Montag, 20. Februar 2017

Warum toben die Völker?

Diese Frage ist schwer alt und mit ihr beginnt der zweite Psalm, den man bis neulich beginnen lies mit: "Warum toben die Heiden?"
Man könnte somit im Umkehrschluss feststellen, dass die, die gegen den Herrn und seinen Gesalbten tobenden  eben Heiden sind, was denn sonst?
In der Vulgata, der Bibelübersetzung des Hironymus steht gentes et tribus also Völker und Stämme, von daher ist wohl die moderne Übersetzung mit "Warum toben die Völker?" die bessere und wenn wir so in die Weltgeschichte gucken auch die zutreffendere.
Lieder gibt es hiervon keine schöne Vertonung, deshalb sei hier diese hier hergestellt:




Nun aber zur Frage:


Der zweite Psalm stellt zudem noch fest, dass es nicht nur der Plebs ist, der vor sich hin tobt, frei nach bekannten dummen Sprüchen, sondern auch die Eliten nicht besser sind, heißt es doch dass die Könige der Erde sich verbündet haben, nicht um vor sich hin zu toben, nein wider den Herrn und seinen Gesalbten.
Nun denn kann man da nur feststellen, ist somit alles nicht gerade aktuell.
Sinn und Zweck der Toberei und Verbünderei ist es: die Fesseln Gottes und sein Joch zu zerreisen.
Auch nicht gerade neu.
Was macht nun der Gott?
Nun  zunächst findet er es amüsant aber irgendwann platzt ihm der Kragen und er spricht zu ihnen im Zorn, so steht es auf jeden Fall da.
Er stellt fest, dass er seinen König Christus eingesetzt hat und jetzt kommt das verstörende, er soll über die Völker herrschen mit eiserner Keule, sie zerschmettern wir Krüge aus Ton.
Man könnte das als alttestamentaische, überholte Vorstellungen abtun, wenn, ja wenn nicht das große Bild aus der Offenbarung des Johannes mit der Frau die vom Drachen bedroht, ihr Kind gebiert, dass dann zu Gott entrückt wird, um, so steht es in der Offenbarung 12,5 das dieses Kind die Völker hüten soll mit eisernen Keule, also, egal wie man es sieht,. es entspricht nicht unserem Bild von der Christusherrschaft, dass so landauf, landab vermittelt wird, als dem lieben, netten, alles verstehenden und alle Konsequenzen höchstselbst tragenden, nie fordernden, und gar keine Regeln aufstellenden Gott.
Vieles an dem Bild ist richtig, Christus trägt die Konsequenzen unseres Tuns, er ist der, der alles versteht, er will aber, dass wir aufhören zu sündigen, er will dass wir uns bessern, er will, dass wir die Gebote Gottes freiwillig befolgen, aber wenn wir das nicht tun, so hat das Folgen.
Deshalb fordert der Psalm auch, damit das nicht geschieht mit den Folgen, mögen die Mächtigen  zur Einsicht kommen.
Tun die Mächtigen das nicht und toben die Völker weiter, wobei man schon feststellen muss, schwer realistisch ist die Bibel schon, so kommt es wie es kommt, aber es heißt abschließend, fast lapidar: Wohl denen die beim Herrn sich bergen!

Hier unten ist der 2. Psalm in der Menge Übersetzung, die angeblich am genauesten am Urtext ist angehängt, damit jeder nachgucken kann, was da so steht.


Was soll das Toben der Völker
und das eitle Sinnen der Völkerschaften? (Apg 4,25)

2 Die Könige der Erde rotten sich zusammen,
und die Fürsten halten Rat miteinander gegen den HERRN und den von ihm Gesalbten:

3 »Laßt uns zerreißen ihre Bande
und von uns werfen ihre Fesseln!«

4 Der im Himmel thront, der lacht,
der Allherr spottet ihrer.

5 Dann aber wird er zu ihnen reden in seinem Zorn
und sie schrecken in seinem Ingrimm:

6 »Habe ich doch meinen König eingesetzt
auf dem Zion, meinem heiligen Berge!« –

7 Laßt mich kundtun den Ratschluß des HERRN!
Er hat zu mir gesagt: »Mein Sohn bist du; ich selbst habe heute dich gezeugt (Apg 13,33; Hebr 1,5; 5,5).

8 Fordre von mir, so gebe ich dir die Völker zum Erbe
und dir zum Besitz die Enden der Erde.

9 Du sollst sie mit eiserner Keule zerschmettern,
wie Töpfergeschirr sie zerschlagen!« –

10 So nehmt denn Klugheit an, ihr Könige,
laßt euch warnen, ihr Richter (= Herrscher) der Erde!

11 Dienet dem HERRN mit Furcht
und jubelt ihm zu mit Zittern!

12 Küsset den Sohn, auf daß er nicht zürne
und ihr zugrunde geht auf eurem Wege! denn leicht entbrennt sein Zorn. Wohl allen, die bei ihm sich bergen (= Zuflucht suchen)!

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