Dienstag, 7. März 2017

"Als Ratzinger sein Haupt mit Asche bedeckte" oder tempora mutantur. Aldo Valli schreibt einen Brief.

Vorgeschichte: am 21. Januar 2009 hatte der Hl. Vater Benedikt XVI da Dekret zur Aufhebung der Exkommunikation für die 4 FSPPX-Bischöfe veröffentlicht.
2 Tage später  explodierte die Williamson-Bombe- und es folgte eine Medienkampagne von unerhörter Aggressivität gegen den Papst, der dann weitere Kampagnen folgten- bis zu jenem Februar 2013.  Übrigens von den Medien- auch katholischen- die sich jetzt in hervorstechenden Papismus hervortun.
"Damals"- schreibt Béatrice von BenoîtXVI-et-moi  "war es (ohne vom Gegenwind der Laien-Medien gegen den Hl. Vater zu sprechen), die gesammelte progressistische Katholizität die "Zweifel", Drohungen und Aufkündigung der Unterstützung zum Ausdruck brachte.  Und die Unterstützung für den Papst war eh schon ebenso rar wir diskret.....Andere Zeiten"

Am folgenden 10.März veröffentlichte Benedikt XVI einen Brief an die Bischöfe der Katholischen Kirche über die Aufhebung der Exkommunikation der vier von Msgr. Lefebvre  geweihten Bischöfe.

"Stellen wir fest, daß  der Hl. Vater, mit der Möglichkeit konfrontiert, daß seine Worte oder Handlungen von den Gläubigen falsch interpretiert werden könnten, nicht zögerte- nicht nur sich selbst in die Sache einzubringen sondern auch ihre "Dubia" zu klären,und sich in einem persönlichen Brief an ihre Hirten direkt an sie zu wenden...(...)
Und wie Beatrice bemerkt, wäre der aktuelle Papst gut beraten. sich von diesem Beispiel inspirieren zu lassen. Dem kann man sich nur anschließen.
Hier geht´s zum Original: klicken
und zu BenoîtXVI-et-moi:  klicken


"ÜBER DIE ASCHE. EINE MUTIGE GESTE UND EINE ERINNERUNG AN BENEDIKT XVI"

 

"Durch Gedankenassoziation anläßlich des Aschermittwochs ist mir der Brief wieder in den Sinn gekommen, den an die Bischöfe der ganzen Welt zu schreiben, Benedikt XVI das während der Fastenzeit zu schreiben, das Bedürfnis hatte. Seit diesem 10. März 2009, einem unter vielen Aspekten dramatischen Augenblick sind 8 Jahre vergangen. 

In diesem Fall war es, als habe Papst Ratzinger sein Haupt mit Asche bedeckt.


                              


Ich weiß nicht, ob sie sich daran erinnern, aber seine Entscheidung die Exkommunikation der vier 1988 durch Msgr. Marcel Lefebvre geweihten Bischöfe aufzuheben, sollte eine Geste der ausgestreckten Hand und ein Versöhnungszeichen sein, die einen Aufschrei der Empörung entfesselte, begleitet von  vernichtender Polemik und unter vielen Aspekten beispiellos.

Vor allem einer der vier traditionalistischen Bischöfe, Msgr. Williamson, hatte zur gleichen Zeit ein Interview gegeben, in dem er (den Holocaust) verleugnenden Erklärungen äußerte, die von den Juden sehr schlecht aufgenommen wurden. 
Der Papst sah sich dann gezwungen, einen Brief an die Hirten zu schreiben, um seine Entscheidung zu erklären und- seinen Irrtum und die Irrtümer der Kurie zugebend (von den Erklärungen Williamsons -durch eine einfache Recherche im internet verifizierbar- nichts gewußt zu haben) sprach er von dem "Zwischenfall" und sagt, daß eine anderer Irrtum, Quelle tiefen Bedauerns, gewesen sei, nicht ausreichend die Reichweite und die Grenzen der Aufhebung der Exkommunikation erklärt zu haben.




Der Theologen-Papst, von vielen als hart und unnachgiebig beschrieben, erschien in diesem Augenblick in seiner ganzen Demut und-ich würde sagen- Zerbrechlichkeit und wirklich hatte dieser Brief an die Bischöfe Aussehen und Klang eines Bußrituals, wie sich Asche auf´s Haupt zu streuen.

Allerdings verzichtete Benedikt nicht darauf, mit kristalliner Klarheit das Ziel seiner Mission zu bekräftigen und er schrieb: "Die Menschen zu Gott zu führen, der in der Bibel spricht: das ist die erste und fundamentale Priorität der Kirche und des Nachfolgers Petri heute. Daraus folgt als logische Konsequenz, daß wir die Einheit der Gläubigen im Herzen haben müssen. De facto stellt ihre Uneinigkeit, ihre innere Opposition die Glaubwürdigkeit dessen, was sie über Gott sagen, in Frage."

Dann zitierte er den Hl. Paulus (Gal.5, 13-15):
"Ihr seid zur Freiheit gerufen, Brüder. Nur nehmt die Freiheit nicht zum Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander in Liebe!" Denn das ganze Gesetz ist in dem einen Wort erfüllt: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!" Wenn ihr aber einander beißt und auffresst, dann gebt Acht, daß ihr einander nicht verschlingt."
Worte von großer Aktualität.

Entfernen wir die Asche, die uns auf den Kopf oder die Stirn gegebene Asche in dieser Fastenzeit 2017 ausgeteilt wurde, nicht zu schnell.

Quelle: Aldo M. Valli, BenoîtXVI-et-moi

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