Mittwoch, 3. Mai 2017

A. Socci & und die päpstlichen Äußerungen über Konzentrationslager und seine Wortwahl bei diesem und bei anderen Themen

Antonio Socci am 1. Mai in Il Libero.
Auch in dieser tour d´horizon durch päpstliche Wortmeldungen läßt er die Samthandschuhe im Schrank. Und er traut sich, Dinge zu schreiben, die in unserem Land niemals das Licht der Öffentlichkeit sehen oder seiner sofortigen Erklärung zur persona non grata führen würden.
Hier geht´s zum Original:    klicken

"BERGOGLIO SIEHT LAGER, WO ES KEINE GIBT UND WO ES SIE GIBT - IN CHINA UND CUBA SIEHT ER SIE NICHT (...)"


            
"Das Papsttum war während Jahrhunderten eine der größten moralischen Autoritäten der Welt. WIe ist es möglich, daß heute ein Papst sagen kann, daß es in Italien Konzentrationslager gibt, in denen die Flüchtlinge eingesperrt sind, ohne daß auch nur eine Zeitung widerspricht, ohne daß auch nur ein Minister antwortet, ohne daß auch irgendeine Autorität die Verantwortung übernimmt, eine so schwerwiegende Beschuldigung zu überprüfen.
Ist die Autorität eines Papstes schon so weit gefallen, daß seine Worte verschwinden, als ob sie - was weiß ich - eine der von einem Senator Razzi (ital. Politiker der für seine Entgleisungen berühmt ist) geäußerten Enormitäten seien. Oder ist Italien vielleicht so tief gefallen, daß man  es mit schrecklichen Vorwürfen überhäufen kann, ohne daß irgendeine Autorität reagiert, um ihr armes Land zu verteidigen?

BEISPIELLOS 
Hier die Fakten.
Vor einer Woche hat Bergoglio die "Grausamkeit" gegenüber den Migranten verurteilt und die Flüchtlingslager mit den Konzentrationslagern verglichen.

Auf dies Enormität hat lediglich eine Jüdische Organisation reagiert, das Amerikanische Jüdische Komitee, das - ohne in den Zeitungen erwähnt zu werden - Bergoglio aufgefordert hat "seine unglückliche Wortwahl zu überdenken".
Mit gutem Recht hat David Harris, Vorsitzender des AJC, bemerkt, daß "die Bedingungen unter denen die Migranten aktuell in einigen europäischen Ländern leben sehr schwierig sein mögen, ... aber sicher nicht mit Konzentrationslagern verglichen werden können."




Es ist beschämend, das erklären zu müssen. In die wirklichen Konzentrationslager wurden die Juden von den Nazis in Ketten gebracht, versklavt, gefoltert und ausgelöscht.

Während die aktuellen Migranten - die freiwillig in die Boote gestiegen sind und Schleuser bezahlt haben - von uns aus dem Meer gerettet werden, empfangen, versorgt, wiederhergestellt, und in Aufnahmezentren aufgenommen werden.
Es ist eine Schande, daß diese ungeheure Hilfsoperation von Bergoglio mit Konzentrationslagern verglichen wird.

Seine vielen Unterstützer, immer bereit, ihn zu beweihräuchern, haben versucht, einen Flicken darauf zu setzen und vorgegeben, daß der Papst sich auf bestimmte Gefangenenlager in Libyen bezogen habe.
Aber es war Bergoglio selbst, der das dementiert hat.
De facto hat man ihm bei der Pressekonferenz auf dem Rückflug von Ägypten folgende Frage gestellt: 
"Vor einigen Tagen haben Sie die Flüchtlingslager mit Konzentrationslagern verglichen. War das ein Lapsus?"

Er hat dann begonnen zu antworten, daß man "gut lesen müsse, was er gesagt habe" und sich dann mit dieser beunruhigenden Behauptung entzogen "Es gibt Flüchtlingslager die wahre Konzentrationslager sind. Vielleicht  in Italien oder in anderen Ländern, in Deutschland nicht."

Man bemerke, daß er unterstreichen wollte "in Deutschland nicht". Er weiß, daß die Deutschen sehr anfällig sind - besonders - bei diesem Thema und er wollte vermeiden, ihre Gefühle zu verletzen, weil das eine harte Reaktion von deutscher Seite provoziert hätte.

ARMES ITALIEN
Das Gegenteil für Italien, man weiß, daß man mit grauenvollen, ungerechten Vorwürfen darauf spucken kann wie man will, weil Italien alle Affronts toleriert.
Bergoglio, der im Vatican von hohen Mauern umgeben ist und keinen einzigen Flüchtling aufnimmt, fühlt sich berechtigt, mit dem Finger auf Italien zu zeigen mit einer objektiv unannehmbaren Beschuldigung.
La Repubblica glaubte titeln zu müssen: "Papst Franziskus: "Selbst in Italien sind die Flüchtlingslager wie Konzentrationslager".

Ein Vorwurf, der darüberhinaus von einem Papst gemacht wird, der sich nicht die Mühe gemacht hat, die (wirklichen) Lager, die es in China oder Cuba gibt, zu verurteilen. Und Bergoglio ist auch der kommunistischen Kaste dieser Länder gegenüber respektvoll und liebenswürdig und tut alles, um sie zu besänftigen.
An diesem Punkt, hätte die Regierung - wenn Italien ein normales Land wäre - protestieren und von Bergoglio eine Entschuldigung verlangen müssen, der - u.a. - ein asuländischer Staatschef ist. 
Aber es sieht zur Zeit nicht so aus, als ob das passieren würde.  Und es wird wahrscheinlich nicht passieren.

ARME KATHOLIKEN
Es ist diese letzte Episode, die an erster Stelle die Katholiken kränkt, die täglich Demütigungen, absurden und manchmal lächerlichen Erklärungen des Papstes ausgesetzt sind. Wie dieser anderen- ebenfalls im Flugzeug  von Bergoglio abgegebenen - nach der "Europa von Migranten gemacht wurde, Jahrhundert um Jahrhundert von Migranten" (als Antwort auf die Frage von Virginie Riva von Europa1 - über die Versuchung eines populistischen Votums in Frankreich).

Man weiß, daß der aktuelle Bischof von Rom keine Leuchte ist und Bücher nur selten angefaßt hat, aber solche "historischen" Behauptungen - wie diese - zu wagen, ist schlicht selbstzerstörerisch.
Mit der Mathematik  ergeht es uns auch nicht gut. Es ist eine Woche her, daß er so weit ging zu sagen, daß es, wenn Italien pro Kommune zwei Migranten aufnähme, Platz für alle gäbe" .
Nur, daß es in Italien 8000 Kommunen gibt und daß die Migranten nicht 16.000 sind, sondern jedes Jahr zehnmal mehr (mindestens 180.000)
Unglücklicherweise scheint Bergoglio oft zu sprechen, ohne über seine Worte nachzudenken. Wie als er - nach dem Massaker terroristischer Islamisten in der Redaktion der satirischen Wochenzeitschrift "Charlie Hebdo" - sagte : "es stimmt, man hätte nicht mit Gewalt reagieren sollen, aber wenn Sie ein falsches Wort gegen meine Mutter sagen, stellen Sie sich auf einen Faustschlag ein."

Und dann sind da die theologischen Enormitäten Bergoglios, jetzt eine ganze Sammlung: das beginnt 2013 (es gibt keinen katholischen Gott) bis zur jüngsten, der vom 4. April, als er sagte, daß Jesus am Kreuz "sich zum Teufel machte" oder vom 17. März, wo er bestätigte, daß "sie sich selbst im Inneren der Hl. Dreifaltigkeit hinter verschlossenen Türen streiten, während sie nach außen hin ein Bild der Einheit vermitteln."

SCALFARISMEN
Wir sind jetzt an der Grenze zur Blasphemie, was es bisher in der Geschichte der Kirche noch nie gegeben hat. Deshalb verwundert es nicht, daß sein atheistischer Großunterstützer Eugenio Scalfari sich ermutigt fühlt, auch in alle Richtungen zu schießen.
Wir haben schon über den theologischen Unsinn Scalfaris berichtet. Aber es gibt immer Neue.
Im gestrigen Leitertikel auf der ersten Seite der Repubblica  hat Scalfari - um das Monument seines Freundes Bergoglio noch zu erhöhen - wörtlich geschrieben:"bei dem religiösen Treffen, das Freitag in Kairo stattfand..."waren die Religionen des Orients alle anwesend: der Islam, die Griechische Orthodoxie, die Koptisch-Christliche: die drei monotheistischen - repäsentiert von ihren Oberhäuptern."

Das sind seine Grüße an die Juden. deren Religion - wie es aussieht - von Scarlfari nicht als monotheistisch und noch weniger als eine "Religion des Orients" betrachtet wird (jemand sollte ihm erklären, daß der Monotheismus im Volk Israel entstand und daß es ohne Judentum weder das Christentum noch den Islam geben würde).
Ich lasse die anderen Absurditäten weg, die er geschrieben hat. Jetzt ist der Feiertag des freien Wortes. Aber wir können Scalfari auch verlieren lassen, er kann schreiben, was er will.
Aber einer, der das Amt des Summus Pontifex der Katholischen Kirche bekleidet, nicht."
Antonio Socci

Quelle: LoStraniero, A. Socci, Il Libero

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