Freitag, 17. März 2017

Roberto De Mattei "Vier Jahre später...." oder ein Dialog mit Herodes

Roberto De Mattei  läßt uns in Corrispondenza Romana seine Beurteilung des Pontifikates von Papst Bergoglio anläßlich des vierten Jahretages seiner Wahl lesen.
Hier geht´s zum Original:   klicken

        "PAPST FRANZISKUS VIER JAHRE SPÄTER"
"Die Katholische Kirche ist durch eine tiefe Spaltung zerrissen. "Es ist eine beispiellose Seite in der Kirchengeschichte, sagte mir ein hochrangiger, vaticanischer Prälat in besorgtem Ton, und keiner kann sagen, wie der Ausgang diese präzedenzlosen Krise sein wird."

Die Massenmedien, die zumindest am Anfang massive Unterstützung für Papst Bergoglio ausgedrückt haben, beginnen eine gewisse Verblüffung zu zeigen.
"Noch nie hat man eine solche Opposition gegen den Papst gesehen, nicht einmal zu Zeiten Pauls VI" gibt der Historiker Andrea Riccardi zu, nach dem die päpstliche Führungsrolle stark ist" (Corriere della Sera, 13.März 2017).
Zu stark für die, die den Papst des Autoritarismus beschuldigen und die ein Angstklima, das im Vatican herrscht sehen- bestätigt durch die anonymen Proteste , die sich in Manifesten, Epigrammen, Videos ausdrücken, die im web kursieren. Sarkasmus und Anonymität sind die Charakteristika des Dissens´, wie ihn totalitäre Regimes hervorbringen, wenn aus Angst vor Vergeltung der Macht nicht gewagt wird, aus der Deckung zu kommen.

Und heute wächst in der Kirche der Widerstand gegen Papst Bergoglio.

Die website "LifeSiteNews" hat eine Liste der Bischöfe und Kardinäle veröffentlicht, die ihre Zustimmung oder ihre Opposition gegen die am 16. September 2016 von vier Kardinälen dem Papst überreichten dubia ausgedrückt haben.
Das sind nicht wenige und man muß noch die Stimme derer hinzufügen, die -wie Kardinal Zen Zekiun- das Bergoglio-Pontifikat wegen seiner Politik zugunsten der kommunistischen chinesischen Regierung kritisiert, die er "Dialog mit Herodes" nennt.

Die Gläubigen, die der immerwährenden Lehre der Kirche treu sind, verurteilen, das de facto die moralische Tradition deformiert. Die Erneuerer sind unzufrieden mit einer "Öffnung", die nur implizit daherkommt, ohne sich in realen Gesten des Bruchs mit der Vergangenheit auszudrücken.
Der Spiegelkorrespondent  Walter Mayr hat am vergangenen 23. Dezember einige Worte wiedergegeben. die der Papst zu einer kleinen Gruppe von Mitarbeitern gesprochen hat: "es ist nicht ausgeschlossen, daß ich als derjenige in die Geschichte eingehe, der die Katholische Kirche gespalten hat."




Man hat das Gefühl am Anfang einer doktrinalen Kontroverse innerhalb der Kirche zu stehen, die umso heftiger sein wird, je mehr man versucht, sie zu vermeiden oder sie zu -unter dem Vorwand zu verschieben, die Einheit der Kirche nicht spalten zu wollen, die schon seit langer Zeit aufgelöst ist,
Aber es zeichnet sich ein zweiter Krieg ab, dieses mal nicht metaphorisch.

Der vierte Jahrestag des Pontifikates fiel mit den schwerwiegenden Drohungen des türkischen Premiers Recep Tayyip Erdogan zusammen in der Konfrontation mit den Niederlanden -schuldig dem Sultan von Ankara keinen Platz für seine Propaganda angeboten zu haben-.
Dem selben Erdogan. der im vergangenen November gedroht hatte, Europa mit Millionen von Migranten zu überschwemmen, falls Brüssel die Verhandlungen um einen schnellen Beitritt der Türkei zur EU unterbrechen sollte.
Aber für Papst Franziskus ist diese Massenmigration eine Gelegenheit und Herausforderung.

Die Migranten zu schützen, ist ein moralischer Imperativ-hat der Papst in den vergangenen Tagen wiederholt, der nachdem er ein Päpstliches Dikasterium für die menschliche Entwicklung gegründet hat, die Delegierte für Flüchtlinge zu sich gerufen.
Ein brillanter französischer Schriftsteller, Laurent Dandrieu,  hat eine Untersuchung mit dem Titel"Kirche und Immigration. Das große Unbehagen) veröffentlicht, in dem er das politische Engagement von Papst Bergoglio  in einem Artikel mit der Überschrift "Von Lepanto nach Lesbos, die Kirche in Anbetung des Willkommens?" verurteilt.
Während Europa von einer Migrationswelle ohnegleichen überschwemmt wird, spricht Papst Franziskus vom "Recht zu emigrieren" und der " Pflicht willkommen zu heißen", den Eckpfeilern seiner Politik und vergißt dabei das Recht der europäischen Nationen, ihre religiösen und kulturelle Identität zu verteidigen.
Dies ist die "pastorale Bekehrung" , die er von der Kirche verlangt: den Verzicht auf die christlichen Wurzeln der Gesellschaft, auf denen Johannes Paul II und Benedikt XVI so sehr bestanden hatten, um die christliche Identität in einem multiethnischen und multireligösen Schmelztiegel aufzulösen.

Der Lieblingstheologe des Papstes, Victor Fernandéz, Rektor der Katholischen Päpstlichen Universität von Argentinien, erklärt, daß die "pastorale Konversion" intensiviert wird, wie eine Transformation ", die die ganze Kirche zu einem Herausgehen aus sich führt" und aufhört, auf sich selbst zu konzentrieren- also zu einem Verzicht der Kirche auf ihre eigene Identität und ihre eigene Tradition, um die von den Peripherien der Welt vorgeschlagenen multiplen Identitäten anzunehmen.

Aber die Migranteninvasion produziert notwendigerweise eine Reaktion der öffentlichen Meinung in Verteidigung alles dessen, was heute bedroht ist: nicht nur die kulturelle Identität, sondern auch die Wirtschaftsinteressen, die Lebensqualität, die Sicherheit der Familien und der Gesellschaft.
Angesichts einer Reaktion, die sich auch mal in wütenden Protesten manifestieren kann, sollte die Katholische Kirche eine ausgleichende Rolle einnehmen, vor entgegengesetzten Irrtümern warnen, wie es im März 1937  Pius XI tat- mit der Enzyklika "Mit brennender Sorge", die zu gleichen Teilen den Kommunismus und den Nationalsozialismus verurteilt. Heute wie gestern in der Tat eine falsche Alternative.

Auf der einen Seite die Träger eine starken Religion, antithetisch zum Katholizismus, die der Islam ist. Auf der anderen Seite die Verteidiger einer ebenso starken Nichtreligion- der Relativismus.
Die Relativisten versuchen die Richtung der identitären Bewegungen anzunehmen, um ihnen eine antichristliche Farbe zu geben.

Der Bergoglismus ist der Wegbereiter für diese xenophoben und neuheidnischen Positionen, indem er den Relativisten erlaubt, die Kirche zu beschuldigen, Absprachen mit dem Islam zu treffen
Der Papst sagt, Immigranten zurück zu weisen, ist ein Kriegsakt.
Aber sein Aufruf zum wahllosen Willkommen nährt den Krieg.


Quelle: Corrsipondenza Romana, Roberto De Mattei

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen