Donnerstag, 30. März 2017

wahre Worte oder der Erzbischof von Luxemburg im Interview

der Bischof von Luxemburg hat CNA ein Interview gegeben, das es in sich hat!

Ich bin ja nun schon länger katholisch und ja schon in meiner Jugend, damals, als, angeblich, die Welt noch in Ordnung war, hatte ich genau dieses Gefühl, dass der Bischof beschreibt.
Man kam sich als Mensch vor, wie der "letzte Mohikaner" und das eigentlich erstaunliche an der Sache ist, das einerseits dieses Gefühl seit über einem halben Jahrhundert sich nicht geändert hat, es aber die Mohikaner doch noch gibt, erstaunlicherweise, eigentlich.

Eigentlich müsste man das ganze Interview hierher kopieren, was nicht geht, einfach weil jeder Satz trifft, und, soweit ich das sehe, das erste mal, schonungslos die Dinge beim Namen nennt, anstatt herumzuschwurbeln und von Aufbrüchen, heilsamen Krisen und alles so schön bunt hier, auf dem Weg nach unten, schwadroniert.

Hier also der Link 

Interessant auch, das der Luxemburger Bischof den Halleluja Katholizismus,der meint, es schon zu sein, und damit alle anstecken zu müssen, was nebenbei nicht funktioniert, da man es eben nicht ist, eine Absage erteilt.
Für mich sowas von dermaßen erleichternd, kann ich das doch nicht mehr hören, diese von den Perfekti ausgehenden Predigten.
Ist es, meines Erachtens, genau Teil des Dilemmas, dass man meint, als Christen seien wir die besseren Menschen, damit überfordert man die Menschen, führt sie genau in die Resignation und macht sie mutlos, weil das vorgestellte Ideal, ja regelmäßig eine Mischung aus lauter singulär superbegabten Menschen ist, dass nie und nimmer in einer Person verwirklicht werden kann.
Man betrachte die Heiligen, jeder von denen hat in seinem Leben eine Tugend besonders gepflegt, hat sich in seiner ganz konkreten Zeit, mit seinen ganz konkreten Bedingungen gemüht und dabei, das sei gesagt, geirrt, gefehlt und ist irgendwann durchgebrochen zu Christus, und zwar auf einem, seinem Weg.
Moderne Hirten fordern nun, wahrscheinlich unbewusst, dass der normale Christ all die positiven Eigenschaften, sämtlicher Heiliger einfach hat und das ohne Leitung, Schutz und Führung, sondern ganz von selbst.
Und dann wundert man sich, dass die Leute reihenweise versagen.
Wie wohltuend sind dann die Worte von Erzbischof Hollerisch

Alle meinen, sie müssen moralisch perfekt leben, und haben vergessen, dass Christen Sünder sind. Wir sind aufgerufen zu zeigen, dass wir Sünder sind die zur Heiligkeit streben, nicht schon perfekt sind. Wir müssen zeigen, dass wir Jünger Christi sind.

P.S. auf den Widerspruch zum Bild unter dem Artikel mag ich nicht eingehen, aber er springt ins Auge, 

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