Montag, 17. April 2017

"Ostern und die Hoffnung", das Leben und die Theologie Joseph Ratzingers

Lorenzo Bertocchi hat gestern -anläßlich des 90. Geburtstages des Emeritus  in LaNuovaBussolaQuotidiana eine Eloge verfaßt.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"OSTERN UND DIE HOFFNUNG: DIE 90 JAHRE BENEDIKTS XVI"
"Heute- am Ostertag- vollendet der Papa emeritus Benedikt XVI sein 90. Lebensjahr. Joseph Ratzinger war zu einem intellektuellen Werk fähig, die in den letzten 50 Jahren des Kirchenlebens kaum Vergleichbares hat und daß wohl so fortgeschritten war, daß es auf soviel Unverständnis traf.
Als Präfekt des ehemaligen Sant´Uffizio hat er tiefen Einfluss auf das Pontifikat des H. Johannes Paul II gehabt, besonders in dieser Periode können wir einige Dokumente finden, in denen sich auf bestimmte Weise sein Denken kristallisiert-wie z.B, in der Enzyklika "Fides et ratio"von 1998 oder der Erklärung "Dominus Iesus"  von 2000.
Unter seinen Enzykliken zeigt besonders "Spe Salvi" von 2007 das besonders repräsentativ.
                                           
           
In diesen Tagen hat der Verlag Piemme einen Text in Druck gegeben: "Die Zeit und die Geschichte, zum ersten mal einige seiner Schriften aus den 60-er und 70-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in italienischer Sprache. Die Kritik Ratzingers an der modernen und postmodernen Zeit in vielen seiner schriftlichen Zeugnisse ist wie wenige fähig, an die Wurzeln der metaphysischen Krise zu gehen, die auch die Theologie erreichte und -allgemeiner- auch die Philosophie.
"Kant" so schrieb er in den 70-er Jahren- hat die metaphysischen Kräfte der Philosophie als "vorkritisch" qualifiziert und diese "Sache als solche" an den Rand der Philosophie  gestellt und so den tiefsten Kern des Wirklichen als für den Menschen unerkennbar.
Um es kurz zu sagen: er reduzierte sie auf eine Analyse der Möglichkeit des Wissen, die Darstellung der Gesetze des menschlichen Bewußtseins."
 Das ist in wenigen Zeilen seine chirurgische Analyse der Reduzierung der menschlichen Vernunft auf einen engen Raum, unfähig, sich durch das Wesentliche zum Transzendenten zu Gott zu erheben.





Ein Mensch, der sich auf eine Ziffer reduziert, ist vielleicht als Maschine nützlich, die eine machtvolle Schöpfung seines auf einen funktionellen Aspekt reduzierten Intellekts ist.
"In der Tat" schreibt Joseph Ratzinger  "wenn man ihm keine andere Funktion zuerkennt. reduziert sich der Mensch auf eine Funktion. Die Maschinen, die er konstruiert hat, funktionieren nach dem gleichen Gesetz. Das Individuum kann nicht von einem Computer gelesen werden und das wäre nur möglich, wenn er in Zahlen übersetzt wird. Der ganze Rest zählt nicht. Das funktioniert nicht und hat keinerlei Wert. Das Tier ist die Zahl, das in Zahlen verwandelt."

Aber der Mensch bedarf einer Erlösung, die keine Zahl, kein Fortschritt ihm jemals geben kann.
"Der Mensch" schrieb Papst Benedikt XVI in der Enzyklika "Spe Salvi" "braucht eine Hoffnung. die weiter geht", Eines, der zur bedingungslosen Liebe fähig ist. Die unabwendbare Gefahr des Todes, auch wenn man sie heute mit Gewalt und der Absurdität seiner technischen Meisterschaft zu überwinden versucht, bleibt etwas, das für den Menschen nicht verfügbar ist. Angesichts des Todes verliert sich der Mensch."

"Nur die Auferstehung Jesu" liest man in "Die Zeit und die Geschichte" enthüllt den letzen und entscheidenden Inhalt des Glaubensbekenntnisses "und ist Mensch geworden" (....) durch Ihn ist das menschliche Sein vom Sein Gottes durchdrungen.: das ist die Frucht seines Todes. (...). Der Mensch, dieses absurde Wesen, ist nicht mehr absurd. Der Mensch, dieses trostlose Wesen, ist nicht mehr ohne Trost: wir können uns freuen. Er liebt uns und er liebt uns so, daß seine Liebe Fleisch geworden ist und Fleisch bleibt."

So -ungeachtet jedes gegenteiligen Beweises, ungeachtet des Lebens oder des geschichtlichen Augenblicks, in dem wir leben, ist der Mensch zur Hoffnung fähig. Ostern lehrt uns, daß es nicht in der Macht des Menschen steht, das Leiden und den Schmerz abzuschaffen, aber durch die Vereinigung mit Christus ist es möglich, das Unpassierbare zu überwinden.

In der der Hoffnung gewidmeten Enzyklika schrieb Benedikt XVI daß es eine wahre Gerechtigkeit, die fähig ist, das gegenwärtige und auch das unwiderruflich geschehene Leiden abzuschaffen, nihct ohne die Auferstehung der Toten geben kann. Und diese Art Gerechtigkeit -um eine solche zu sein- muß auch die Auferstehung des Fleisches beinhalten. "Wenn es die Auferstehung des Fleisches gibt" behauptet Ratzinger, "gibt es eine Gerechtigkeit. Gibt es einen "Widerruf des vergangenen Leids , die Heilung und Wiederherstellung des Rechts. (...) Das wissen wir, wenn wir den Blick auf den gekreuzigten und auferstandenen Christus richten."
Frohe Ostern und einen guten Geburtstag Benedetto.

Lorenzo Bertocchi

Quelle: La Nuova Bussola Quotidiana






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