Mittwoch, 1. März 2017

Mein Fastenvorsatz = Gottvertrauen

Wer aufmerksam die innerkirchlichen und außerkirchlichen Debatten verfolgt, kommt zu dem Resultat, dass das Wort von den postfaktischen Zeiten gar nicht so verkehrt ist.
Das Bild eines Dschungels wo Meinungen, Fakten, Ideologien, Widersprüche, Opportunismus, Verdrehen von Tatsachen durch Weglassen relevanter Punkte, das Gute aus rein egotistischen Motiven tun, das nicht so gute aus hehren Motiven wollen, sich in ein unlösbares Konglomerat verwoben haben, das ist leider nicht neu.
Das Bild hat was und lehrt uns, genauso, wie das Bild aus der Bibel vom  Unkraut und dem Weizen, das man wachsen lassen soll, Abstand zu nehmen von der Idee einfacher Lösungen.
So ein Dschungel ist ein Ökosystem, das faktisch von sich selber lebt, ein Ökosystem, das wortwörtlich  auf Sand gebaut ist, weil die Humusschicht darunter nur einige Millimeter! dick ist, bei uns ist sie im Vergleich bis zu 30cm dick.
Fängt man nun im Dschungel an zu roden, so wächst da nie mehr was, die Fläche versteppt,  wird zur Wüste, das ist bei uns anders, abgeholzte Wälder werden wieder zu Wald, auch und wenn bei uns alle Wälder bewirtschaftet werden.
So bleibt einfach, angesichts der Weltlage und der Kirchenlage die bange Frage: „Wer wird uns retten aus dieser verdrehten Welt?“ und  wenn man das so diskutiert, die Welt- bzw die Kirchenlage begegnet man immer wieder der Idee, also sooooooo schlimm war es noch nie, und zwar behaupten das alle Seiten.
Betrachtet man die Sache jedoch im Licht der Schrift, so sind wir damit dennoch eigentlich wieder auf sicherem Boden, weil genau diese Frage ja die ist, die sich durch die ganze Schrift zieht und die Christus mit einem einfachen „Ich“ beantwortet!
Von daher habe ich mir vorgenommen mich in der Fastenzeit in Gottvertrauen zu üben!
Ich hoffe natürlich dass mir die Welt- und die Kirchenlage, sowie mein persönliches Umfeld (wir werden ja alle nicht jünger)  da keine allzuschweren Versuchungen auferlegt, aber es ist vielleicht besser als irgendwelche Heilfastenexperimente zu wagen.

In letzter Zeit habe ich verstärkt darüber nachgedacht, warum der liebe Gott denn einfach so den Menschen machen lässt, warum er nicht eingreift, bin da natürlich immer wieder bei der Antrittsrede Papst Benedikts gelandet, wo er genau das sagt:
Wie oft wünschten wir, daß Gott sich stärker zeigen würde. Daß er dreinschlagen würde, das Böse ausrotten und die bessere Welt schaffen. Alle Ideologien der Gewalt rechtfertigen sich mit diesen Motiven: Es müsse auf solche Weise zerstört werden, was dem Fortschritt und der Befreiung der Menschheit entgegenstehe. Wir leiden unter der Geduld Gottes. Und doch brauchen wir sie alle. Der Gott, der Lamm wurde, sagt es uns: Die Welt wird durch den Gekreuzigten und nicht durch die Kreuziger erlöst. Die Welt wird durch die Geduld Gottes erlöst und durch die Ungeduld der Menschen verwüstet.  Quelle hier 

und bin auch dabei gelandet, wie Gott sich in seiner Selbstoffenbarung am Sinai nennt, nämlich: der ich bin der ich da bin und was er in Christus gelebt hat, dass er nämlich in alle unsere Verirrungen mitgeht, sich nur der einen entzieht, nämlich der, ihn mit Gewalt zum König zu machen.

Was haben wir alle doch an Weihnachten so begeistert gesungen "Christ der Retter ist da!" nur glauben müssen wir es halt und das, dass dieses kleine Kind da in der Krippe, der Mann da am Kreuz der Retter ist, das ist den Leuten schon immer schwer gefallen, aber dennoch wahr.
Deshalb gesegnete Fastenzeit!

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