Samstag, 29. April 2017

Ein Leutnant ad interim. Wer ist Fra´ Giacomo Dalla Torre?

Andrea Gagliarducci hat bei aciStampa in einer erste Wertung die Wahl des Leutnant ad interim im Malteser Orden kommentiert und einige biographische Daten des Gewählten Fra´ Giacomo Dalla Torre bekannt gegeben.
Hier geht´s zum Original:   klicken

"BEIM MALTESER ORDEN, EIN LEUTNANT AD INTERIM, UM DIE REFORMEN DURCHZUFÜHREN."

Der Gesamtrat des Souveränen Malteser Orden hat Fra´Giacomo dalla Torre del Tempio di Sanguineto als Statthalter (Leutnant) gewählt.

"Ein Leutnant, um den Orden zu reformieren.  Der Gesamtrat des Staates, das Wahl-Organ des Souveränen Militärordens hat Fra´ Giacomo Dalla Torre del Tempio Sanguineto zum Leunant des Großmeisters gewählt.

Fra Giacomo Dalla Torre folgt auf Fra´ Matthew Festing, den 79. Großmeister, der am 28. Januar 2017 seinen Rücktritt erklärt hat. Er wird ein Jahr im Amt bleiben- wie es die Ordenskonstitution vorsieht- und wird sich um den Übergang während einer Reform der Ordenskonstitution  aus dem Jh 1961 kümmern, die 1997 schon einmal reformiert wurde.

Papst Franziskus ist durch einen Brief von der Wahl benachrichtigt worden. Danach dann der Reihe nach alle Groß-Priorate, Unter-Priorate und Nationalen Assoziationen des Ordens in der Welt, gemeinsam mit den 106 Staaten, mit denen der Souveräne Malteser Orden diplomatische Beziehungen unterhält.

Fra´Giacomo wurde 1944 in Rom geboren, ist Spezialist für Christliche Archäologie, hat Griechisch unterrichtet und war außerdem für Bibliothek und Archive der bedeutenden Sammlungen der Päpstlichen Urbania-Universität verantwortlich.

Er ist 1985 in den Souveränen Malteser Orden eingetreten und hat 1993 die feierliche Profess abgelegt.
Von 1994- 1999 war er Groß-Prior der Lombardei und Venetiens, von 1999 bis 2004 Mitglied des Souveränen Rates. Das Generalkapitel von 2004 hat ihn zum Großkommendatore gewählt und nach dem Tod des 78. Großmeisters Fra Andrew Bertie war er Leutnant ad interim. Nach 2008 hat Fra´ Giacomo Dalla Torre das Amt des Großpriors von Rom übernommen.

Ein Comuniqué des Ordens erklärt, daß eine der wichtigsten Aufgaben von Fra ´ Giacomo während seines Mandates die Reform der Konstitution des Ordenskodex des Malteser Ordens sein wird- "mit eventuellen institutionellen Engpässen, wie Schwächen in den Kontrollsystemen und im Gleichgewicht der Ordensleitung." Dieses Comuniqué unterstreicht auch, daß "die Reform sich auch auf die Notwendigkeit konzentrieren wird, das spirituelle Leben zu stärken und die Zahl seiner geweihten Mitglieder zu erhöhen.
Es hat bereits Beratungen mit allen Ordensmitgliedern gegeben, die eingeladen wurden,Vorschläge zu machen."

Mit der Versammlung des Großen Rates des Malteser Ordens und der Nominierung des Luogotenente-Maestros könnte ein Kapitel beendet und ein neues eröffnet werden und eine Diskussion im Inneren des Ordens vorangebracht, die es sonst so nie gegeben hätte.



Der Papst hat die Situation mit Nachdruck in die Hand genommen. Am vergangenen 26. April wollte er die 15 Mitglieder des Großrates treffen, die er durch einen Brief seines Spezialdelegierten, Erzbischof Becciu, Substitut des Staatssekretärs, hatte zusammenrufen lassen.

Und genau in die Händen von Msgr. Becciu, der die Mitglieder des Ordens oft  getroffen hat und der sie auch in der Via Condotti aufsuchte- hat der neue Leutnant seinen Schwur geleistet- nach dem Willen von Papst Franziskus.

Der Papst hatte an eben diesem 26. April einen Brief geschickt, der auf der offiziellen Website des Malteser Ordens präsentiert wurde, in dem er betont, daß in"der Charta der Konstitution des Malteser Ordens das besondere Band mit dem Nachfolger Petri und den Zielen des Malteser Ordens zu verorten ist" und daß der Papst wegen dieser besonderen Beziehung durch den "neuen Delegierten" auf den Orden hört.
Und genau vor diesem Delegierten und nicht vor dem Ordenspatron, Kardinal Raymond Burke, hat der Papst den Neugewählten eingeladen seinen Eid abzulegen "und so von den Artikeln 14 und 17 von Paragraph 5 der Konstitutions-Charta abzuweichen."

Die Zukunft des Ordens liegt jetzt in den Händen dieses neuen Superiors, der gerufen ist, die passenden Initiativen einzuleiten, um die nötigen Reformen zu untersuchen und vorzuschlagen, die eventuell von einem außerordentlichen Generalkapitel beurteilt werden."

Genau in diesen Worten des Briefes des Papste kann man den Willen des Pontifex herauslesen, eine Veränderung des Souveränen Militärordens von Malta durchzuführen..
Wohin die Reformen führen sollen, muß man erst noch verstehen, auch wenn sich ein vertiefstes spirituelles Leben als eines von zwei Hauptzielen anbietet.
Unter den möglichen Erneuerungen könnte auch der Fall der Begrenzungen bei der Wahl der Großmeisters sein, von der Voraussetzung, daß er geweihter Ritter ist (mit den drei Gelübden) bis zu der, zu vier Vierteln adelig sein zu müssen. Zur Zeit trifft das nur auf 53 Mitglieder von 13.000 zu.

Fortsetzung folgt

Quelle: aciStampa. A. Gagliarducci  

1 Kommentar:

  1. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusahen, worin das Ziel aller "Reform" besteht: die Ermöglichung der Installation von Boeselagers als 80. Grossmeister des einstmals souveränen Ordens.

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