Sonntag, 21. Mai 2017

Kümmert euch um Gott und zeigt das auch!

Neulich ist mit ein alter Beitrag von mit wieder in den Sinn gekommen, der nicht von mir ist, sondern sich auf einen, wie ich finde genialen Leserbrief im Konradsblatt bezog.
Da der Leserbrief immer noch aktuell ist, habe ich den alten Beitrag wieder hochgeholt.

Im neuesten Konradsblatt findet sich unter dem Titel "Alte Klagen" ein, wie ich finde, genialer Leserbrief zu Nutzen bzw. Unnutzen der Diözesanversammlung und dem, was wirklich verkehrt läuft in unserer Kirche.
Mit freundlicher Genehmigung des Autors tippe ich ihn  hier ab.

Der Rausch ist zu Ende. Was war das jetzt eigentlich, diese Versammlung der Badisch-Katholischen Landeskirche?
Eine Veranstaltung die stattfinden musste, obwohl mit dem Rücktritt des Heiligen Vaters das Grundübel allen Reformstaus sich selbst aus dem Weg geschafft hat?
Natürlich, ich weiß es, es sind Absprachen getroffen worden, und die werden ob sinnvoll oder nicht, planmäßig durchgeführt . Beweglichkeit einer Rätekirche.
Also trifft man sich und spricht über Dinge die man gar nicht ändern kann, um neuen Grund zu alten Klagen zu haben. 
Es herrscht Reformbedarf. Ich höre mir das seit 40 Jahren an. Kann das sein? Es hat sich schon so vieles verändert, außer, dass wir evangelisch geworden sind. In einem haben wir allerdings tatsächlich Nachholbedarf.
Die Liturgie wurde von vielen Zutaten befreit, die sich im Laufe der Jahrhunderte angesammelt haben. Aber hat  sich diese wohltuende Vereinfachung im Alltag fortgesetzt? Nein.
Angefangen von den neuen Zutaten liturgischer Homeworker bis hin zu einer überbordenden Verwaltung und einem undurchschaubaren Strukturdschungel im kirchlichen Verbändewesen, hat sich unsere Kirche zu einer moderatorenkoffergestützten Vereinigung verschiedenster Unternehmensberatungen entwickelt, in der sogar Jesus depressiv werden müsste.
Man spürt das, ist unzufrieden und sucht leider den Sündenbock weit weg von hier. 
Selbsterkenntnis, Fehlanzeige, glückliches badisches Land!
Man schwärmt von der Freiheit draußen, wo der Vorschriftenwurst und die Gängelei den einzelnen Bürger ebenso entmündigt wie ganze Staaten.
Man träumt von eine entklerikalisierten Kirche, obwohl wir das fast schon sind und fast synchron auch kaum noch Bedarf an der Eucharistie besteht. Man hat die Hierarchie fast weitgehend über die Methode "Leitung im Team" ausgehebelt, da dass, wie eine Teilnehmerin konsequent feststellt, lediglich der Bischof noch dringend der Unterstützung bedarf.
Bleibt für mich unterm Strich dieser Veranstaltung als wirklicher Coup des Heiligen Geistes, jener alkoholisierte Prophet, der im Münster das einzig sinnvolle Schlußwort gesprochen hat "Kümmert euch um Gott und zeigt das auch".




Ja dem ist kaum noch was hinzuzufügen. Das ganze erinnert mich  an die langen Gespräche, die ich einst mit einem der mir bekannten Memorandisti (ein wirklich guter Mensch) geführt hatte. Am Ende erzählte er mir von einer dieser endlosen Aufbruchssitzungen, wo er gerade gewesen war und dass  da jemandem der Kragen geplatzt war und er auf die Frage "Wie bekommen wir die Leute wieder in die Kirche" völlig spontan und ob der endlosen Diskussionen genervt sagte "Wir sollten es einfach mal mit Glauben probieren!".
Jawohl! Es soll uns um das Reich Gottes gehen das den ersten Christen so wichtig war, dass sie dafür den Verlust all ihrer Güter und einen schrecklichen Tod  auf sich genommen hatten.
Wenn ich mir dagegen all das Gejammer, um nicht wichtig genommen werden, anhöre. Was für ein Unterschied!

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