Donnerstag, 11. Mai 2017

O selige Konvertiten, die noch nie Laudato Si getanzt und geschunkelt haben

genau das fiel mir spontan ein, als mir folgender Beitrag von Elsa über den Weg lief, der über seltsame Erfahrungen mit seltsamen Berufskatholiken, die seltsame Events in für die Events unpassendem Ambiente zu organisieren pflegen, berichtete.
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Elsa traf eine orthodoxe Freundin, die auf einem von der Caritas organisierten Familienwochenende war, und völlig konsterniert war, als auf selbigem zum Gesang von Laudato Si eine Polonäse durch eine (wohl hübsche) Kapelle getanzt wurde.

Ich muss sagen, im Vergleich zu dem was mir schon alles über den Weg gelaufen ist, finde ich das eigentlich noch harmlos.
Oder noch anders formuliert, vor Jahrzehnten habe ich mich über solcherlei Dinge noch aufgeregt, irgendwann habe ich es aufgegeben und rechne die Caritas, genauso wie den BDKJ einfach nicht mehr wirklich dazu, Berufskatholiken halt, nichts Neues unter der Sonne, Matth 15,8
Man muss sich nicht drum kümmern, selber den Herrn bitten um die Gnade glauben zu können und um die Gnade sich nicht allzuviel Illusionen über sich selber zu machen.

Dennoch hat Elsa in ihrem Beitrag punktgenau das eigentlich Absurde getroffen

es ist nämlich das eigentlich erstaunliche, dass all die Fans von handgemacht, gebatikt, Tüchern, so einfach wie möglich und ach wie böse, der böse Prunk der bösen Kirche, in der Tat leuchtende Augen kriegen, wenn sie vom Prunk, dern strengen Vorschriften, der Arkandisziplin irgendwelcher anderer Konfessionen und Religionen hören.
Manigfaltig ist das zu beobachten, den Pfarrer quält man bis der sich endlich, endlich bereit erklärt irgendwelche neuen Lieder zu singen, die kein Mensch singen kann, selber fährt man aber für teures Geld zu irgendwelchen ganz berühmten Chören die ein ganz klassisches Repertoire haben!
Eine Verwandte von mir geißelt, auch wenn man sie gar nicht fragt, die angeblich sinnlosen Ritualvorschriften der Kirche, wie das Krfreitagsfastengebot, vehement, gleichzeitig findet sie indische Gurus ganz klasse und zwar gerade die, die ihren Schülern absoluten Gehorsam abverlangen, heute wird der Reis so gekocht, morgen anders und fragen das geht nicht, das ist für sie wahre Jüngerschaft.
Genau das ist ja das Problem. dass die Leute die all den neumodischen Kram einführen das, sofern man die Geduld aufbringt sich wirklich mit ihnen auseinanderzusetzen, einem irgendwann einmal, fast treuherzig gestehen, dass ihr eigener Kunstgeschmack ja ganz bieder, klassisch und konservativ ist, sie aber denken, damit die Jugend in die Kirche kommt, man doch das alles "modern" machen müsste!
Also man verzichtet auf etwas, was man gerne mag, weil man denkt, dass die für die man verzichtet, dass was man selber nicht gerne mag, gerne mögen, und so hat keiner was davon.
Mich erinnert das an die Geschichte von dem alten Ehepaar, das seit 50 Jahren zusammen auf dem Balkon zwei Brötchen frühstückt, Er schneidet die Brötchen durch, gibt ihr das Oberteil, weil er das selber gerne isst und sie nimmt es an, weil sie lieber das Unterteil isst, was sie ihm gönnen will.

Mir ist die Geschichte untergekommen als Beweis für Liebe, aber schon damals. als sie mir untergekommen ist und ich noch ein Kind war, dachte ich das ist keine Liebe, das ist einfach nicht miteinander reden und das, wie im Beispiel des Ehepaars über 50 Jahre!

Also um auf mein Verdikt von oben zurück zukommen, das absurde ist, es scheint in der Tat so, aber eigentlich sind es mehrheitlich Leute, die durchaus gar nicht so sind, wie sie daherkommen, aber meinen so sein zu müssen, damit irgendwelche anderen.........
Und davon gehen sie auch nicht ab, wenn man ihnen sagt, dass man das gar nicht so modern will.
Ich erinnere mich noch an eine Kommunionkindevorbereitung in die ich auch involviert war, am Ende gab es da ein Meeting und wir wurden gefragt, was wir denn von dem ganzen Trallala so gehalten hätten?
Ich war völlig von den Socken,dass alle meine Mitkommunionmütter auch meiner Meinung waren, wir hätten gerne, dass es katholischer zugeht, dass die Kinder im Rahmen  einer richtigen Messe zur Erstkommunion gehen und auch im Rahmen der Vorbereitung dieses ganze Trallala (hier hat die Bloggerkollegin Gardinenpredigerin das beschrieben) weggelassen wird, aber es ist als spräche man verschiedene Sprachen!

Ich denke im Grunde wäre viel gewonnen, wenn all die Leute die nicht glauben sich das einfach mal eingestehen würden, und darum beten würden glauben zu können und solange bis sich das geklärt hat einfach ihre Arbeit machen würden, anstatt ihre eigenen, uneingestandenen Zweifel als Glaube zu verkaufen.
In früheren Zeiten hat man zweifelnde Mönche oft in der Landwirtschaft eingesetzt, soll bisweilen geholfen haben, gegen Spinnereien auch,
Ich seh schon ein, dass das mit Gemeindereferentinnen und Pastoralassistenten sowie manchen Merkwürden heutzutage nicht mehr machbar ist, weil auch die Landwirtschaft nicht mehr das ist, was sie mal war, aber das Heilige das könnten sie doch einfach in Ruhe lassen!

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