Dienstag, 18. April 2017

Amoris Laetitia. Immer ist noch kein Ende der Verwirrung oder gar eine Antwort auf die Dubia in Sicht

Marco Tosatti kommentiert bei Stilum Curiae ein bevorstehendes Laien-Treffen zu AL in Rom, bei dem es darum geht, von Petrus Klarheit zu verlangen.
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"DIE KONFUSION DURCH AMORIS LAETITIA. EIN TREFFEN NUR FÜR LAIEN IN ROM. PETRUS UM KLARHEIT ERSUCHEN GANZ KLAR."

"Es ist schwer, zu leugnen, daß Amoris Laetitia mit seinen Auslassungen (teilweise Wichtiges aus dem vorhergehenden Lehramt), Fußnoten und seiner Mehrdeutigkeit eine präzedenzlose Verwirrung in der Katholischen Welt hervorgerufen hat.
Erst vor wenigen Tagen haben wir bei Nuova Bussola Quotidiana über die präzedenzlose verbale Aggressivität berichtet, mit der einer der Hauptratgeber des Pontifex´ einen attackierte, der respektvoll um Klarheit gebeten hatte und wie er die Angriffe noch verstärkt hat-anstatt sich zu beruhigen.
Das Interessanteste ist vielleicht, daß sich diese Diskussion nicht nur um priesterliche Belange dreht. wie man uns vielleicht glauben machen will. Wir sind persönlich Zeugen, interagieren mit den sozialen Netzwerken und sehen, wie die Laien, auch normale Laien, tief darin verwickelt sind.
Natürlich gibt es welche, die vorher-noch vor der Öffnung-eine böswillige Interpretation liefern wollen, die schon in Arbeit ist. Die Times vom 17. April titelt "Hardliner-Katholiken fordern die Ehe-Reform des Papstes heraus."
Man versteht den Versuch, einem zerstreuten Publikum, das in schwierigen Fragen sicher nicht besonders bewandert ist, das schmackhaft zu machen, aber ein Titel dieser Art ist einfach ein Verrat an der Wahrheit.
Wie Giuseppe Rusconi bei Rosso Porpora schreibt, ist ein solches Vorgehen richtig und man muß betonen, daß das weder ein Akt einer Meuterei gegen den Papst ist und noch weniger die erste Etappe eines schismatischen Weges."

Zu den Absichten der Organisatoren und Redner beim Treffen im Hotel Columbus in der Via della Conciliazione gehört zuerst ein öffentlicher Augenblick des Nachdenkens der Laien aus aller Welt. über die Passagen mit mehrdeutigem Inhalt-besonders in Kapitel VIII von "Amoris Laetitia", einem Dokument des Lehramtes, das zu sehr verschiedenen Interpretationen im Herzen der katholischen Welt geführt hat, in einem Ausmaß- wie wir gesehen haben- daß bei denen eine große Verwirrung entstanden ist, die der Katholischen Soziallehre der Kirche zur Ehe treu bleiben wollen, und nicht nur das.





Das ist keine Streiterei unter Klerikern und in der Tat wird bei dem Kongress das Wort nur Laien erteilt werden, so daß die öffentliche Meinung feststellen kann, wie die Verblüffung über "Amoris Laetitia" und drumherum nicht nur von "den vier pensionierten Kardinals-Katzen" kommt (die übrigens nicht nur vier sind) sondern von einem erheblichen Teil der nichtklerikalen katholischen Welt.
Hier geht es zum Programm des Kongresses  
                                      
"Rosso Porpora" präsentiert heute die Überlegung des Philosophen Marcello Pera, einem Laien, der zwischen 2001 und 2006 Präsident des Italienischen Senats war und Partner einer intellektuellen Freundschaft mit Joseph Ratzinger, besonders in der Frage der christlichen Wurzeln Europas.

Am 4. April, anläßlich der Präsentation eines Vademecums über Amoris Laetitia (der Autoren Kampowski, Granados und Perez-Soba) am Päpstlichen  Johannes Paul II-Institut der Lateran-Universität, hat Pera offenbart, daß dieses Vademecum "aus einer offensichtlichen Sorge entstanden ist, daß die laufenden Erneuerungen zu einem Bruch und einer Krise im Christentum führen könnte: das ist eine Sorge, die ich nicht nur im Text der drei Autoren wahrnehme sondern auch in vielen anderen Äußerungen zu diesem Thema. Die Befürchtung ist- kurz gesagt- daß es zu einer Form der Absorption und dann Inbesitznahme durch eine diffuse säkulare Kultur kommt."

Nach Pera gibt es bei Papst Franziskus "sicher eine starke Veränderung gegenüber seinen beiden Vorgängern. Es ist ein Prozess im Gange, der mehr ist als ein Aggiornamento der Sprache und bei dem es sich in Wirklichkeit um eine Änderung der Lehre handelt."
Dieses Gefühl beruht auch "auf zahlreichen unvorbereiteten, offensichtlich ex-cathedra gemachten Äußerungen von Franziskus": in jedem Fall sind die interessant, weil sie "Spiegel eines ungenauen Denkens sind."
Das basiert auf seinen beiden Schlüssel-Begriffen, nach denen "Papst Franziskus den Katholizismus radikal erneuert" betreffend der Anwendung der absoluten moralischen Normen und der Praxis der Unterscheidung.

Zusammmengefaßt : "Unterscheiden bedeutet nicht, das Urteil auszusetzen. Das "Wer bin ich, um zu urteilen?" könnte dagegen dazu führen, zu denken, daß das Urteilen ausgesetzt werden könnte", aber "das Urteilen darf  nicht zu einer subjektiven Willkür werden."
Und " Differenzierung darf nicht bedeuten, daß man von Fall zu Fall entscheidet, weil man durch ein solches Vorgehen die Absolutheit der Normen verlieren und die Gebote Gottes verleugnen würde," 
Marcello Pera ist besorgt, wenn er hört, daß "die Barmherzigkeit vor dem Urteil kommt."
Und er sieht einen enormen Druck, den der Laizismus auf die Katholische Kirche ausübt, in deren Inneren sich zudem ein beachtliches Knirschen bemerkbar macht, durch den Willen sich mit der steigenden laizistischen Flut zu versöhnen."
Ein schwerer Fehler, weil "wir alle spirituelle und moralische Referenzpunkte brauchen. Ihr Verlust wäre ein schwerer Schaden nicht nur für das Christentum und Europa, sondern auch für die gesamte Zivilisation."

Quelle: Stilum Curiae, M. Tosatti







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