Sonntag, 5. März 2017

Wort zum Sonntag


Als Wort zum Sonntag haben wir ein Zitat aus dem Buch  "Unterwegs zu Jesus Christus" von Joseph Ratzinger, Benedikt XVI, gewählt- aus dem Kapitel "Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen (Joh.14,9) Das Antlitz Christi in der Hl.Schrift" "Das Sehen Jesu im Johannes-Evangelium"

...."Die großen Religionsformen, die den persönlichen Gott nicht kennen, wie Neuplatonismus und Buddhismus oder auch wesentliche Gestaltungen des Hinduismus, kennen sehr wohl Götter, zu denen gebetet werden kann, die helfen oder auch schaden können. Diese Götter kann man abbilden; sie haben ein Gesicht; sie sind irgendwie Personen.
Aber diese "Götter" sind nicht Gott. Sie sind Mächte im Zwischenbereich, über die viele nicht hinauskommen.
Dem Bereich des Endgültigen, des ganz Anderen, des Eigentlichen gehören sie indes nicht zu.
Diese eigentliche Wirklichkeit, die Plotin das "Eine" über allem Sein und allen Namen nennt und die in der buddhistischen Sichtweise das absolute "Nichts" ist- diese Wirklichkeit hat nicht Namen und Gesicht.
Das eigentliche Ziel aller Reinigungen und Heilungen besteht darin,aus dem Bereich der Namen und der Gesichter herauszutreten, aus dem Bereich der Trennungen und des Gegenüber in das Namenlose des "Eins" oder auch, eben des "Nichts". Das Neue der biblischen Religion war und ist es, daß dieses Ursein selbst , der eigentliche "Gott", von dem es keine Bilder geben kann, dennoch Gesicht und Namen hat, Person ist.
Und das Heil besteht nicht im Versinken ins Namenlose, sondern in der "Sättigung an seinem Angesicht", die uns im Erwachen zuteil wird. Diesem Erwachen , dieser Sättigung geht der Christ im Schauen auf den Durchbohrten, im Schauen auf Jesus Christus entgegen."

Quelle: J.Ratzinger, "Unterwegs zu Jesus Christus"

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