Donnerstag, 2. Februar 2017

Zum Abschluss des Festes Maria Lichtmess, oder über das Ende der Welt

Maria Lichtmess ist, wie bekannt, der Abschluss der Weihnachtszeit und wenn man sich so Advent und Weihnachten Revue passieren lässt, sind diese Feste voller Kerzensymbolik, auch und wenn es manche nervt.
Interessanterweise werden gerade an dem Fest das endgültig die Weihnachtszeit beendet, die Kerzen geweiht.
Das ist, eigentlich so, als würde einem die Liturgie sagen. Weihnachten fängt gerade erst an.

Neulich ist mir der uralte Walt Disney Film "Fantasia" wieder in den Sinn gekommen, an dessen Ende ja zunächst der scheinbar ausweglose, hoffnungslose, alles verschlingende, alles schöne und helle vernichtende Aufstieg des Bösen unterlegt mit der Musik  "Am kahlen Berg" von Mussorgsky gezeigt wird und plötzlich fällt all diese allumfassende, alles verschlingende,  kampflos siegende böse Macht in sich zusammen und die Musik geht über in das "Ave Maria" von Franz Schubert.

Und weil es so schön passt sei es noch mal hier her gestellt:







 Ich denke diese Tage die wir durchleben sind einerseits schlimm, weil alle Gewissheiten, von links und rechts, kirchlich und politisch, alles was man immer gedacht habe, es ist so und wird immer so sein, sich irgendwie in aufzulösen scheinen.
Es ist nicht so, dass das was so gesagt wird, verkehrt ist, aber wenn ich in Politik und Kirche schaue, so fällt mir immer nur Kierkegard ein mit seinem bekannten Aphorismus:

"In dem prachtvollen Dom erscheint der hochwohlgeborene, hochwürdige Geheime General-Ober-Hof-Prediger, der erwählte Liebling der vornehmen Welt, er tritt vor einen auserwählten Kreis von Auserwählten und predigt gerührt über den von ihm selbst ausgewählten Text: ‚Gott hat das in der Welt Geringe und Verachtete auserwählt‘ – und niemand lacht."

Andererseits, denke ich, ist es halt so wie es ist, Welt eben, und standen früher die Katholiken am Zaun zur Welt und weinten, weil sie sich nicht hinübertrauten, so hat man nun den Zaun eingerissen und begreift, von Seiten der progressiven Kleriker überhaupt nicht, warum die Welt einfach nicht kommen will, oder noch anders ausgedrückt, warum die Welt einem nach wie vor hasst.

Und, um zur Synthese zu kommen, es steckt in diesen Tagen die Möglichkeit, dass vieles verloren geht, unwiderruflich und traurig, dass es wirklich zu dem kommt, wovon Papst Franziskus beständig redet, und was mich nervt, weil es mich, so wie er und seine Claqueure, es sagen, an besagten Oberhofpediger von Kierkegard erinnert, aber wovon auch Papst Benedikt geredet hat, wovon (mein ceterum censeo) Romano Guardini schon in den 20ern des letzten Jahrhunderts geschrieben hat, dass die Kirche vieles von dem, was sie ausmacht verlieren wird, um, so sagen es die einen arm und verbeult sein wird, entweltlicht, so sagen es die anderen, ihrem Herrn nachfolgend, verbeult was ja zerschlagen  ist, arm was  entkleidet ist  und dürstend ans Kreuz genagelt.
Um was es mir geht ist, ja es wird wohl dazu kommen, dass die Kirche durch ein letztes Paschah hindurch muss, wie es im Katechismus steht.

Wir lesen dort unter den Nummern 675 - 677 folgendes.

Die letzte Prüfung der Kirche

675 Vor dem Kommen Christi muß die Kirche eine letzte Prüfung durchmachen, die den Glauben vieler erschüttern wird [Vgl. Lk 21,12;Joh 15,19 -20]. Die Verfolgung, die ihre Pilgerschaft auf Erden begleitet 8, wird das „Mysterium der Bosheit" enthüllen: Ein religiöser Lügenwahn bringt den Menschen um den Preis ihres Abfalls von der Wahrheit eine Scheinlösung ihrer Probleme. Der schlimmste religiöse Betrug ist der des Antichrist, das heißt eines falschen Messianismus, worin der Mensch sich selbst verherrlicht, statt Gott und seinen im Fleisch gekommenen Messias [Vgl. 2 Thess 2,4-12; 1 Thess 5,2-3; 2Joh 7; 1 Joh 2,18.22].

676 Dieser gegen Christus gerichtete Betrug zeichnet sich auf der Welt jedesmal ab, wenn man vorgibt, schon innerhalb der Geschichte die messianisehe Hoffnung zu erfüllen, die nur nachgeschichtlich durch das eschatologische Gericht zu ihrem Ziel gelangen kann. Die Kirche hat diese Verfälschung des künftigen Reiches, selbst in ihrer gemäßigten Spielart, unter dem Namen „Millenarismus" zurückgewiesen [Vgl. DS 3839], vor allem aber die „zuinnerst verkehrte" politische Form des säkularisierten Messianismus [Vgl. die Verurteilung des falschen „Mystizismus" dieser Fehlform der Erlösung der Armen in der Enzyklika „Divioi Redemptoris" Pius‘ Xl].

677 Die Kirche wird nur durch dieses letzte Pascha hindurch, worin sie dem Herrn in seinem Tod und seiner Auferstehung folgen wird [Vgl. auch GS 20-21], in die Herrlichkeit des Reiches eingehen. Das Reich wird also nicht in stetigem Fortschritt durch einen geschichtlichen Triumph der Kirche zustande kommen [Vgl. Offb 19,1-9],sondern durch den Sieg Gottes im Endkampf mit dem Bösen [Vgl. Offb 3,18]. In diesem Sieg wird die Braut Christi vom Himmel herabkommen [Vgl. Offb 20,7-10]. Nach der letzten kosmischen Erschütterung dieser Welt, die vergeht [Vgl. Offb 21,2-4], wird es in Gestalt des letzten Gerichts zum Triumph Gottes über den Aufstand des Bösen kommen [Vgl. 2 Petr 3,12-13].

Also wenn es knüppeldick kommt, dann deshalb weil es so sein muss, weil es in der Vorsehung Gottes beschlossen ist, weil diese Welt vergehen muss, damit es zum endgültigen Triumph der endgültigen Vernichtung des Bösen kommen kann, es gilt dann "Richtet euch auf, erhebt euer Haupt, denn es nahet eure Erlösung!"

Das ist der Trost den das Christentum immer, in allen schlimmen Zeiten ever, hat geben können, und weil es diesen Trost gegeben hat, hat die Menschheit noch immer die Kurve gekriegt, es ist noch immer jud jejange, wie der Kölner zu sagen pflegt.

Was mich nur nervt, sind die Leute, die den Tag des Herrn herbeisehnen, also den Untergang von allem und jeden, was wir so gewohnt sind, und dabei vergessen, dass genau das nicht unsere Aufgabe ist, den Tag des Herrn zu beschleunigen, also von dem Kreuzweg zu träumen, den die Kirche wird einmal gehen müssen.
Weh denen die den Tag des Herrn herbeisehnen, denn Finsternis ist er, nicht Tag, sagt schon der Prophet Amos (Am 5,13). 


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