Dienstag, 7. März 2017

Papst Franziskus, Amoris Laetitia, die Kurienreform und die Abwesenheit der Theologie

Das Thema "Franziskus und die Kurienreform, Amoris Laetitia  und die Tradition der Kirche hat inzwischen schon die  Laienpresse erreicht.
A. Gagliarducci befaßt sich seinem dieswöchigen Beitrag in "Monday in the Vatican" ebenfalls mit diesen für die Kirche brisanten Themen:
Hier geht´s zum Original:   KLICKEN

"PAPST FRANZISKUS, AMORIS LAETITIA UND DIE KURIENREFORM"

" Warum sind die Sakramente so wichtig für die Kirche? Warum erlaubt die Kirche nicht allen den Zugang zu den Sakramenten? Das sind die wichtigen Fragen in der Debatte, die sich direkt um "Amoris Laetitia" aufgebaut hat. Diese Debatte hat die gleichen Grenzen wie alle Diskussionen rund um das Franziskus´Pontifikat: sie schafft Spaltung zwischen den Parteien.

Im Fall von Amoris Laetitia wurde alles auf eine Art Kasuistik reduziert, genau die, wie Papst Franziskus die Kirche zu Beginn seines Pontifikates aufgefordert hatte, vermieden werden sollte. 
Auf der einen Seite sind die, die behaupten "Amoris Laetitia" öffne für die wiederverheirateten Geschiedenen den Zugang zur Kommunion, auf der anderen Seite sind die, die sagen, daß diese angebliche Öffnung nur in einer einzigen Fußnote der apostolischen Exhortation angedeutet werde und daß das Dokument in der für Kirchendokumente einzig möglichen Weise interpretiert werden sollte, in Kontinuität mit dem Lehramt der Kirche.

De facto hat die Debatte nur sporadisch das Thema der Wichtigkeit der Sakramente berührt, sowohl das der Eucharistie als auch das der Ehe. Mit einigen Ausnahmen. 
Wo wir gerade von der Eucharistie sprechen, Kardinal Robert Sarah, zur Zeit Präfekt der Liturgie-Kongregation- hatte feurige Worte. Er hat öffentlich betont, daß die Eucharistie nicht einfach ein Mahl ist, und nur, wenn wir es als solches ansehen würden, könnte jedermann Zugang dazu haben.

Aber Kardinal Sarah - der auch die heutige Säkularisierung verdammt und die Rückkehr zur traditionellen Spiritualität preist-, steht jetzt am Rand dieser Debatten. 
Während berichtet wird, daß die Möglichkeit einer Ökumenischen Messe studiert wird, ist der Kardinal innerhalb seiner eigenen Kongregation immer isolierter. 
Meinungen die des Kardinals erfreuen sich nicht der Sympathie der Medien.

Es gibt einen präzedenzlosen Standpunkt zu den Themen, den das "Van Thuan-Institut für die Soziallehre der Kirche" in einem seiner letzten newsletters auf den Tisch gelegt hat.
Das Institut stellt fest, daß eine direkte Beziehung zwischen den Sakramenten der Ehe und der Eucharistie und dem sozialen Engagement der Kirche besteht.




In wenigen Worten - dies ist die Rationale: wenn der Sinn der  Eucharistie verloren geht, versagt auch die Soziallehre der Kirche. Argumente, die diese Sicht stützen werden- von Stefano Fontana, dem Direktor des Institutes geliefert.

Der Text enthält viele bemerkenswerte Hinweise, über das jetzt triviale Statement hinaus, daß die Familie die lebende Zelle der Gesellschaft ist. Der erste bemerkenswerte Hinweis ist, daß alles zu der Ordnung tendiert, die Gott der Schöpfer wollte- und das Ordnungsthema  ist sehr präsent , z.B. in der Enzyklika "Pacem in Terris" von Johannes XXIII
Fontana aber stellt fest, daß die Ordnung sich nicht selbst trägt-. Es bedarf der Gnade. Sonst- so argumentiert er-Ordnung ist nicht selbsttragend. Sie braucht Gnade. Andernfalls - argumentiert er - sind bürgerliche Ehen, zivile Verbindungen und Kohabitation oft nicht stabil und repräsentieren keine auf Lebensdauer orientierte Lebensform.

Es ist die Gnade des Sakraments, das diesen Bund stärker macht, über die Bedrohung durch die Zeit hindurch. Die Natur kann von sich aus den Stand der Gnade nicht anbieten.

Fontana fährt fort. Er sagt, daß man - um eine Ordnung haben zu können- ein Ziel haben muß und das Ziel ehelicher Beziehungen ist die Procreation, also mit Gott dem Schöpfer beim Schöpfungswerk zusammen zu arbeiten.


Fontana sagt, daß man "nur in der Ehe zwischen Mann und Frau"  eine "ergänzende Komplementarität" finden kann.- die zu einer Ordnung gehört, die an der Basis aller sozialen Beziehungen steht, die zu einer Ordnung gehören und sich nicht nach unseren Wünschen richtet." Das bedeutet am Ende, daß es ohne Ehe keine Gesellschaftsfähigkeit,  keine Gesellschaft oder soziale Ordnung gibt."

Aus diesem Grund hat die Kirche immer die Ehe verteidigt und ehebrecherische Beziehungen als "in sich böse" betrachtet und indem sie die Ehe verteidigte, hat sie die ganze Gesellschaft und ihre Ordnung verteidigt.
Deshalb. so argumentiert Fontana- wenn Ehebruch von einer objektiven Situation der Sünde sich in eine verwandelt, die von Fall zu Fall beurteilt werden muß, wenn ihre Interpretation ...
und wenn es möglich ist, daß die wiederverheirateten Geschiedenen. die more uxorio zusammenleben gültigen Zugang zur Eucharistie haben" würde dieser Schutz fehlen. Und dieses Fehlen des Schutzes würde negative Konsequenzen für die Soziallehre haben.

Hier kommt das Sakrament der Eucharistie ins Spiel. "Eine verminderte theologische Betrachtung der Eucharistie" - unterstreicht Fontana- "würde wichtige Konsequenzen beim Katholischen Engagement für die Soziallehre der Kirche haben," weil die "Eucharistie der wahre Grund für die Kommunion zwischen den Menschen " während Barmherzigkeit "im Sakrament des Altars ihre endgültige Nahrung hat." Kein menschliche oder soziale Tugend " kann sich selbst erhalten" schriebt Fontana.

Am Ende- baut sich das ganze Christliche Engagement beim Aufbau der Welt nah Gottes Plan zur Erlösung - findet eine theologische Motivation in der Eucharistie und in allen Sakramenten, aus denen die Regeneration kommt, die die Transformation der sozialen Beziehungen zustande bringt."


Quelle: A. Gagliarducci, MondayVatican


Fortsetzung folgt.....



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