge Mario Bergoglio ganz Anderes

Sandro Magister hat sich bei Settimo Cielo angesichts der Verwirrung um Amoris Laetitia und des Unwillens des Pontifex, auf die dubia der vier Kardinäle zu antworten auf die Suche nach möglichen Gründen und früheren Wortmeldungen Jorge Mario Bergoglios gemacht und ist da besonders in den Jahren 2004-2006 fündig geworden und auf interessante Aussagen gestoßen, die z.T. seinen aktuellen Aussagen diametral widersprechen.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"NEUBETRACHTUNG. VOR ZWÖLF JAHREN HATTE BERGOGLIO NICHT DIE ZWEIFEL VON HEUTE"

"Von den fünf dem Papst übermittelten dubia der vier Kardinäle zur richtigen Interpretation von Amoris Laetitia beziehen sich drei auf ein früheres päpstliches Dokument, die Enzyklika "Veritatis Splendor" von Johannes Paul II. Und sie fragen, ob drei in dieser Enzyklika kraftvoll wieder bestätigten Wahrheiten noch gelten.

                                       
                                          "Die Wahrheit wir euch frei machen"

Im zweiten dubium ist das die Wahrheit, um deren Bestätigung die Kardinäle bitten:
- die Existenz absoluter moralischer Normen, die ohne Ausnahme gelten, die ohne Ausnahme in sich schlechte Handlungen verbieten (Veritatis Splendor 79)
Im dubium Nr.4 geht es um diese Wahrheit, um deren Klärung sie bitten: -die Unmöglichkeit daß Umstände und Zweck "eine in sich schlechte Handlung in eine gute oder zu rechtfertigende verwandeln können" (Veritatis Splendor 81)
Und schließlich dubium Nr. 5 ist es diese Wahrheit, auf deren Beleuchtung sie immer noch warten:- die Sicherheit, daß das Gewissen niemals die Autorität hat, Ausnahmen von absoluten moralischen Normen, daß verbotene Handlungen.wegen ihres Zieles in sich schlechte Handlungen (Veritaris Splendor, 56) zu erlauben.
Keines dieser dubia ist bis heute von Jorge Mario Bergoglio beantwortet worden. Aber wenn man zu der Zeit zurückgeht, in der er Erzbischof von Buenos Aires war, hätte er Antworten gegeben. Klar und beruhigend.

Im Oktober 2004 fand in Buenos Aires anläßlich der Einrichtung des Johannes Paul II-Lehrstuhls der Päpstlichen Katholischen Universität Argentiniens eine Internationale Theologische Konferenz über nichts anderes als "Veritatis Splendor" statt.

Vorsicht! "Veritatis Splendor" ist keine kleine Enzyklika.
Im März 2014 in einem seiner seltenen und zutiefst durchdachten Schreiben als Papst emeritus, hat Joseph Ratzinger auf die Enzykliken hingewiesen, die seiner Meinung nach unter den 14, die Johannes Paul II veröffentlichte, für die Kirche am wichtigsten sind und aus jeder einige Zeilen zitiert, dann aber eine fünfte hinzugefügt, -eben "Veritatis Splendor", der er eine ganze Seite widmet und die er als "von unveränderter Bedeutung" benennt und damit schließt, daß es "eine große und wichtige Pflicht bleibt, diese Enzyklika zu studieren und zu assimilieren."

In Veritatis Splendor sieht der emeritierte Papst die Wiederherstellung der metaphysischen und christologischen Grundlagen der Katholischen Moral, der einzigen, die in der Lage ist, das pragmatische Abgleiten der aktuellen Moral zu überwinden "in der kein wirkliches Gut und Böse mehr besteht sondern nur etwas, was im Hinblick auf seine Zweckmäßigkeit besser oder schlechter ist".
Mit anderen Worten- das Ziel von Veritatis Splendor war die "Situations-Ethik", die permissive Bewegung, die im 17. Jahrhundert von den Jesuiten bevorzugt und niemals aufgegeben wurde und statt dessen heute in der Kirche noch weiter verbreitet ist.

Bergoglio war der erste Sprecher bei dieser Konferenz. Und eine Rede kann man in den Veröffentlichungen der "Ediciones Paulinas" von 2005 in Buenos Aires in dem Band mit dem Titel "La Verdad los hará libres" nachlesen. ("Die Wahrheit wird euch frei machen")

Eine Rede von Bergoglio von machtvoller, nicht hinterfragbarer Adhärenz an die Wahrheiten, die von Veritatis Splendor bekräftigt wurden -besonders in den drei zuvor erwähnten Fragen oder genau denen, an denen heute nach der Veröffentlichung von !Amoris Laetitia" herumgedeutelt wird.

Z.B; schreibt des damalige Erzbischof von Buenos Aires auf Seite 34 jenes Buches, daß "nur eine Moraltheologie, die immerwährende und für jeden geltende Normen anerkennt, die ethische Grundlage für soziales Zusammenleben- national und international- garantieren kann"- und die gleichen Rechte für die Mächtigen und die Letzten auf dieser Erde verteidigen, während der Relativismus einer Demokratie ohne Werte zum Totalitarismus führt."
Das wäre die Antwort auf das zweite dubium der vier Kardinäle.

Auf Seite 32 schreibt Bergoglio daß das Verstehen der menschlichen Schwachheit "niemals einen Kompromiss oder die Verfälschung des Kriteriums des Guten bedeuten kann, mit dem Ziel es an die Lebensumstände eines Menschen oder von Menschengruppen anzupassen."
Und das wäre die Antwort auf dubium Nr. 4

Auf Seite 30 schließlich weist er die Behauptung eine schwere Versuchung ist, , daß es für einen sündigen Menschen unmöglich ist, das Heilige Gesetz Gottes zu befolgen und deshalb selbst entscheiden zu wollen,was gut und was böse ist, anstatt die Barmherzigkeit anzurufen, die Gott immer ausübt."
Das wäre die Antwort auf das fünfte dubium gewesen.

Was ist aber dann nach der Konferenz in Buenos Aires 2004 passiert?

Was unter anderem passierte, war daß als Reaktion auf die Konferenz ein argentinischer Theologe namens Victor Manuell Fernández 2005 und 2006 Artikel schrieb, die die Situations-Ethik verteidigten.

Fernandez war ein Schüler Bergoglios, der ihn als Rektor der KAtholischen Universität Argentinien wollte und seine Ernennung 2009 festmachen konnte, indem er den verständlichen Widerstand der Kongregation für katholische Erziehung überwand

Nicht erst 2013. Als Bergoglio Papst wurde, beförderte Bergoglio Fernández sofort zum Erzbischof und wollte ihn als Mitarbeiter nicht nur bei der Erstellung des Dokumentes, das die Agenda seines Pontifikates festlegte- der Exhortation "Evangelii Gaudium" sondern auch von anderen bekannten Reden und Dokumenten.

Mit der Wirkung , die man bei "Amoriis laetitia" sehen kann, die mit permissiver Theologei durchtränkt ist und sogar einige Paragraphen enthält, die aus früheren Schriften von Fernández kopiert sind.

Kopiert besonders aus diesen beiden oben zitierten Artikeln fon 2005 und 2006
 "Amoris Laetitia" Has a Ghostwriter. His Name Is Víctor Manuel Fernández"
und aus anderen Artikel aus seiner Feder von 1995 und 2001
   "Ethicist says ghostwriter’s role in "Amoris" is troubling

Und Veritatis Splendor, die Bergoglio 2004 so ausgiebig pries?
Vergessen. Auf den 200 Seiten von Amoris Laetitia wird sie kein einziges mal zitiert.

Quelle: Settimo Cielo, Sandro Magister

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen