Donnerstag, 13. April 2017

Was denkt der Papa emeritus über die Dubia?

Das werden wir wohl nicht erfahren, dazu ist Benedikt XVI zu loyal und zu diskret.
Lorenzo Bertocchi versucht dennoch zwischen den Zeilen zu lesen und kommentiert in La Nuova Bussola Quotidiana, was Erzbischof Gänswein in einem Interview mit der Repubblica zum bevorstehenden 90. Geburtstag des Papa emeritus sagte.
Hier geht´s zum Original:  klicken

"DIE DUBIA ZU AL: DER PAPA EMERITUS VERFOLGT DIE DEBATTE"

"Seit geraumer Zeit werden die, die Zweifel zu einigen Passagen der Exhortation Amoris Laetitia äußern wie Indianer betrachtet, die in einem Reservat eingeschlossen leben. Vier Katzen, wagen es dann, das Vorhandensein einer bestimmten Verwirrung in der Katholischen Welt zu erklären- über die Art, wie man den Zugang zur Eucharistie für die wiederverheirateten geschiedenen Paare interpretieren solle.

                              Benedetto XVI
                             
In dieser Hinsicht bietet das schöne Interview von  Msgr. Georg Gänswein, das gestern in der "Repubblica" erschienen ist, eine überraschende Passage. Eine kleine Bemerkung, wenn Sie so wollen, aber auf ihre Weise aufschlussreich. Der Kontext des Interviews ist der bevorstehende 90. Geburtstag des Papa emeritus.
Der aktuelle Präfekt des Päpstlichen Hauses und gleichzeitig "historische" Sekretär Joseph Ratzinger hat de facto gesagt, daß auch der emeritiere Papst "die Diskussion und die unterschiedliche Form, in der der Inhalt von Amoris Laetitia umgesetzt wird, zur Kenntnis nimmt."
Die Frage des Vaticanista Paolo Rodari bezog sich darauf, was Benedikt XVI über die Tatsache denke, daß der Text "bei manchen auf pastoraler Ebene Verwirrung ausgelöst hat".
Kurzum - die Antwort zeigt, daß auch Benedetto erkennt, daß der Text von Amoris Laetitia auf unterschiedliche Weise verstanden wird und- fügen wir hinzu- daß es nicht übertrieben wäre, schockiert zu sein, wenn jemand über Verwirrung bei fundamentalen Fragen spricht, die sehr wohl drei Sakramente betreffen (Ehe, Beichte und Eucharistie).

Diese Bemerkung ist interessant, weil seit einiger Zeit diverse Quellen darauf hinweisen, daß der Papa ermeritus die synodale Diskussion verfolgt und Kenntnis von den Dubia hat, die von den 4 Kardinälen präsentiert wurden und daß er die schwierige Interpretation versteht.
Um auf der anderen Seite zu verstehen, was Joseph Ratzinger zum Thema der Zulassung der wiederverheirateten, geschiedenen Paare zur Eucharistie denkt, muß man nicht nach irgendwelchen Geheimnissen suchen, es genügt, zwei relevante, lehramtliche Dokumente zu lesen: die Apostolische Exhortation von 2007 "Sacramentum Caritatis", Nr 29, die Familiaris Consortio Nr. 84 wiederaufnimmt und den Brief an die Bischöfe, den Kardinal Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation 1994 unterschrieb.

Sicher kann Benedikt XVI nicht denken, daß die vier Purpurträger, die dem Papst die Dubia präsentiert haben, unwirsche, rückwärtsgewandte und unwissenden Pensionäre sind. Etwas, was der Koordinator der Kardinalsgruppe, die Franziskus bei der Leitung und der Reform der Kirche hilft, der Kardinal von Honduras, Oscar Rodriguez Maradiaga denkt, wie er in einem eleganten Schwung gezeigt hat. In einem Interview in italienischer Sprache, das er dem Schweizerischen Fernsehen gewährte, sagte er, der als einer der Großwähler von Papst Franziskus angesehen wird, daß "die vier Kardinäle zuerst Amoris Laetitia nicht gelesen haben, weil das der Fall ist. Ich kenne die vier und sage: sie sind schon in Pension."





Um auf den emeritierten Papst zurück zu kommen, ist auch wichtig, was er 1998 als Einleitung zur Nr."17 der "Dokumente und Studien" schrieb, die von der Glaubenskongregation geleitet wurde.
"Sicher" schrieb der damalige Kardinal Ratzinger, "ist es schwierig , dem säkularisierten Menschen die Anforderungen des Evangeliums verständlich zu machen. Aber diese pastorale Schwierigkeit, dar nicht zu Kompromissen mit der Wahrheit führen. Johannes Paul II hat in der Enzyklika  "Veritatis Splendor" klar die sogenannten "pastoralen" Lösungen zurückgewiesen, die sich in Gegensatz zu den Erklärungen des Lehramtes setzen (Veritatis Splendor, Nr.56).Was die Position des Lehramtes zum Problem der wiederverheirateten Geschiedenen angeht, muß man auch unterstreichen, daß die kürzlich erschienenen Dokumente der Kirche auf sehr ausgeglichene Weise die Forderungen der Wahrheit mit der der Barmherzigkeit vereinen."

Die Passage enthüllt eine andere Frage, die Subtext der 5 Dubia der vier Kardinäle ist,: wie man die Entwicklung der Katholischen Lehre auch in ihren pastoralen Aspekten verstehen soll.
Ist es möglich, daß erneuerte pastorale Lösungen sich im Gegensatz zur Erklärungen des vorangegangenen Lehramtes befinden können?
Wie ist die Kontinuität zwischen "Amoris Laetitia" und "Familiaris Consortio", die mehrfach vom Papst als maßgebend benannten Interpreten, dem österreichischen Kardinal Christoph Schönborn versichert wurde, mit den Fragen, die in den Dubia gestellt werden, in Einklang zu bringen?
Eine präzise Antwort ist darauf, wie wir wissen, noch nicht gegeben worden.
Es gab nur verschiedene Interpretationen von verschiedenen Persönlichkeiten und Bischöfen, als Beweis dafür, was eben der emeritierte Papst erklärt hat: es gibt eine Diskussion und es gibt verschiedene Formen, der Rezeption des Inhaltes von Amoris Laetitia.
Einer, der es Kürze halber wagt, das Verwirrung zu nennen."
Quelle: LNBQ, L. Bertocchi 



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