Samstag, 27. Mai 2017

Fundstück über das Heilige,

Hier auf Achse des Guten, wird Umberto Ecco zitiert, wir erinnern uns das ist so ein früher Dan Brown, oder auch nicht, keine Ahnung, auf jeden Fall einer die gegen die Kirche schreibt, oder auch nicht.
Auf jeden Fall habe ich den Namen der Rose nicht verstanden aber was ich verstanden habe, ist diese Passage da unten, und genau an diesem Punkt knaspere ich auch,  dass man  das Gefühl hat, den Herren und Damen Wichtig  unserer Kirche ist das Allerheiligste genau dieser Kirche, wurscht, egal, peinlich.
Man macht halt, vollführt ein Ritual an das man nicht glaubt, was man ja noch nachvollziehen könnte, aber gleichzeitig verachtet man die, die daran glauben.
So sei einfach mal das Zitat hierher gestellt.


Nun aber macht es mich verlegen, meinerseits auf Ihre Frage zu antworten, denn meine Antwort wäre nur von Bedeutung, wenn ich eine areligiöse Erziehung genossen hätte. Ich war jedoch bis zu meinem zweiundzwanzigsten Lebensjahr (um den Moment eines Bruchs zu benennen) sehr stark vom Katholizismus geprägt. Die agnostische Perspektive ist für mich kein passiv aufgenommenes Erbe, sondern das leidvoll erkämpfte Ergebnis einer langen und langsamen inneren Wandlung, und ich bin mir nie sicher, ob nicht manche meiner moralischen Überzeugungen immer noch von der religiösen Prägung abhängen, die ich ursprünglich erfahren habe. In bereits vorgeschrittenem Alter habe ich einmal mitangesehen (in einer katholischen Universität außerhalb Italiens, die auch nichtkatholische Professoren einstellt, von denen sie lediglich formale Respektsbekundungen bei akademisch-religiösen Feiern verlangt), wie einige meiner Kollegen zur heiligen Kommunion gingen, ohne an die Transsubstantiation [die Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu Christi in der Heiligen Messe] zu glauben und daher auch ohne vorherige Beichte. Schaudernd verspürte ich, nach all den Jahren, noch immer den Schrecken des Sakrilegs.


Quelle hier 

Mir ist schon klar, dass man es oft, meistens nicht auf dem Schirm hat,dass in der Kommunion die Gottesbegegnung stattfindet, hätte man es auf dem Schirm, so müsste man mit Zittern und Zagen  zur Kommunion gehen, und dabei regelmäßig in Ohnmacht fallen.
Aber man sollte wenigstens wissen, was es ist, wer es ist, der da kommt, wer es ist der da am Kreuz hängt und der sich uns gibt.
Und genau deshalb wünscht man sich, um mit Romano Guardini zu sprechen die Arkandisziplin wenigstens ansatzweise zurück.

Jeder greift nach allem. Alle philosophischen Probleme, alle Kunst, alle geschichtlichen Ereignisse, alle Persönlichkeiten, bis in die letzte Verborgenheit von Erinnerung, Brief und Bekenntnis, jeder religiöse Wert bis zu den Zeugnissen tiefsten Geheimnisses - alles liegt auf dem Markt. Wie steigt einem der Ekel in den Hals! Wie verpöbelt ist unser Dasein, überall, auch in der Religion - denn mit der tiefen Gleichheit der Kinder Gottes und damit, daß ihnen "alles gehört", hat die Preisgabe aller Arkana, der Einbruch von Lärm und Betrieb in die allein Wesen schaffende Stille doch wahrhaftig nichts zu tun! Wie man sich nach einer Arkandisziplin sehnt, die das Heilige vor dem Markte schützt! Aber auch vor dem Markt drinnen!

(aus Die Technik und der Mensch)

Man versteht die Anliegen der Neuerer, weil sie diesen schrecklichen Skrupel den Boden entziehen wollten, und ja es gab und gibt da schlimme Auswüchse, wie man aus den Erzählungen mancher alter Leute lernen kann, aber man hat anstatt mühselig das Unkraut zu jäten den ganzen Ackerboden unfruchtbar gemacht und nun wächst weder Kraut noch Unkraut. 
Und wer nach Kraut sucht findet sich plötzlich  es im Dschungel seltsamer Ideen,. für die der ausufernde Erscheinungshype nur ein Symptom ist.





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