Mittwoch, 24. Mai 2017

Nochmal Nachdenken über die Sakramente oder wäre weniger nicht mehr?

Im Christlichen Forum hat Frau Küble eine Erklärung Kardinal Müllers zum Papsttum veröffentlicht und kommentiert.
Es sei darauf hingewiesen und auch auf ihre weiteren Erläuterungen.

Es geht, dabei sutextmäßig um die berühmten Dubia, die ja so ihre Kreise schlingen und dabei um die, ebenfalls subtextmäßige Frage: Dürfen wir uns nun scheiden lassen, wie alle Welt, oder nicht?

Man versucht ja das Problem, dass durchaus existiert dadurch zu lösen, dass man sagt, die Sakramente und speziell das Ehesakrament sind nur dann gültig, wenn die Empfänger und die Spender, die im konkreten Fall die gleichen Personen sind, sich komplett und völlig bewusst sind, was sie da tun.
Hört sich gut an, aber wenn man das weiterdenkt und in die Tiefe durchdenkt, dann können wir den Laden gleich schließen, weil dann noch nie irgendwelche Sakramente richtig gespendet wurden, auch nicht die Priesterweihe und das seit 2000 Jahren und damit ist die Kirche erledigt, lediglich ein Theaterverein.



Wie gesagt, die Idee, dass das ganze formale Gedöns, die kirchlichen Hierarchie, die liturgischen und sakramentalen Ordnungen obsolet sind, weil es darauf nicht ankommt ist verführerisch.
Genauso verführerisch ist es was, die heiß umstrittenen Sakramente angeht zu sagen:
Okay, nur wenn sie wirklich in vollem Bewusstsein empfangen werden sind sie gültig.
Damit werden jedoch Skupeln Tür und Tor geöffnet und gleichzeitig dem Menschen eine Last auferlegt die er nicht tragen kann, wenn man es recht bedenkt.
Ein Sakrament ist unwirksam, wenn es der falschen Person gespendet wird.
Also jemand der nicht getauft ist, der kann nicht gefirnt werden, er kann auch nicht Priester werden, nur und das ist das komische, kirchlich geheiratet werden kann jeder.
Man kann die Bischöfe verstehen, die es jedem recht machen wollen, auch und wenn es schon teilweise komisch daher kommt, wie man hier nachlesen kann.
Es geht um katholisch, muslimische Ehen und die sich daraus ergebenden Fragen, eine lautet:

Mein Partner / meine Partnerin möchte nicht kirchlich heiraten, ich möchte aber mehr als nur eine standesamtliche Trauung. Lässt sich das überhaupt lösen?

und sofort kommt die Antwort:

  Auch hier ist es möglich, einen entsprechenden Antrag an den Bischof zu stellen. Ihr Pfarrer wird mit Ihnen in den Dokumenten, die Sie ohnehin gemeinsam ausfüllen müssen, anmerken, dass Sie Ihre standesamtliche Trauung im kirchlichen Sinn verstanden wissen wollen unter Hinweis auf Widerstände seitens Ihres Partners..........

und dann wird ganz vorsichtig gesagt:

 Sollte eine solche Problemstellung bei Ihnen vorliegen, möchten wir (jedoch) eine vorsichtige Empfehlung aussprechen: Versuchen Sie, in Ihrer Beziehung generell die Frage religiöser Toleranz zu klären. Möglicherweise ist dieser Widerstand mit Blick auf die Trauung Teil eines größeren religiösen und / oder kulturellen Problems im Umgang mit Ihren Überzeugungen. .....

man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Kirche viele ihrer Probleme auch und gerade im Bereich der Ehen selber macht, ist ja alles kein Problem, ohne Kirche, mit Kirche, ohne Glaube, mit halben Glauben, mit nicht Glauben, alles und jedes wird genommen und verheiratet, und danach getauft,
Als gläubiger Mensch hat man dann schon Probleme dem Satz "Nun ja, die brauchen halt Leute wegen der Kirchensteuer!" irgendwas entgegen zu setzen.
Dazu kommt noch das die Leute, also die un- und andersgläubigen Hochzeitsgäste das ganz nur noch seltsam finden und sagen "Ja warum machen die denn das?"

Wie gesagt ich sehe das Bemühen niemanden vor den Kopf zu stoßen, das Vertrauen, dass die Leute schon noch in die Wahrheit hineinwachsen, den Versuch niemanden zu verlieren, wie es wohl von Seiten der Kirchenleute gesagt wird, aber auch wie es ankommt, frei nach dem Motto "Die nehmen jeden, weil ihnen die Leute wegrennen!"
Wie gesagt das Problem fängt dann an, wenn die Leute, wie das halt so ist runterkommen von Wolke 7, oder biblischer ausgedrückt runterkommen vom Tabor.
Da ist dann nur noch grauer Alltag, Niederungen des Daseins, und schwuppdiewupp ist man wieder getrennt und dann mag es sein, dass die nächste große Leibe vor der Tür steht und dann täte man doch so gerne.......
aber hier kann die Kirche nun nicht mehr so großzügig sein, wie sie es gerne wäre, weil die dumme Doktrin und auch der jahrzehntelange Krach um die wiederverheirateten Geschiedenen, der dem dümmsten klar gemacht hat was katholisch ist und was nicht.

Man merkt es auch den ganzen offiziellen Erklärungen und Predigten gutmeinender Pfarrer an, immer gehen sie davon aus, die die da kommen das sind gläubige Menschen, und selbst wenn der Herr Pfarrer nicht vor sich selber verleugnen kann, dass da nicht viel dahinter ist, an Glaube, so heißt der Spruch "Ja dass die überhaupt kommen, zeigt doch, dass...!"
Im Grunde wissen sie das, das den Leuten der Glaube egal ist, dass er ihnen auch egal sein soll, dass sie sich nicht drauf einlassen und so entfällt auch das wahre Taborerlebnis, von dem man zehren kann und muss, wenn es um die Bewährung geht.
Christus verklärt sich nicht aus Jux und Tollerei, Mose und Elias kommen nicht, damit die Zuschauer mal was besonderes erleben und einen spirituellen Kick erhalten und Gottes Stimme aus der leuchtenden Wolke ist kein Showeffekt um der Likes willen.
Es geht hier um ernste, heilig ernste Dinge und so ist es auch mit den Sakramenten.

Richtig ist, ich schrieb es oben schon, dass man das irgendwie nie so richtig realisiert, höchstens in einem besonders begnadeten Moment weht es einem an und es ist auch andererseits wieder gut, dass es so ist, weil würden wir es begreifen, würden wir uns da gar nicht hintrauen, würden einfach vor Ehrfurcht und Zittern zu Boden fallen und am Herzinfakt sterben, zu groß ist das Geheimnis.
Von daher tragen wir und auch die Amtsträger den Schatz in zerbrechlichen Gefäßen, sehr zerbrechlichen Gefäßen und sollen doch damit wuchern.
Nur drum wissen, wenigstens theoretisch drum wissen und wenigstens von Seiten der Amtsträger so tun als ob, das sollte man doch.

Ich denke mittlerweile, es ist alles recht verfahren, aber mit ein  Grund ist, dass der einzelne Katholik sich zwar sehr gerne sieht als einen, der gut ist und den Menschen um sich herum und in der Ferne hilft, aber sich selber nicht als den begreift, dem geholfen werden muss und zwar ontologisch geholfen werden muss, nämlich in den Himmel zu kommen.
Das scheint mir das Problem zu sein, das alt ist, sehr alt, dass wir, als Christen uns nämlich in dieser Welt sehr gut eingerichtet haben. Und da wo wir feststellen, so gut ist es nun auch wieder nicht, entweder, sehr menschlich, von einer goldenen Zukunft, die zu bauen ist, oder einer goldenen Vergangenheit, die wieder zu realisieren ist, träumen und uns einbilden, das sei spezifisch christlich, was es definitiv nicht ist.

Wir realisieren unsere Situation nicht, wir realisieren unsere Hilfsbedürftigkeit vor Gott nicht, wir sind alle gefangen in verzweifelter Innerweltlichkeit.
Papst Benedikt hat versucht, es auf seine Art zu sagen, das zu durchbrechen, es ist ihm nicht gelungen.
Papst Franziskus kann man zugute halten, dass er versucht Dinge aufzubrechen, aber er scheint mir irgendwie auch nicht aus der Innerweltlichkeit herauszukönnen.

Ich habe mal gelernt das katholischste Wort überhaupt sei et.....et (sowohl als auch) und genau diese Wort vermisse ich in den letzten Jahren immer schmerzlicher.

Um es auf den Papst anzuwenden. Ich habe, in grauer katholischer Vorzeit einmal gelernt, dass selbst Enzykliken nicht letztverbindlich sind, was den Glaubensgehorsam angeht, dass  man allerdings sein Gewissen daran zu schärfen habe, aber man, sofern es um ganz konkrete Handlungen und Entscheidungen geht, seinen Gewissen zu folgen habe (wobei so ein Gewissen was anderes ist als eine Meinung),
Richtig ist, dass selbst in Enzykliken Unfug steht, so gibt es eine, weiß aber nicht welche (Buch war nur ausgeliehen) wo festgestellt wird, dass die Schöpfung sich so ereignet habe wie es in der Genesis steht, was Unfug ist, auch und weil die beiden Schöpfungsberichte verschieden sind.
Von daher stehe ich ganz erstaunt vor der Tatsache, dass plötzlich um apostolische Schreiben und selbst private Predigten  so ein Gewese gemacht wird.
Das ist doch nicht mehr katholisch!

Auf der anderen Seite brauche ich den Papst zwingend, weil an ihm, an seiner Existenz die Sakramente hängen und zwar deshalb, weil alle Sakramente an der Eucharistie hängen und die nur dann gültig ist, wenn sie mit dem Papst und dem örtlichen Bischof! zusammen gefeiert wird, weswegen sie beide! im Hochgebet erwähnt werden müssen.

Eine Kritik an Kardinal Müller sei hinzugefügt, es nutzt nichts den Bischöfen und Synoden mehr Verantwortung zu geben, das verlagert das Problem nur und erzeugt nur noch mehr Papiere und Dokumente, als es ohnehin schon gibt, ich denke man muss den einzelnen wieder mehr Verantwortung geben, es geht um Christus und mich und das ist der Angelpunkt.

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