Montag, 6. März 2017

Die große Versuchung Christi und wir

Der folgende Text bezieht sich auf das Evangelium vom ersten Fastensonntag, das bekannt ist unter dem Titel "Jesus wird in Versuchung geführt"
Hier noch mal der Text:

 Dann wurde Jesus vom Geist in die Wüste hinaufgeführt, um versucht zu werden vom Teufel. 2 Nachdem er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn zuletzt. 3 Da trat der Versucher hinzu und sagte zu ihm: »Bist du Gottes Sohn, so sag, daß diese Steine Brote werden.« 4 Er aber antwortete: »Es steht geschrieben: ›Nicht nur von Brot lebt der Mensch, sondern von jedem Wort, das hervorgeht aus dem Munde Gottes‹ (5 Mos 8,3). 5 Dann nahm ihn der Teufel mit in die Heilige Stadt, stellte ihn auf die Zinne des Tempels 6 und sagte zu ihm: »Bist du Gottes Sohn, so stürze dich hinab; denn es steht geschrieben: ›Seinen Engeln wird er deinetwegen befehlen, und sie werden dich auf Händen tragen, damit du nicht an einen Stein deinen Fuß stoßest‹.« (Ps 91,11f). 7 Jesus aber erwiderte ihm: »Wiederum steht geschrieben: ›Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen‹ (5 Mos 6,16).« 
8 Abermals nahm ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg, zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit 9 und sagte zu ihm: »Dies alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest.« 10 Da sprach Jesus zu ihm: »Weiche, Satan! Denn es steht geschrieben: ›Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen‹ (5 Mos 6,13).« 11 Da ließ der Teufel von ihm ab, und siehe, Engel traten hinzu und dienten ihm.


den großen Versuchungen wurde auch Jesus ausgesetzt und sie sind, laut dem Text der Schrift, die Bedürfnisse des Fleisches, und zwar die echten, 40 Tage fasten, echt fasten d.h, einfach nichts essen, nur Wasser trinken, dann hat man Hunger, gerade zu animalischen Hunger, wie die berichten, die das ausprobiert haben.
Die zweite Versuchung war die des  Ruhmes und die dritte die der Habgier, beiden erliegen doch  "alle" mehr oder weniger, und das auch ohne vorheriges Fasten, wenn man sich so umguckt und den Spiegel nicht vergisst.

Das alles lässt sich nachlesen bei den Kirchenvätern, genauer hier 
in dem grandiosen Text des Thomas von Aquin, der zu den Stellen des Neuen Testaments die entsprechenden Väterzitate gesammelt hat.
Diese Fleißarbeit ist übersetzt worden und wie schon geschrieben hier online verfügbar.

Von daher ist es vielleicht, bei Licht betrachtet,  nicht gerade verwunderlich, wenn man das Gefühl hat über die Kirche sind die Versuchungen hereingebrochen und ihr fällt wenig dagegen ein, als diesen auf den Leim zu gehen.
Wir haben es uns doch ohne den lieben Gott und seine lästigen Gebote sehr, sehr commod in dieser Welt eingerichtet, wenn man  die Sache so recht betrachtet, warum nur sollten dann die so nett vorgetragenen Versuchungen von uns fernbleiben und warum nur soll man ihnen nicht auf den Leim gehen?



Wen man  Hunger hat und aus Steinen Brot machen kann, ja warum nur soll man das nicht tun? Und wenn man es für sich nicht tut, warum dann nicht für andere?

Wenn doch Gott mir Schutz zugesagt hat, warum soll ich mich da nicht drauf verlassen, dass er das tut, und statt dessen ängstlich darauf achten, dass Gott sein Wort nicht wahr werden lassen muss?
Ja ist das nicht irgendwie bigott ein Misstrauen gegenüber Gott?

Und das letzte, ja sind die Reiche dieser Welt nicht Gottes?
Kann man sich nicht gerade niederwerfen vor wem man will, wo man doch mit den Reichen dieser Welt, soviel Gutes tun kann?
Und ist es nicht so, dass der liebe Gott alles geschaffen hat und daher in allem auch den göttlichen Funken verehrt? Und überhaupt, wenn es den Teufel doch glücklich macht, warum nicht?
Lehrt uns doch die moderne Theologie, dass es den Teufel gar nicht gibt, dass Gott ja gar nichts anderes wollen können kann, als dass es uns gut geht und dass er will, dass wir das haben was wir haben wollen, weil wir doch selber am besten wissen, was gut für uns ist?

Für den Gläubigen ist diese, die letzte Stelle schon irgendwie merkwürdig, weil was denkt sich der Teufel eigentlich dem Schöpfer von allem und jedem anzubieten ihm das zu geben, was für ihn nichts anders ist als der Schemel unter seinen Füßen? (Matt 5,35).
Andererseits wenn der Teufel das Jesus anbieten kann, dann heißt das doch, die Reiche der Welt sind sein, es gibt einen Unterschied zwischen der Schöpfung und den Reichen der Welt.
Und wenn der Teufel es wagt Christus damit in Versuchung zu führen, so müssen wir uns nicht wundern, wenn er es auch mit der Kirche und uns immer wieder versucht.

Wir sehen es ist gar nicht so einfach mit den Versuchungen, und im Grunde kommen einem, wenn man die Patina der Gewohnheit wegwischt, die Antworten Jesu einfach schwach vor.
Er widerlegt nicht, begründet nicht, sondern antwortet mit anderen Bibelstellen und genauso schwach kommt man sich, als frommer Christ doch hin und wieder auch vor, wenn man in der Diskussion sich nur noch auf die Bibeltexte retten kann, weil das andere doch nicht nur vernünftig, sondern auch gut und nett, barmherzig, freundlich daher kommt und man selber sich vorkommt wie die alte katholische Hexe vom Dienst, uneinsichtig, stur und keine Ahnung von nix.

Vielleicht bleibt uns aktuell nichts anderes übrig als mit Christus unterzugehen, damit wir mit ihm wieder auferstehen können?

In diesem Sinne. gesegnete Fastenzeit und vielleicht wäre es eine Alternative in dieser Fastenzeit vermehrt in der Schrift zu lesen.



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