Mittwoch, 29. März 2017

Zeichen ohne Wunder

Manchmal, wenn ich zuviel diskutiert habe, denke ich mir: lass es doch,
es hat keinen Zweck, lass sie doch grad machen.
Es ist einfach so, dass es Gott gibt, dass jeder nach seinem Tod vor Gottes Thron erscheint und dort es einfach so ist, dass man ganz durchschaut wird und sich auch selber so sieht wie man vor Gott ist, was im besten Fall nackt und erbärmlich ist.
Es kommt dann alles darauf an, ob man annehmen kann, dass Gott selber in Christus Mensch geworden ist und wegen m e i n e r Erbärmlichkeit so sehr gelitten hat.
Punkt aus fertig, und wegen der paar lächerlichen Jährchen die man auf dieser Erde herumrennt, muss man sich nicht so aufregen, jeder kriegt schon noch, was er verdient hat, im guten, wie im schlechten.
Dann denk ich mir aber, nein so geht das nun auch wieder nicht, weil ja warum eigentlich?



Nun ich denke mir, es ist ja irgendwas im Menschen, das immer sucht, es ist was in ihm, was ihn permanent nach der Wahrheit fragen lässt und es ist auch was im Menschen, das ihn dazu bringt, beständig sich um den anderen zu kümmern, wenn man es positiv ausdrücken will, oder seine Nase beständig in Dinge zu stecken, die ihn nichts angehen, wenn man es negativ ausdrücken will.
Und Teil dieses Ringens um die Wahrheit, um die Menschheit, um das Wahre, Schöne, Gute ist der Kampf der Religion, der Kampf um die Religion, oder auch gegen die Religion, und der ist teilweise so übel, dass man ihn am liebsten aufgeben möchte.
Dazu kommt, dass ich mich,. wenn ich zu viel diskutiert habe. manchmal frage, warum um alles in der Welt, ich meine Sicht der Fakten, bzw mein Beharren auf selbigen für richtig halte und ob nicht ich diejenige bin, die auf dem Holzweg ist, weil doch alle......
Vor Jahren, als ich schon mal in so einer Phase war, sind wir nach Rom gefahren und ich muss sagen, die Basilika St Paul vor den Mauern hat es mir einfach angetan.

Die Kirche ist einfach riesig, absolut riesig und zwar so riesig, dass sie einen genau nicht erschlägt, wenn man sich, angesichts der Dimensionen auch vorkommt wie eine Ameise.
Die Kirche ist viel zu groß, um sich darin geborgen zu fühlen, dennoch fühlt man (also zumindest ich) sich darin sehr wohl.
Auch und weil, aufgrund der riesigen Dimensionen und der Lage, einem die herumstreunenden Touristenmassen nicht so auf den Wecker gehen, sondern man gut beten kann, was einem ansonsten in den beliebten Touristenzielen nicht leicht gelingt.
Dennoch hat die Kirche etwas ganz beiläufiges, etwas irgendwie leichtes, so als hätte Gott da grad mal was flüchtig vorübergehend hinbauen lassen.
Titanisch, gewaltig wie die Kirche ist, und auch, weil der Raum wirkt, eben aufgrund des klassizistischen Stils, kann man sich gar nicht vorstellen, dass man das ohne Gott hat bauen können.

Mir war es so, als wolle Gott mir sagen: Guck mal, was ich kann, aber es ist nicht so wichtig!
Als wolle er sagen: Schau, wie ich mit den Mächten der Welt umgehen kann, aber schau sie sind doch irgendwie egal, weil mein Reich ist nicht von dieser Welt!
Vielleicht sollten wir mal wieder nach Rom fahren!

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