Montag, 27. März 2017

Das deutsche Rom - München leuchtet manchmal heller

Ricardo Cascioli beschreibt es im unteren Artikel sehr treffend:

Päpste kommen und gehen, Bischöfe kommen und gehen, aber wir bleiben katholisch.
Das konnten wir an diesem strahlenden Wochenende in München wieder wunderbar erleben.
"Maria Verkündigung" war ein Fest wie Weihnachten - nur ohne Bäume. Unsere Kirche war fast so voll, wie am heiligen Abend und dem entsprechend feierlich wurde die Heilige Messe gefeiert. Die Feste der Patrona Bavariae sind eben immer etwas ganz besonderes und der Dank für den Schutz und die Hilfe unserer Gottesmutter lässt die Menschen in die Kirchen strömen.

Die Papsteuphorie ist nach dem Rücktritt Benedikts verflogen und so gehen die Katholiken in Bayern wieder ihrem Glaubensleben nach. Modernisten? Ja, die gibt's auch. Die gehen selten in die Kirche, aber helfen bei der Caritas, oder machen Politik bei Diözesanversammlungen, wo sie die über die neuesten Seventies-Rezepte diskutieren, von denen sie glauben, die seien die richtigen für die "neue Zeit".
Zumindest liest man das hin und wieder mal in den Medien. Aber die fühlen sich auf der protestantischen Seite ganz wohl.

Frauenförderung sehen wir z.B. ganz anders. Und es ist so erfreulich, dass es so viele marianische Vereinigungen gibt, die durch die Kraft des Gebetes zusammengeführt werden und die Traditionen für Prozessionen und Bittgänge aufrechterhalten.  Und vor allem, dass es in einer Großstadt wie München selbstverständlich ist, diese katholische Tradition aufrecht zu erhalten.
So durfte ich am Sonntag zum ersten Mal eine solche Prozession mitfeiern. Und es war ganz großartig.

Mariensaeule oberer Teil
Maria Patrona Bavariae.
Zu Füßen unserer Patrona Bavariae auf dem Marienplatz in München, beteten wir zuerst den "Freudenreichen Rosenkranz". Zunächst beäugt oder bestaunt von den vorbeilaufenden Touristen oder stadtbummelnden Einheimischen. Und man konnte sehen, die Menschen gingen vorbei, kamen zurück, blieben stehen und beteten mit. Schnell waren die Sitzplätze weg und viele mussten stehen. Aber sie blieben - und beteten mit. Nach dem Rosenkranzgebet hörten wir noch eine Ansprache des Vorsitzenden der Vereinigung "Patrona Bavariae" und einen längeren Vortrag eines Priesters, der uns Maria zum Vorbild nahelegte, in Sachen Gottvertrauen, Glauben und auch Mission. Genau. Mission. Ein wunderbarer Text an den sich die Fürbitten anschlossen. Wir beteten für unsere Kirche, für das Land und die Stadt für die Familien und unsere Kinder und trugen alle unsere Anliegen durch Maria zu ihrem Sohn.
Inzwischen war auch die Blasmusik startklar und so zogen wir singend und betend hinter den Bildern der Gottesmutter und einer von Männern getragenen Statue unserer Patrona Bavariae vom Marienplatz zur Residenz. Auf unserem Weg durch die Altstadt passierten wir den Max-Josef-Platz, wo zur gleichen Zeit eine Demo pro Europa stattfand. Und wir haben uns darüber gefreut, dass so viele Menschen die Europafahne in ihren Händen hielten, von der die wenigsten um die Symbolik dieses Kranzes mit den 12 Sternen wissen:

Dieser Sternenkranz schmückt ein paar Meter weiter eine weitere Marienstatue - an der Fassade der Residenz. Sie steht dort seit dem 30jährigen Krieg und wurde nur im 2. Weltkrieg einmal entfernt, um sie vor den Bombenangriffen zu schützen. Selbst auf einer Prozession kann mal also wieder was über die Stadtgeschichte lernen.
ResidenzPatronaBoiariae Muenchen-01
"Patrona Bavariae" an der Westfront der 
Münchner Residenz
Über Odeonsplatz und Theatinerstraße ging es zurück zum Marienplatz. Hier angekommen beteten wir erstmal für unsere menschlichen Schutzengel, die Polizei, die unseren Weg an den Kreuzungen gesichert hatte. Nach dem Schlusssegen sangen wir natürlich die Bayernhymne.

Gemeinsam im öffentlichen Gebet, wir alle sind froh darüber, dass das in München noch so ohne weiteres möglich ist. Es war auch einmal eine neue Erfahrung, fast so etwas wie eine Touristenattraktion zu sein. Denn unsere asiatischen Gäste waren eifrig beim photografieren, als wir vorbeiliefen. Und auch viele andere blieben am Straßenrand stehen, um zuzuschauen.

Und es ist wirklich wunderbar, wieviel Kraft in diesen gemeinsamen Gebeten steckt.
Ich bin ja fast versucht zu sagen, unsre Rosenkränze haben an diesem Sonntag sogar über Bayern hinausgewirkt.







Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen