Samstag, 29. April 2017

Die Sorge der modernen Kirchen

In einem Artikel, in dem es eigentlich um was anderes geht, fand ich eine gute Beschreibung des Problems der modernen Kirche:

Früher sorgte sich die Kirche darum Gott zu gefallen, Gottesdienst war Dient an und für Gott und zu diesem Gottesdienst wollte die Kirche alle Menschen hinführen um durch den rechten Gottesdienst Gott gnädig zu stimmen und sein Erbarmen und seine Zuwendung zu erhalten.
Das dabei vieles schwer heidnisch war, das alte do ut des (ich gebe und du [Gottheit] gibst dann) versteht sich von selber und wurde durch die Jahrhunderte immer wieder beklagt.

Heute, geht man davon aus, dass Gott eh schon gnädig ist, es gut meint, uns bedingungslos liebt (wobei ich mich dann immer wieder frage, wie man sowas einfach pauschal, angesichts all des Elends in der Welt und um einen herum und in einem selber, ohne rot zu werden, einfach so behaupten kann, aber das ist eine andere Frage)

hier kommt nun das Zitat: es wird zur Hauptaufgabe der Kirchen zu fragen. "Wie schaffen wir uns, der Kirche, gnädig gestimmt Mitmenschen...." also "wie bekomme ich einen gnädigen Mitmenschen?"

 wir wir ja alle wissen, haben wir Ökumene, und wen wundert's dass das Problem auch unsere evangelischen Brüderinnen haben, man könnte das Zitat durchaus auf auch die EKD anwenden, und da wird es noch klarer, welche Idiotie aktuell bei Kirchens herrscht.
Haben wir doch Lutherjahr, deshalb sogar den Reformationstag wieder als bundesweiten Feiertag gekriegt und wie wir wissen war es Luthers persönliches Grundproblem wie er einen gnädigen Gott bekäme.
Das hat den Dr Martin auch deshalb so umgetrieben, weil der Dr Martin Luther eigentlich sehr, sehr schlecht vom Menschen dachte. Der Dr, Martin dachte nämlich so schlecht vom Menschen, dass er ihn für so gefallen hielt, dass selbst Gott den Menschen nicht gut machen konnte, sondern mit seiner Gnade nur zudecken konnte, so wie man einen Misthaufen mit einem kostbaren Mantel zudecken würde.
Lassen wir das einfach mal so stehen, weil darüber nun zu diskutieren das führt wirklich zu weit, aber dennoch reibt man sich erstaunt die Augen und fragt sich, annähernd konsterniert, was nur los ist in diesen Kirchen die scheinbar von Gott nichts mehr wissen, und deshalb auch den Menschen nicht mehr kennen, sondern dem Bild vom Menschen das man sie sich machen, das Bild von einem Gott, von dem sie denken, dass die Menschen ihn so wollen, versuchen nahezubringen.
Dabei schrieb schon Romano Guardini  einen Essay, von dem der Titel schon Programm ist, und der da lautet. "Den Menschen erkennt nur, wer von Gott weiß"
Finden kann man den Essay in diesem kleinen Büchlein hier er sei jedem ans Herz gelegt!
Auch den zweiten Essay im Büchlein sollte man beherzigen, auch hier ist im Titel schon alles ausgesagt:
Die Annahme seiner selbst!
Ja das sollten wir vielleicht auch mal wieder tun, uns selber annehmen so wie wir sind, uns zuerst mal selber lieben, und dann dahin kommen den Nächsten zu lieben, wie uns selbst!

Ich glaube, wir haben das Problem, dass wir, als Kulturkreis, 2000 Jahre Christentum auf dem Buckel haben, aber das Christentum eine ganz individuelle Sache ist, nämlich eine Sache zwischen Christus und mir, wobei mir die Kirche da sozusagen den Unterricht gibt, damit ich mit Christus kommunizieren (auch im wörtlichen Sinn) kann und die Kirche irgendwie denkt, sie könne sich den Unterricht sparen.
Kardinal Ratzinger erzählte  in seinem ersten Interviewbuch "Salz der Erde" dass er, noch als  Doktor der Theologie  an Hans Urs von Balthasar eine kleine theologische Arbeit geschickt habe und dieser umgehend mit einer Postkarte geantwortet habe, worauf stand:

DEN  GLAUBEN NICHT VORRAUSSETZEN, SONDERN VORSETZEN!

Dem ist nichts hinzuzufügen!

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