Montag, 20. März 2017

Filioque.....der Dreh-und Angelpunkt bei der Ökumene mit den Orthodoxen.


Father Hunwicke hat sich im Rahmen seiner Überlegungen zur Ökumene, Gedanken über das Filioque im Credo von Nicäa gemacht und läßt uns bei liturgicalnotes an ihnen teilhaben.
Hier geht´s zum Original:   klicken


                                                    "FILIOQUE"
"Ich habe nicht die Absicht, denen, die die groben Umrissse schon kennen, zu erklären, worum es hier ab initio geht. Nur einige Fakten hinzufügen, die vielleicht einige noch nicht kennen.

1995 hat der Päpstliche Rat für die Christliche Einheit ein gelehrtes und interessantes Papier veröffentlicht, in dem suggeriert wird, daß die fehlende Korrelation zwischen dem griechischen Wort
ekporeuesthai und dem lateinischen procedere "hervorgehen" Teil des Problems i
Ekporeuesthai  bezieht sich auf den Ursprung des Heiligen Geistes innerhalb der ewigen und glorreichen oikonomeia der Heiligen Dreifaltigkeit.
Und weil der Vater der Ursprung (aitia) des Beginns der beiden anderen Personen ist, muß der Geist klarerweise vom Vater allein ausgehen. Vorzuschlagen, er können ebenso aus dem Sohn hervorgehen, birgt die Gefahr-zwei Quellen der Göttlichkeit zu postulieren- und so an zwei Götter zu glauben.

Procedere ist andererseits ein Wort mit breiterer Bedeutung. Es teilt sowohl die Bedeutung von ekporeuesthai als auch von aussenden (proienai) des Geistes durch den Sohn  in der Zeit. Und es schließt die Möglichkeit ein, festzustellen, daß der Geist vom Vater durch den Sohn ausgeht. Als die Westkirche gegen den Arianismus kämpfte, schien es wichtig zu sein, die volle Göttlichkeit des Sohnes zu hüten und Seine authentische Missio des Geistes ins Glaubensbekenntnis aufzunehmen. 
Man könnte also argumentieren,  daß das filioque mit ekporeuethai schwer irrtümlich sei, weil es gleichbedeutend mit Polytheismus ist, während das weitermachen ohne das Filioque sehr zum Arianismus tendiert.

Es ist wohlbekannt, daß Rom das Hinzufügen des filioque zum Glaubensbekenntnis streng verbietet, wenn es griechisch (oder aus dem Griechischen übersetzt) ist- ob bei unierten Byzantinern oder im Kontext der Ökumene. Aber sie hatte keine Eile, das filioque aus dem Credo zu entfernen, wenn es lateinisch (oder aus dem Lateinischen übersetzt) benutzt wird.


Im Jahr 2000 kam es zu einer signifikanten neuen Entwicklung. Kardinal Joseph Ratzinger verfaßte ein Dokument- mit dem Titel "Dominus Iesus", das sofort Ziel hysterischen Mißbrauchs durch Analphabeten wurde, die es nicht lesen konnten (einschließlich des armen George Carey). 

Sie erinnern sich sicher an das Geschrei, das zu der Zeit von der öku"manischen" (ecumaniac) Industrie sowohl innerhalb als auch außerhalb der Katholischen Kirche erhoben wurde.
Dieser Furor hat gelegentlich immer noch einen Nachhall. Das ist und war unglücklich: das Dokument präsentiert einige interessante, in jeder Weise ökumenische Vorschläge. Nicht der geringste dabei ist der, als Fundament des Christlichen Glaubens das Credo von Nicäa in Latein und ohne das filioque anzugeben.

Es würde mir kaum Schlaflosigkeit verursachen, wenn ein Römischer Pontifex das filioque aus dem lateinischen Credo entfernen würde. Aber es würde einige Spuren hinterlassen, z.B. das quicumque vult. Und ich kenne einen Anglikanischen Priester, der sehr orthodoxophil ist, der an einem bestimmten Punkt des Credo die Lippen zusammenpreßt. Aber wenn er in College-Kapellen hier in Oxford Dienst tut, muß er es singen, in der Litanei "hervorgegangen aus dem Vater und dem Sohn..." weil es sonst eine verheerende Verwirrung gäbe, wenn der Chor seine Worte wiederholen muß. 

Der gelehrte Dom Benedikt von Silverstream hat mir einmal eine Version des Pange Lingua gezeigt, in der ein West-Orthodoxer die Doxologie des Hl. Thomas neu geschrieben hatte.....

Nein, ich würde diese Wege nicht gehen wollen. Der Lateinische Westen hat genau so ein Recht auf die Integrität seines eigenen Erbes, wie es der Byzantinische Osten hat. Am besten läßt man die schlafenden Hunde in Ruhe.....


Und wir tapferen Presbyter des Ordinariates werden auch kaum vergessen, daß das filioque von dem syrisch-griechischen Hl. Theodore, den der Hl. Papst Vitalian (657-672) nach Canterbury schickte, in der Englischen Kirche eingeführt wurde. Ich denke wir könnten die ....Englisch-Orthodoxen in einem saftigen Streite bei den Hörnern packen, indem wir sie fragen, ob die "Angelsächsische Kirche" des Hl. Theodore orthodox war... oder nicht....


Quelle: liturgicalnotes., Father J.Hunwicke


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