Dienstag, 28. März 2017

Der Malteser Orden und das Geheimnis der 30 Millionen Schweizer Franken

Nachdem sich Sandro Magister bei Settimo Cielo der causa Malteser Orden & die 30 Millionen Schweizer Franken angenommen hat, ist die Sache virtuell wieder ins Rollen gekommen.
Zunächst stellte Eugenio A.di Robbiato, Kommunikationshef des Ordens in einem an den Vaticanista gerichteten Brief, die Dinge aus offizieller Sicht des Ordens richtig- dem folgte jetzt eine weitere Richtigstellung aus wohlinformierter Quelle- wie Magister glaubhaft versichert- die, was heute in Rom eher die Regel ist, anonym bleiben möchte, ihm aber wohlbekannt ist.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"MALTESER RITTER.  DIE DOPPELTE WAHRHEIT ÜBER DIE 30 MILLIONEN SCHWEIZER FRANKEN"

"Die Antwort von Eugenio Airoldi di Robbiate, Direktor des Pressebüros des Malteser-Ordens- zu dem was am 23. März von Settimo Cielo über das "Geheimnis der 30 Millionen Schweizer Franken" veröffentlicht wurde, ist von anderen Malteser-Rittern nicht stillschweigend hingenommen worden, die der Geistesarbeit des früheren Großmeisters Fra´ Matthew Festing, näher stehen, der am 24. Januar von Papst Franziskus persönlich gezwungen wurde, seinen Rücktritt einzureichen.

Hier nun, was von einer in den Ordensbelangen sehr gut informierten Person in einem an Informationen reichen Brief geschrieben wird, der seinerseits dem widerspricht, was der offizielle Sprecher des Ordens behauptete und das korrigiert oder vervollständigt.



  "Lieber Magister,
Manchmal machen sogar die, die für die Außenkommunikation großer Organisationen verantwortlich sind, Fehler oder ungenaue Angaben. Da gibt es auch keine Ausnahme von der Regel für den Malteser Orden, was kürzlich zu großer Verwirrung führte, besonders bzgl. des New-Zealand CPVG-Trusts mit seinem Schweizer Treuhänder, dessen Existenz zuerst geleugnet wurde, und dem dann eine große Verwirrung über die rechtlichen Umstände folgte, die zu einer Konfrontation zwischen dem Orden und dem Trust führte.

Zur jüngsten Stellungnahme des Ordens muss es einige Klarstellungen geben, um seine Inhalte zu korrigieren oder ihnen zu widersprechen.

Albrecht Freiherr von Boeselager wurde nicht als gewähltes Mitglied des Souveränen Ordensrates abgesetzt, sondern weil gegen ihn ein Disziplinarverfahren eröffnet worden war. Dieser Umstand führte zu seiner Suspendierung als Ordensmitglied und deshalb zu seiner automatischen Disqualifizierung für den Posten des Großkanzlers.

Die ganze Prozedur war juristisch vom Generalanwalt des Ordens geprüft worden, der sie als rechtens beurteilte.
Über alle Begleitumstände wurde auf der Website des Ordens berichtet, was dann später wieder zurückgenommen wurde.
Der Großmeister hatte eine Kopie des Briefes beigefügt, der am 14. Januar an zahlreiche mit dem Orden verbundene Persönlichkeiten geschickt wurde.
In den vergangenen 15 Jahren waren 2 Mitglieder des Souveränen Rates zurückgetreten, beides Italiener, auf Bitten des Großmeisters.

Der Großmeister erfuhr - wie im 2015 verfaßten Report des Ethik-Komitees des Ordens berichtet wird - von der Verteilung von Kondomen und Abtreibungsmedikamenten in der Zeit von 2004 bis 2014, (die dann 2015 wiederaufgenommen wurde) durch Malteser International Ende 2014, nach einem Treffen mit dem Hospitalier in Hongkong.
Nach der Einrichtung eines Ethik-Komitees und der Veröffentlichung des Berichts (zu Beginn von 2016) erbat der Großmeister eine Stellungnahme von Kardinal Müller von der Glaubenskongregation (am 12. März 2016), nach der er begann von Boeselager unter Druck zu setzen.
Deshalb gab es vor Ende 2014 keine Diskussion in Anwesenheit des Großmeisters oder des Souveränen Rates über die Verteilung von Empfängnisverhütungs- und Abtreibungsmitteln - wie ebenfalls durch einen Brief des Großmeisters vom 8.April 2016 bestätigt wird.




Im zuvor zitierten Brief vom 14. Januar 2017 kündigt der Großmeister die vollendete Einsetzung einer professionellen  Kommission innerhalb des Ordens an, um Klarheit in die Ereignisse um den Neu-Seeland-Trust zu klären. Dieser Umstand hat den Verlauf der Ereignisse sehr beschleunigt, die zum Rücktritt des Großmeisters selbst führten.
Augenscheinlich möchte keiner, daß ein Licht auf den Trust, sein Geld und woher es kommt, geworfen wird.
Deshalb ist es nicht genau zu sagen, daß es keine interne Kommission gab, de facto war ihre Einrichtung offiziell angekündigt worden..  
Die Klage gegen den Treuhänder des CPVG-Trusts wurde durch die Einreichung  einer Klage beim Staatsanwalt durch zwei natürliche Personen am 26. April 2016 initiiert.
Am selben Tag eröffnete der Staatsanwalt eine Kriminaluntersuchung gegen unbekannte Personen, wegen verschärfter Unterschlagung, Vertrauensbruchs und Geldwäsche.
Der Malteser Orden und der Hospitaliter Orden des Hl. Johannes von Gott. reichten eine Klage gegen den selben Treuhänder ein, die der ersten vom 10.Mai 2013 folgten.

Die Vermögenswerte der CPGV wurden am 29. April 2013 eingefroren. Der Antrag des Treuhänders des Trusts, der darauf abzielte, die Vermögenswerten wieder freizugeben, wurde vom Appellationsgericht des Gerichtshofs in Genf am 30. April 2014 abgewiesen.
Das Vermögen bleibt eingefroren.

Im Hinblick auf den angenommenen Interessenkonflikt bei drei Mitgliedern der vom Staatssekreriat am 21. Dezember 2016 eingesetzten Kommission, der im Brief des Großmeisters vom 14. Januar 2017 wieder aufgenommen und untermauert wurde, wäre es ziemlich erstaunlich, wenn das Staatssekretariat einen solchen Konflikt selbst zugeben würde.

Es wurde durch den Orden festgestellt, daß von den 30 Millionen Schweizer Franken, die der CPVG-Trust freundlicherweise stiftete, 3 Millionen bereits verteilt wurden.

So verhandelte Odendall - zwischen 2012 und 2013 - mit welcher Autorität ist nicht sicher - mit dem Treuhänder des CPGV-Trusts über eine Spende von rund 2 Millionen Euros (nicht 3 Millionen Schweizer Franken) "an den Malteser Orden" .
Von diesen 2 Millionen wurde eine Million an Malteser International verteilt (aber vielleicht war sich von Boeselager - wie bei den Kondomen - dessen nicht bewußt).

100.000 Schweizer Franken wurden an eine Stiftung "Caritas in Veritate", der Erzbischof Silvano Tomasi vorsteht, gespendet. weil das ein Projekt ist, das Odendall in seiner Funktion als Repräsentant des Internationalen Malteser-Ordens- unterstützt.
2014, als das Vermögen eingefroren wurde,  versuchten Tomasi und Odendall - zusammen mit Marwan Senhaoui, den damaligen Großkanzler, Jean Pierre Mazery, zu überreden, eine Transaktion mit dem Treuhänder des Trusts zu unterschreiben.
Zusammen mit Boeselager - nachdem er Mazery nachfolgend Großkanzler geworden war - versuchten sie in den folgenden Jahren den Großmeister zu überreden. Am 21. Dezember 2016 wurden die drei in die vom Staatssekretariat zusammengestellte Kommission berufen.

Die Entscheidung die Klage gegen den CPGV-Trust in Genf fallen zu lassen, soll 2016 gefaßt worden sein. Aber hier könnte es nötig sein, die Ordensleitung genauer zu definieren.
De facto haben weder der Großmeister, der bis zu allerletzt immer geleugnet hat, die Autorisierung zur Unterschrift gegeben zu haben, noch der Souveräne Rat, der nach Auskunft einiger seiner Mitglieder niemals über Themen in Verbindung mit dem Trust diskutiert hat,  jemals beschlossen, die Klagen fallen zu lassen. Was "Ordensleitung" bedeuten könnte, ist deshalb nicht klar und ist ein der Konstitution und dem Kodex des Ordens unbekannter Terminus.

Man erwähnt auch von einer Entscheidung vom 17. Januar 2017,  die Klage zurückzuziehen, gerade als alle Regierungs-Handlungen aus der Zeit zwischen dem 6. Dezember 2016 und dem 28. Januar 2017 für null und nichtig erklärt wurden, zuerst vom Staatssekretariat und dann am 28. Januar 2017 vom Souveränen Rat ratifiziert. Man hätte also jede Aktion unterbrechen und darauf warten sollen, daß ein neuer Großmeister sein Amt übernimmt, bevor man die Transaktion unterzeichnete. 

Was das Schicksal der Spende angeht, besteht die Hoffnung, daß sie nicht benutzt wird, um Kondome zu kaufen, sondern für humanitäre Projekte zur vollen Verfügung des Ordens steht und nicht irgendeiner deutschen Clique durch von ihr kontrollierte Organisationen.

Es bleiben die Zweifel über den Ursprung dieser 30 Millionen Schweizer Franken. Sie scheinen in der Tat von einer Liechtensteiner Stiftung. namens Malta-Stiftung, zu stammen und dann durch einen Malta-Trust unter Neuseeländischem Gesetz gegangen zu sein bevor sie schließlich im CPVG -ebenfalls unter neuseeländischem Recht - landeten.
Aber in diesem Fall, der den Orden in Konfrontation zum Treuhänder brachte, wurden zwei weitere Stiftungen erwähnt, eine mit Basis in Panama und ein weiterer Neuseeland-Trust.
Ein sehr seltsamer Kreislauf."

Herzlichst......
Unterschrift

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