Freitag, 17. März 2017

Die schwarze Legende der Herren Hochhuth, Cornwell, Goldhagen et al. Wie lange noch?


Father Leo Chamberlain OSB hat im Catholic Herald einen Beitrag zu der immer noch verbreiteten, so falschen wie böswilligen Sicht Papst Pius´ XII als dem "schweigenden" Papst oder dem "Papst Hitlers", der durch die Unwissenheit und Geschichtsunkenntnis der Adressaten solcher Verleumdungen immer noch weitergegeben wird.
Es wird höchste Zeit, das ein für alle mal zu ändern, aber das wird schwierig, nicht nur weil so liebgewonnene Fehleinschätzungen so ungern aufgegeben werden. Die Ursprungsquelle dieser Rufmordkampagne ist noch nicht versiegt.
Hier geht´s zum Original:  klicken   LESEN!!!!

           "DAS ENDE VOM "HITLERS PAPST-MYTHOS"

50 Jahre lang ist die Wahrheit über den Kampf Pius´XII gegen den Nazismus unterdrückt worden. Aber neue Beweise machen seinen Heroismus unleugbar.


             
"Es ist England kaum wahrgenommen worden, aber eine bemerkenswerte Entwicklung hat sich seit kurzem in der Holocaustforschung ergeben. Vor fast 2 Jahren hat die Internationale Raoul-Wallenberg-Stiftung, ein historisches Forschungsinstitut, ein "bescheidenes" Projekt gestartet. 
Das sollte "Häuser des Lebens" mit einer Plakette kennzeichnen, Orte an denen Juden während des Krieges Zuflucht fanden. 
Es wurden mehr als 500 solche Häuser in Italien, Frankreich, Ungarn. Belgien und Polen gefunden.
Eduardo Eurneklian, Vorsitzender der Stiftung, schrieb, daß "wir zu unserem Erstaunen erfuhren wir, daß die überwältigende Mehrheit der "Häuser des Lebens" Institutionen waren, die mit der Katholischen Kirche verbunden waren, einschließlich Konvente, Klöster, Internate, Krankenhäuser etc."

Allein in Rom fanden rund 4500 Personen Zuflucht in Kirchen, Klöstern, Konventen und Internaten. In Warschau beschützte die Allerheiligen-Kirche Juden, das war bemerkenswert, weil die Strafe für Polen, die Juden halfen, das Todeslager oder die sofortige Exekution waren.

Es paßt,  daß eine nach Raoul Wallenberg benannte Stiftung diesen ausgedehnten katholischen Beitrag zur Rettung jüdischen Lebens finden sollte. Wallenberg war während des Krieges schwedischer Diplomat in Budapest. Er und der Päpstliche Nuntius Angelo Rotta retteten 120.000 der 150.000 Juden der Stadt. Wallenberg wurde von der Roten Armee verhaftet und nie wieder gesehen.



Die Nachrichten über die "Häuser des Lebens" sind nur deshalb überraschend, weil die Wahrheit über die Kirche und die Juden im Zweiten Weltkrieg unterdrückt worden ist. Verschiedene Helfer des Kriegs-Papstes Pius XII haben bezeugt, daß sie auf seine direkte Weisung hin an der Rettung von Juden gearbeitet haben. Zu ihnen gehörten zwei zukünftige Päpste. Msgr. Angelo Roncalli (Johannes XXIII) und Msgr. Giovanni Battista Montini (Paul VI). Pius XII brachte Juden sowohl im Vatican selbst als auch in Castel Gandolfo unter.

Jetzt ist ein guter Moment, um an das Zeugnis der Kirche gegen das Nazitum zu erinnern.  Vor 80 Jahren, am 14. März 1937 brachte Papst Pius XI "Mit brennender Sorge" heraus, die Enzyklika die explizit in Deutsch geschrieben war und den Nationalsozialismus verurteilt.  "Wer immer Rasse oder das Volk oder den Staat preist und sie auf einer idolatrischen Ebene vergötzt, pervertiert eine von Gott geschaffene Weltordnung" schrieb der Papst.

Papst Pius´ Staatssekretär war Kardinal Pacelli, der zukünftige Pius XII. Er verteilte den Text, bei dessen Entwurf er heimlich in Deutschland mitgewirkt hatte.
4 Jahre vorher hatte er ein Konkordat zwischen dem Hl. Stuhl und Deutschland verhandelt, nicht zum Appeasement des Nationalsozialismus sondern um die Nazis durch einen internationalen Vertrag zur Verantwortung ziehen zu können.
Das Regime hielt ihn für einen "Judenfreund"; er hatte mehr als 50 mal gegen die Nazi-Politik protestiert, zum erstenmal am Tage nach der Annahme des Ermächtigungsgesetzes, das Hitler die Macht gab, Gesetze ohne die Zustimmung des Reichstages zu erlassen.
Pacelli wurde so sehr als Nazi-Gegner angesehene, daß das 3. Reich 1939 versuchte, seine Wahl zum Papst zu verhindern.

Pacellis persönliche Geschichte ist wichtig. Er war deutschenfreundlich und ebenso philosemitisch- von Jugend an. Als Nuntius in Bayern zur Zeit der kurzen kommunistischen Republik bewies er seinen persönlichen Mut, indem er auf seinem Posten blieb. Sein Sympathie und Freundschaft -einschließlich dem großen Dirigenten Bruno Walter- war wohlbekannt und er hat vielen diskret geholfen.
Auf Walters Bitte hin, erreichte er die Freiheit für einen Musiker, Ossip Gabrilowitsch, der während eines Pogroms in Bayern während der kommunistischen Herrschaft verhaftet wurde. Sicher in Amerika, wurde Gabrilowitsch der Gründungsdirektor des Detroit-Sinfonie-Orchesters. Walter selbst wurde später Katholik.

Vor dem Krieg nahm Pacelli außerordentliche Risiken auf sich, um der Deutschen Opposition zu helfen. Er wußte, welche Generäle Aktionen gegen Hitler planten und sicherte zu, daß ihre Pläne die Britische Regierung erreichten.

In einer Situation großer Schwierigkeiten tat Pius XII das, was kein anderer tat, um Jüdisches Leben zu retten. Er wußte ziemlich früh, was dem Jüdischen Volk wirklich passierte. Zu der Zeit leugneten das viele, einschließlich ein Britischer Diplomat, der von "diesen jammernden Juden" schrieb. Weder England noch Amerika machten es den Juden leicht, ins Exil zu fliehen - der "Kindertransport war eine gesegnete Ausnahme"

In den Kriegsjahren handelte Pius XII direkt in Italien und mit Hilfe der päpstlichen Diplomaten in Rumänien, Ungarn der Slowakei und andernorts. Es ist angesichts der Umstände nicht überraschend, daß es keine festen Zahlen für die durch den Papst und die Kirche auf die eine oder andere Weise Geretteten gibt. Sie mögen zwischen 500.000 und 850.000 liegen.

Die Statements Pius´ XII sowohl vor dem Krieg als auch während des Krieges waren unmißverständlich feindlich gegenüber dem Nationalsozialismus. Die Alliierten hätten vielleicht mehr gewollt, aber der Preis wäre das Ende alles Guten, das der Papst tun konnte, gewesen. Die Nazis haben diese Bedeutung sehr wohl verstanden. Ein Plan Pius XII zu entführen, wurde nur durch die unwahrscheinliche Intervention von SS-General Karl Wolff abgewendet.

Der Papst war ebenso klar was die Übel des Kommunismus und die bösartigen Stalinistischen Religionsverfolgung anging. Aber er sagte nichts dazu während des Krieges. Alliierte Diplomaten im Vatican haben das verstanden, und erkannten, daß nur so die päpstliche Neutralität des Hl. Stuhls aufrecht erhalten werden konnte, die es ihm ermöglichte, Tausenden von Juden in kirchlichen Häusern in Italien und dem Vatican selbst unterzubringen.
Sie erlaubte es ihm auch,  Kontakte herzustellen, sodaß Informationen über Kriegsgefangene und den Holocaust die Alliierten erreichen konnten.

Alles das wurde während des Krieges und danach anerkannt, nicht zuletzt von den Juden. Albert Einstein, der Nazi-Deutschland entkommen war- sagte 1940 :"Nur die Kirche konnten Hitlers Kampagne zur Unterdrückung der Wahrheit stark im Wege stehen. ...ich sehe mich gezwungen, das, was ich einmal verachtete, jetzt vorbehaltlos preise."

Chaim Weizmann, Israels erster Präsident, und Isaac Herzog, der Oberrabbiner Israels, zollten ihm ebenso Tribut. Israel Zolli, der Oberrabbiner Roms, wurde Katholik und nahm als Taufnamen Eugenio- aus Dank an ihn- an.
Nach Pius´ Tod 1958 schrieb Golda Meir, die damalige Israelische Außenministerin: "Wir betrauern einen großen Diener des Friedens."

Die Nazis haßten die Kirche. Tausende Katholischer Priester wurden -speziell in Dachau, dem "Priesterlager" eingekerkert.
Es stimmt, daß einige Bischöfe der Appeasement-Politik folgten: Kardinal Adolf Bertram von Breslau, der 1945 angeblich eine Requiem-Messe für Hitler anordnete.
Einige Katholiken verrieten Juden oder massakrierten sie- wie 1941 in Jedwabne. Aber andere, besonders Bischof Clemens August von Galen von Münster und Bischof Konrad von Preysing von Berlin taten alles, was sie konnten, um dem Nazitum zu widerstehen. Preysings Agent, Bernhard Lichtenberg, Propst der Berliner Kathedrale fiel einem Justizmord zum Opfer und wird heute als Märtyrer anerkannt.

Dennoch wurde in den fast 60 Jahren seit Pius´ XII Tod sein Ruf verleumdet.
Ein kürzliches Beispiel war der Bericht der BBC, daß das stille Gebet von Papst Franziskus in Auschwitz eine Wiedergutmachung für das Schweigen der Katholischen Kirche sei. Die Gesellschaft (BBC) hat einfach nur wiederholt, was als Ansicht über Pius XII und die Geschichte der Kirche während des Krieges akzeptiert wurde.

Lord Alton of Liverpool protestiert sofort und gemeinsam haben er und ich eine formelle Beschwerde an die BBC geschickt. Es folgte ein beträchtlicher Briefwechsel. Zu Beginn des Dezembers wurde die Beschwerde aufrecht erhalten.
Fraser Steel, Chefredakteur der Beschwerdeabteilung schrieb:
"Dieses hat den öffentlichen Äußerungen der folgenden Päpste oder Bemühungen zu den Instruktionen Pius XII, Juden zu retten, nicht dass nötige Gewicht gegeben und hat eher die überlieferte Ansicht gestützt."

Die negative Sichtweise Pius´ kennzeichnet eine erstaunliche Umkehr seines
Rufes. 1963 veröffentlichte der zuvor unbekannte Deutsche, Rolf Hochhuth, ein Theaterstück namens "Der Stellvertreter", das Pius XII des Holocausts beschuldigt. Hochhuth behauptete,  das sei historisch genau. Das Stück wurde in Berlin uraufgeführt und von der Royal Shakespeare Companie in England und Amerika aufgeführt.

Die Herkunft von Hochhuths Stück und der Grad kommunistischer Unterstützung weckte Verdacht. Die UdSSR hatte ein starkes Interesse daran, die moralische Autorität des Papstes und der Katholischen Kirche zu zerstören. Krushchew, ein Massenmörder eigenen Rechts, sagte damals, daß Tote sich nicht verteidigen können.

Bestätigungen für diesen Verdacht kamen erst 1998 durch die Veröffentlichung der Memoiren von Jon Mihai Pacepa, eines rümänischen Dreisterne-Generals der Securitate, der sich 1978 absetzte.
Nach Angaben Pacepas entstand das als "Sitz 12" bekannte Projekt in Moskau mit Krushchew.
Von 1959 an hatte Pacepa seine Spione, die als Priester auftraten, angewiesen, die Vaticanischen Archive zu durchstöbern.
Sie fanden nichts, was sie gebrauchen konnten, aber Ivan Agayants, der Chef der KGB-Desinformationsabteilung, hatte Hochhuth mit falschen Informationen füttern können, die der nur allzu bereit nutzte.
Das Ziel des Kremls war es, Papst Pius zu diskreditieren und das wachsende Verständnis zwischen der Kirche und dem Judentum zu zerstören.

Der amerikanische Schriftsteller Ronald Rychlak, der diese Geschichte höchst detailliert untersucht hat, schließt, daß Hochhuth von solchen sowjetischen Desinformationen sehr abhängig war. Nicht daß Hochhuth der einzige Autor gewesen wäre: sein Stück wurde von Erwin Piscator, einem berühmten Regisseur und einflussreichen kommunistischen Agenten, neu geschrieben und massiv verändert.

1964 ordnete der Sel. Paul VI eine detaillierte Untersuchung an, die dann 1981 veröffentlicht wurde, in der das Ausmaß der päpstlichen und katholischen Unterstützung für das Jüdische Volk während des Krieges gezeigt wurde. Das hätte das Ende der Geschichte sein sollen.
Das war es nicht.
Eine Anzahl jüdische Gelehrte, wie Daniel Goldhagen haben in einer Veröffentlichung von 1990 die Anschuldigungen bestärkt. Das hatte seine Wirkung. Der herausragende Historiker Sir Martin Gilbert schrieb, daß er wiederholt die Bitte erhalten habe, Studien für Dissertationen zu unterstützen, die üblicherweise Bezug zum "schweigenden" oder sogar "antisemitischen" Pius XII hatten.

John Cornwells "Hitlers Papst",1999 veröffentlicht, führte ernsthaft in die Irre. Er behauptete, daß Pacelli "stereotype antisemitische Ansichten" gehabt habe. 
Das basierte u.a. auf Falschübersetzungen, Fehlinterpretationen und selektivem Zitieren eines langen Briefes aus dem Jahr 1919 von Pacelli, in dem er vom Treffen mit dem Vorsitzenden der Bolschewistischen Verwaltung in München berichtete. 
Cornwells Buch hing viel zu sehr von den verständlicherweise verbitterten Erinnerungen Heinrich Brünings, dem exilierten früheren Deutschen Kanzler, ab. 
"Hitlers Papst" war in Wirklichkeit Teil einer Kampagne gegen den Hl. Johannes Paul II. Aber das ist ein anderer Kriegsschauplatz und hat nichts mit der Bewertung Pius´ XII zu tun.

Cornwells Buch fand weite Verbreitung und gute Rezensionen von den liberalen Medien. Es wurde - zusammen mit anderen Büchern gleicher Absicht - durch bekannte Kritiker, wie Rychlak, Gilbert und Rabbi David Dalin zerpflückt. Zusammen liefern sie Beweise für die Falschzitate, die Fehlinterpretationen und sogar die Böswilligkeit dieser Bücher.
Die Medien haben wenig Platz für diese Korrekturen gefunden. 
So bleibt die Lüge als akzeptierte Geschichte.
Aber das Beispiel der BBC läßt vermuten. daß sich das ändern kann.

3 Schritte würden in all dem Falschen gegen Pius viel Gutes tun.

1. Die BBC sollte eine große Dokumentation über den Papst, der Tausende von jüdischen Leben gerettet hat, vorbereiten. Man sagt mir, daß die BBC das in Betracht zieht. Sie hat anerkannt, daß es einer näheren Untersuchung bedarf.
Die hat es natürlich schon gegeben: die Frage ist ob die Gemüter offen für sie sind.

2. Das kritische Statement über Papst Pius XII in Yad Vashem, Israels offizieller Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust, sollte inhaltlich revidiert werden. Viele Helfer des Papstes werden jetzt unter den "Gerechten der Völker"  genannt. Er braucht keinen Baum, man sollte einen ganzen Wald in seinem Andenken pflanzen. Die Geschichte der "Häuser des Lebens" geben dem Beweis für seinen Mut weiteres Gewicht.

3. Die Seligsprechung Pius´ sollte unverzüglich vorangehen. Rom hat bereits seinen heroischen Tugendgrad anerkannt und so den Weg für seine Seligsprechung geebnet.

Das letzte Wort sollte Pius selbst haben. 1943 schrieb er: "Die Zeit wird kommen, wenn unveröffentlichte Dokumente über diesen schrecklichen Krieg öffentlich gemacht werden. Dann wird die Unsinnigkeit aller Anschuldigungen am hellen Tageslicht offensichtlich werden. 
Ihr Ursprung ist nicht Unwissenheit sondern Verachtung der Kirche."

Damals bezog er sich auf die Nazi-Propaganda. 
Seine Worte passen aber ebenso auf die bösartigen Verleumdungen der vergangenen 60 Jahre.

Quelle: Father Leo Chamberlain, Catholic Herald,

Autor: der sehr ehrenwerte Fr Leo Chamberlain OSB, ist früherer Direktor des Ampleforth College. Er ist Gemeindepfarrer von St. Johannes der Täufer in Easingwold, North Yorkshire.






  








1 Kommentar:

  1. Bereits 1959 wurde ein Buch veröffentlicht, das dem Allem widerspricht, ich hatte es gekauft und mit Freude gelesen:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Pascalina_Lehnert

    https://www.amazon.de/Ich-durfte-Ihm-dienen-Erinnerungen/dp/3885670410

    Wer sie war:
    http://de.radiovaticana.va/storico/2007/12/12/d_vatikan_die_rechte_hand_von_pius_xii/ted-173528

    ... warum haben sich die Gerüchte trotzdem so hartnäckig gehalten? Weil "man" die Wahrheit nicht wollte, wer auch immer hinter "man" steckt. Jedenfalls einflussreiche Leute.

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