Samstag, 18. März 2017

Glauben wir das wirklich?

Manchmal laufen mir irgendwelche Kirchenlieder über den Weg, die ich nicht oder doch eigentlich sehr gut kannte und ab  und an treffen sie mich.
Also ich sing dann nicht nur so mit, aus reiner Gewohnheit, sondern denke "Das schmeckt ja nach Wahrheit!"
Eins davon ist ein Lied des evangelischen Pfarrers von Friedrich von Bodelschwing, der zunächst eigentlich den Ideen der Nazis gar nicht so abgeneigt war, aber immer abgeneigter wurde, und deshalb auch von seiner Stelle als "Reichsbischof" zurückgetreten wurden und auch zunächst den Eugenikgedanken der Nazis dahingehend zustimmt, dass er der Zwangssterilisierung seiner Schützlinge in den Bodelschwingschen Anstalten in Bethel zustimmte, und überhaupt zu den Deutschen Christen gehörte.
Als es jedoch zu den Morden an seinen Behinderten kam, schwenkte er um und tat alles was er konnte um seine Schützlinge zu retten.
Er erreichte schlussendlich auch, dass aus Bethel niemand mehr abgeholt wurde.
Natürlich kann und soll hier nicht das Engagement des seligen Clemens August Graf von Galen vergessen werden. Aber eigentlich wollte ich auf was ganz anderes hinaus.
Zunächst hier das Lied (habe leider keine bessere Version gefunden)






Und deshalb auch noch der Text:

1) Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha,
der in bittern Todesschmerzen das Geheimnis Gottes sah,
das Geheimnis des Gerichtes über aller Menschen Schuld,
das Geheimnis neuen Lichtes aus des Vaters ewger Huld.
2) Nun in heilgem Stilleschweigen stehen wir auf Golgatha.
Tief und tiefer wir uns neigen vor dem Wunder, das geschah,
als der Freie ward zum Knechte und der Größte ganz gering,
als für Sünder der Gerechte in des Todes Rachen ging.
3) Doch ob tausend Todesnächte liegen über Golgatha,
ob der Hölle Lügenmächte triumphieren fern und nah,
dennoch dringt als Überwinder Christus durch des Sterbens Tor;
und die sonst des Todes Kinder, führt zum Leben er empor.
4) Schweigen müssen nun die Feinde vor dem Sieg von Golgatha,
die begnadigte Gemeinde sagt zu Christi Wegen: Ja!
Ja, wir danken deinen Schmerzen; ja, wir preisen deine Treu,
ja wir dienen dir von Herzen. Ja, du machst einst alles neu!
Ich finde ja das Lied kommt dem was man unter eucharistischer Anbetung versteht, recht nahe.
Eucharistische Anbetung bedeutet nämlich dass der Schleier von Raum und Zeit weggezogen wird und wir hinzutreten auf den Beg Golgatha, wo man eigentlich nur sich in heiligem Stilleschweigen verneigen kann.

Wie gesagt, man kann da viel dran rumschreiben, aber die bange Frage lautet: Glauben wir da eigentlich noch dran?
Glauben wir, dass wir alle eigentlich des Todes Kinder sind? Auf ewig hätten sein sollen verloren und durch den Tod Christi am Kreuz erlöst worden sind? Und ohne das nicht, auf gar keinen Fall gerettet werden können?
Glauben wir?
Haben wir nicht das Gefühl, dass sich zur Zeit vor unseren Augen das Wort des Propheten Jesaja erfüllt: dass da lautet "Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht!"

Ich weiß nicht genau, wann der Bodelschwing das Lied geschrieben hat, aber ich nehme an, damals als ihm klar wurde, dass der Hölle Lügenmächte ganz massiv triumphieren.
Nun konnte man damals davon ausgehen, dass dieser Triumph lokal begrenzt war, so scheint es diesmal so, egal wo man hinguckt, zwar anders, teilweise sehr anders, aber dennoch ein Problem zu sein, dass alle Welt von der Krankheit Gier angefressen ist.
Gerade in so einer Lage sollte der Glaube doch Mut geben, aber das fatale an der Lage ist, dass selbst das Fundament des Glaubens zu wackeln scheint.
Dennoch müssen wir glauben, auch und gerade wenn man das Gefühl hat, dass Gott uns alle verlassen hat.
Christus ging es auch nicht anders, und er hat uns dadurch erlöst, nun geht es, sagt er, dem Diener nicht besser als dem Herrn.
Von daher: Gesegnete Kartage

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